Kanalbau – Anwohner im Walpurgistal fordern mehr Dialog

Wollen gehört werden: die Anwohner Wigbert Lüke (l.) und Daniel Stemmrich, die schon seit mehr als 30 Jahren im Walpurgistal leben.
Wollen gehört werden: die Anwohner Wigbert Lüke (l.) und Daniel Stemmrich, die schon seit mehr als 30 Jahren im Walpurgistal leben.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürger im Walpurgistal beklagen im Zuge der anstehenden Kanalarbeiten mangelnde Kommunikation der Stadtwerke.

Essener Süden..  Im Walpurgistal wissen die Anwohner schon lange, was ihnen bald blüht: Eine der größten Kanalbaustellen, die es auf Essener Stadtgebiet bislang gegeben hat. „Wir sehen ein, dass die Arbeiten wichtig und absolut notwendig sind“, sagt Wigbert Lüke, der seit 1980 im Tal wohnt. Enttäuscht sei er über die Kommunikation der Stadtwerke. „Erst hat sich bekannterweise der Termin mehrfach verschoben. Eigentlich hätten die Arbeiten ja schon im vergangenen Jahr starten sollen. Dann erfahren wir aus der Zeitung, wie genau sich die Stadtwerke die Parkplatz-Situation hier vorstellen. Dabei kann man doch mit uns reden“, sagt Lüke, der noch auf eine Einladung für die ursprünglich für Januar/Februar angekündigte Infoveranstaltung für Anwohner wartet.

Auch Nachbar Daniel Stemmrich, der im gleichen Haus lebt, befürchtet „einen Rundumschlag ohne Feinabstimmung“. Schließlich gebe es gerade beim Thema Parken sicherlich Spielräume, die sich ebenso wie die Wanderbaustelle einrichten ließen. Befürchtungen haben die beiden Männer auch, was den Schwerlastverkehr angeht. „Schon als das Holz abtransportiert wurde, hat man das gemerkt. Wenn hier bald die tonnenschweren Rohre angeliefert werden, dürfte sich das noch verstärken. Die Häuser sind größtenteils über 100 Jahre alt, stehen auf Bruchsteinfundamenten. Deswegen muss ein Gutachten her, in dem der Ist-Zustand der Häuser aufgenommen wird“, findet Wigbert Lüke, der selbst Architekt ist. Grundsätzlich wollen beide in erster Linie eine verbesserte Kommunikation der Anlieger mit den Stadtwerken erreichen, „dann lassen sich auch Missverständnisse ausräumen“, hofft Lüke.

Stadtwerke wollen nach Vergabe der Arbeiten informieren

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Auch die Stadtwerke betonen, Interesse am Dialog mit den Anwohnern zu haben. „Eine Infoveranstaltung planen wir allerdings erst nach Beauftragung der entsprechenden Firmen. Erst dann können wir einen genauen Bauplan erstellen“, sagt Stadtwerkesprecher Dirk Pomplun. Noch vor Baubeginn würden die Anwohner eingeladen, um über den genauen Ablauf informiert zu werden, kündigte Pomplun an. Dass die Anwohner aus der Zeitung über die geplante Parkraumsituation erfuhren, will der Sprecher so nicht stehen lassen. Zum einen hätten die Stadtwerke darüber bereits bei einer ersten Infoveranstaltung im Dezember 2013 informiert.

Zum anderen sei die Planung auch Thema der vergangenen öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung II gewesen. Je nach Bauablauf werde aber geprüft, wie der Verkehr im Anwohnerinteresse gesteuert werden kann. Auch zum Thema Erschütterungen versucht Pomplun, die Anlieger zu beschwichtigen: „Wie bei jeder größeren Baumaßnahme werden wir auch bei den Häusern, die im Erschütterungsbereich liegen, eine entsprechende Beweissicherung durchführen.“ Passieren soll all das noch vor April. Dann ist laut den Stadtwerken der geplante Baustart.