Interessengemeinschaft will Holsterhausen stärken

Stephan Holzgreve, Jens Noetzel, Julia Reinders und Yücel Karaman (v.l.) von der Interessengemeinschaft Holsterhausen.
Stephan Holzgreve, Jens Noetzel, Julia Reinders und Yücel Karaman (v.l.) von der Interessengemeinschaft Holsterhausen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Interessengemeinschaft Holsterhausen erhofft sich vom Bau der Cranachhöfe Impulse. Eine Weihnachtsbeleuchtung ist geplant.

Essen-Holsterhausen..  Das Einkaufen in Holsterhausen attraktiver zu machen und dabei auch die Lebensqualität vor Ort zu verbessern, das ist Ziel der Interessengemeinschaft Holsterhausen (IGH). Seit gut einem Jahr wird der Zusammenschluss der Kaufleute und Freiberufler vom Immobilienmakler Jens Noetzel geführt. Der hatte Anfang 2014 seine neue Aufgabe mit Enthusiasmus begonnen – um dann sehr bald festzustellen, dass er erst einmal quasi allein dastand. „Erst im November/Dezember letzten Jahres hatte ich ein Vorstandsteam zusammen, so dass wir die IGH ins Vereinsregister eintragen lassen konnten“, erinnert sich Noetzel an die harte Anfangszeit.

So konnte die inhaltliche Arbeit erst 2015 beginnen, „Verkaufsoffene Sonntage hätte man schon 2014 beantragen müssen, wenn man sie denn gewollt hätte“, sagt der Vorsitzende. Für 2016 laufe die Frist Mitte des Jahres ab, „aber offene Sonntage sind derzeit bei uns nicht in Planung“. Erstes Ziel der IGH sei es, eine Weihnachtsbeleuchtung zu organisieren, die es seit Jahren in Holsterhausen nicht mehr gegeben habe. „Ein Angebot liegt bereits vor, aber wir brauchen noch Sponsoren für die 16 Lichterketten, die über die Gemarkenstraße gespannt werden sollen“, sagt Yücel Karaman von den „Kaffee-Rebellen“, der sich im IGH-Vorstand um das Thema Weihnachtsbeleuchtung kümmert.

Rund 40 Mitglieder hat der Verein aktuell. Deren Beiträge reichten nicht für die adventliche Beleuchtung der Einkaufsstraße, die rund 20 000 Euro kosten werde. „Also suchen wir Firmen und Privatleute, die sich beteiligen wollen. Vielleicht gibt es ja auch einen Zuschuss von der Bezirksvertretung“, so Karaman, der hofft, dass die Hauseigentümer an der Gemarkenstraße ihr Okay für die Befestigung der Lichterketten geben.

„Da wir keinen verkaufsoffenen Sonntag haben, wollen wir einen langen Samstag anbieten und zwar verbunden mit einer Halloween-Aktion für Kinder am 31. Oktober“, sagt Jens Noetzel, der zudem Kunst und Kultur in Holsterhausen fördern und einmal im Monat einen Stammtisch organisieren will, damit die Mitglieder Kontakte knüpfen können.

Ein Herbstfest, wie es früher in Holsterhausen Tradition hatte, ist vorerst nicht geplant. „Wir wollen erst einmal langsam anfangen“, betont Noetzel. Durch die hohen Sicherheitsanforderungen nach dem Love-Parade-Unglück sei die Organisation solcher Feste viel aufwendiger und teurer geworden. Die Vorstandsmitglieder der IGH seien in der Regel selbstständig und hätten sowieso eine 60-Stunden-Woche, die kaum Zeit für ehrenamtliches Engagement lasse.

Den Bau der Cranachhöfe an der Holsterhauser Straße, wo Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen, sieht Noetzel gelassen. „Das wird neue Impulse bringen und ich hoffe, dass der Neubau Kaufkraft zurück nach Holsterhausen bringt, dass die Leute wieder hier ihr Geld ausgeben und nicht in anderen Stadtteilen.“ Natürlich sei die Anbindung wichtig, damit die Kunden zur Holsterhauser und Gemarkenstraße kämen.

Die Zahl der Leerstände auf der Gemarkenstraße habe sich in den vergangenen Jahren verringert, nur das gastronomische Angebot könnte vielfältiger sein, finden die Vorstandsmitglieder. Aber die Straße sei immer noch attraktiv. So hat sich Stephan Holzgreve, ebenfalls IGH-Vorstandsmitglied, vor einem Jahr ganz bewusst dafür entschieden, die Gemarken-Apotheke zu übernehmen. „Das habe ich noch nicht bereut“, sagt er.