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Stadtplanung

Ideen für ehemaligen Güterbahnhof

04.11.2012 | 13:43 Uhr
Ideen für ehemaligen Güterbahnhof
In der „SoKo Freiraum“ engagieren sich: (v.l.) Johanna Kolckmann, Stefanie Böhm, Friedrich Hardinghaus, Elke Hildebrandt, Thorsten Grune.

Die „SoKo Freiraum“ möchte einen Beitrag zur Entwicklung des Geländes des ehemaligen Güterbahnhofs Rüttenscheid leisten. Die Mitglieder wünschen sich eine Mischung aus Wohnen. Grün, Radwegen und Geschäften.

Was aus dem sieben Hektar großen Gelände am ehemaligen Güterbahnhof wird, könnte sich schon am kommenden Freitag bei der Aufsichtsratssitzung der Messe Essen abzeichnen. Daran wird auch die Hopf-Gruppe als Eigentümerin des Areals, das bislang als Messe-Parkplatz genutzt wird, teilnehmen. Bereits nach Vorstellung des Siegerentwurfs zur Messe-Erweiterung hatte sich eine Annäherung zwischen Hopf und der Messe abgezeichnet.

Neben Eigentümer und Messe sind es jedoch auch die Anwohner und die angrenzenden Sportfreunde 07, die sich Gedanken um die Zukunft des Filetstücks machen. Nachdem die Rüttenscheider Grünen im Mai zu einer Perspektivenwerkstatt eingeladen hatten, gründete sich die etwa 20-köpfige Interessengemeinschaft „SoKo Freiraum“, die Ideen für die Weiterentwicklung des Geländes sammeln will. „Uns gehört das Areal nicht und wir können auch nicht entscheiden. Dennoch möchten wir unseren Beitrag leisten. Unsere größte Befürchtung ist, dass uns einfach etwas vor die Nase gesetzt wird“, sagt Elke Hildebrandt.

Ihr Sohn spielt bei den Sportfreunden Fußball und sie möchte, dass das auch in Zukunft so bleibt. „Unser Sportgelände ist zwar in städtischem Besitz. Dennoch möchte ich für den Verein schon im Vorfeld alles tun, um unseren Standort hier zu sichern“, sagt Thorsten Grune, Vorsitzender der Sportfreunde und ebenfalls Mitglied der „SoKo Freiraum“. Sein Verein habe mit Abriss des Gruga-stadions schon einmal umziehen müssen: „Ich würde das hier nie kampflos aufgeben“, so Grune weiter. Er sei überrascht, welchen Zuspruch sein Verein trotz der Nähe zu den umliegenden Neubaugebieten habe. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn, nicht zuletzt, weil wir eine Menge für Kinder und Jugendliche anbieten. Es leben schließlich viele kinderreiche Familien hier“, sagt Grune.

Dabei geht es der „SoKo Freiraum“ trotz des Namens nicht darum, den ehemaligen Güterbahnhof in seiner bestehenden Form zu belassen oder gar in eine Parkanlage zu verwandeln. Vielmehr müsse ein Konzept her, von dem der ganze Stadtteil profitiere. Eine gesunde Mischung aus bezahlbarem Wohnraum, Geschäftsgebäuden, Freiflächen und Radwegen schwebt etwa Elke Hildebrandt vor.

Um alle bereits gesammelten Vorschläge zu bündeln, war Elke Hildebrandt mit Architektin Lena Popal, die sich ebenfalls bei „Freiraum“ engagiert, zu Gast bei der Uni Duisburg-Essen. Studenten des Instituts für Stadtplanung werden nun im Rahmen ihrer Semesterarbeit Konzepte für die Freifläche zu Papier bringen und Anfang Februar vorstellen. „Diese Vorschläge möchten wir an Hopf und die Messe weiterleiten“, sagt Hildebrandt. In dem Konzept solle auch die Parkplatzsituation berücksichtigt werden. Die „SoKo“ würde gern die Messe-Stellflächen in Richtung Mülheimer Flughafen stärker frequentiert sehen.

Bei einer Radtour möchte die „SoKo“ mit Bürgern mögliche Perspektiven ausloten. Start ist am Sonntag, 11. November, um 11 Uhr am Brunnen auf dem Rüttenscheider Markt. Infos zur „SoKo“ per E-Mail an sokofreiraum@gmx.de.

Jennifer Schumacher



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