Holsterhausen: Ein urbaner Stadtteil mit Potenzial

Peter Renzel sprach über die demografische Entwicklung Holsterhausens.
Peter Renzel sprach über die demografische Entwicklung Holsterhausens.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Sozialdezernent Peter Renzel sprach zur demografischen Entwicklung Holsterhausens. Größere Wohnungen werden gesucht.

Essen-Holsterhausen..  Um etwas über die demografische Entwicklung Holsterhausens zu erfahren und gegebenenfalls das politische Handeln danach auszurichten, hatte der CDU-Ortsverband Holsterhausen den Sozialdezernenten Peter Renzel eingeladen. Anhand von Daten, Zahlen und Fakten zeichnete Renzel ein Bild des Stadtteils. Am Ende des Abends stand die Erkenntnis: Holsterhausen ist ein urbaner Stadtteil mit guten Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Allerdings sei es dringend erforderlich, einerseits Wohnungsgrößen zu schaffen, die auch für Familien attraktiv seien, andererseits vorhandenen Wohnraum seniorengerecht umzubauen.

Während beispielsweise in Haarzopf immer weiter gebaut werde, sei in Holsterhausen in jüngster Vergangenheit gerade mal ein Neubau mit acht Wohnungen entstanden, erläuterte Renzel. Neubau-Projekte wie aktuell auf dem Gelände des früheren Berufskollegs seien in Holsterhausen nicht an der Tagesordnung. So ist laut Renzel derzeit keine weitere Wohnbebauung geplant. Die Forderung, Baulücken zu nutzen, erübrige sich in Holsterhausen. „Es gibt kaum welche“, so Renzel. „Deshalb muss man hier im Bestand fortentwickeln.“ In Holsterhausen gebe es keine hohe Eigentumsquote, der Wohnungsmarkt werde von den Wohnungsgesellschaften dominiert. Viele Häuser seien in den 1950er- und 1960er-Jahren gebaut, als die Ansprüche an die Wohnungsgröße noch geringer waren als heute. „Jetzt muss man sehen, ob private Vermieter und Wohnungsgesellschaften bereit sind, in die Zusammenlegung von Wohnungen zu investieren“, so Renzel.

Insgesamt stehe Holsterhausen mit seinen gut 25 000 Einwohnern gar nicht schlecht da, resümierte Renzel. Der Stadtteil, der als größtes zusammenhängendes Wiederaufbaugebiet Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg gilt, zeichne sich durch eine große Zahl grüner Innenhöfe aus. Die Bevölkerungszahl sei seit dem Jahr 2000 relativ gleich geblieben. Der Stadtteil sei altersmäßig gut gemischt, über 76 Prozent der Bewohner seien deutsche Staatsangehörige. „Holsterhausen ist das Rüttenscheid des Bezirks III“, sagt Renzel und verweist auf die lebendige Gastro-Szene, zum Beispiel im Umfeld von St. Mariä Empfängnis.

Und noch eine gute Nachricht verkündete Renzel: „Holsterhausen ist in Sachen Kinderbetreuung das Eldorado bei der über Dreijährigen-Betreuung. Die Versorgungsquote liegt bei 111,9 Prozent“, so Renzel. Bei den unter Dreijährigen liege die Quote bei 38,6 Prozent. „Der Bedarf wächst ständig. Hegen und pflegen Sie diese Plätze“, verweist Renzel auf die enorme Bedeutung der Betreuungsplätze für den Standort Holsterhausen.