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„Hier wird trotz Tempo 30 gerast“

07.11.2012 | 19:14 Uhr
„Hier wird trotz Tempo 30 gerast“
Die Bürger wünschen sich eine Rechts-vor-Links-Regelung an der Weserstraße: (v.l.) Marcus Rattay, Georg Nesselhauf und Frank Rosinger.Foto: Kerstin Kokoska

Bergerhausen.   Seit Jahren kämpfen Anwohner der Weserstraße dafür, dass eine Rechts-vor-Links-Regelung in ihrer Straße eingeführt wird, um die Autofahrer zu zwingen, in der Tempo-30-Zone vom Gas zu gehen. Bei der Stadt stößt diese Idee auf wenig Gegenliebe, da eine Tempomessung dort keine gravierenden Geschwindigkeitsüberschreitungen ergeben habe. Jetzt will sich die Bezirksvertretung II noch einmal mit dem Anliegen der Bürger beschäftigen.

„Hier ist eigentlich komplett Tempo 30, aber es wird viel schneller gefahren“, beobachtet Marcus Rattay, Anwohner der Weserstraße, seit langem. Im Bereich von der Johanneskirche, wo Aufpflasterungen die Autofahrer abbremsen, sei die Situation noch akzeptabel. Aber auf dem Stück der Weserstraße, das ziemlich breit sei und abschüssig Richtung Ruhrallee führe, beschleunigen viele Fahrer deutlich, findet Rattay, der genau an diesem Stück wohnt. Die Begründung liege auf der Hand: „Man kann die Ampel, die die Einfahrt auf die Ruhrallee regelt, von oben sehen und viele geben dann Gas, um die Grünphase noch zu erreichen.“ Viele wüssten offenbar gar nicht, dass auch in diesem Bereich weiter Tempo 30 gelte. „Wenn man schon kein Geld für Schilder hat, könnte man doch wenigstens Tempo 30 auf die Fahrbahn schreiben“, findet der Anwohner.

Anrufe bei der Stadt brachten für den Bergerhauser nur ein unbefriedigendes Ergebnis. Er wollte wissen, warum an der Weserstraße nicht, wie normalerweise in Tempo-30-Zonen üblich, eine Rechts-vor-Links-Regelung gelte und stattdessen Vorfahrtschilder an den Kreuzungen stehen. „Die Antwort war damals: Der Bus müsse an den Kreuzungen Vorrang haben. Hier fährt aber gar kein Bus“, war Rattay irritiert über die Antwort. Schon Ende 2010 wandte er sich in dieser Sache an die Bezirksvertretung II. Über seine Eingabe wurde erstmals im Mai 2011 beraten, allerdings ohne abschließendes Ergebnis. Nach einem Ortstermin mit den Politikern wurde eine Tempomessung beschlossen. Die allerdings fand zu einem Zeitpunkt statt, den die Bürger für ungünstig hielten. Nach einer längeren Baustellenphase war die Straße gerade erst wieder frei befahrbar. „Da hatten einige Autofahrer, die die Straße als Abkürzung nutzen, vielleicht noch gar nicht bemerkt, dass man hier wieder durchfahren kann“, sagt Frank Rosinger, der die Situation ähnlich einschätzt wie Rattay.

Zum Glück sei noch kein schwerwiegender Unfall passiert, vielleicht auch deshalb, weil die Eltern offenbar ihre Kinder offenbar zu besonderer Vorsicht erzogen hätten. Eine Rechts-vor-Links-Regelung an den drei Kreuzungen im unteren Bereich der Weserstraße würde die Situation jedenfalls deutlich entspannen, findet Marcus Rattay. Die Anwohner haben bereits 144 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt.

Bei der Verwaltung ist man trotz der Bedenken der Anwohner dafür, die aktuelle Regelung an der Weserstraße beizubehalten, so Stefan Schulze vom Stadtpresseamt. Man habe bei den Messungen keine extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt und auch die Polizei sehe dort keinen Unfallschwerpunkt. Da in einem Teil der Weserstraße Ampeln den Verkehr regelten, könne eine abweichende Vorfahrtregelung, nämlich „Rechts vor Links“, auf dem weiteren Stück möglicherweise zur Verwirrung der Autofahrer führen.

„Da der Verwaltung derzeit keine Finanzmittel zur Verfügung stehen und die Ergebnisse der Verkehrserhebung zeigen, dass das örtliche Geschwindigkeitsniveau zumindest tagsüber durchaus im normalen Rahmen liegt, lässt sich kein vordringlicher Handlungsbedarf ableiten“, heißt es deshalb in der Vorlage der Verwaltung für die öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung II am Donnerstag, 8. November, 16.30 Uhr, bei der Jugendhilfe, Schürmannstraße 7, wo das Thema erneut auf der Tagesordnung steht und die Meinung der Politik gefragt ist. Außerdem geht es heute um das Bürgerbegehren zur Umbenennung der Von-Seeckt- und Von-Einem-Straße sowie um Beschwerden über Lärm und Dreck im Christinenpark.

Elli Schulz



Kommentare
14.11.2012
15:39
„Hier wird trotz Tempo 30 gerast“
von Trax | #4

Tja,auch wir haben oder hatten unsere lieben Probleme mit unser ach so fürsorglichen Stadtverwaltung.Tatort ist die Bischof-Franz-Wolf-Str in Gerschede,die Leute in der Weserstr hattten zumindestens einen Orts-Termin bei uns hat man dieses so im Vorfeld abgelehnt.Begründung der Damen/und Herren ein Lacher Kein Unfall,keine Verletzten also auch keine Messung(Topographisch nicht möglich)
Das zum Thema Prävention.Würde dieser Zustand in einer Str. von einem der Ratsmitglieder vorliegen hätten sie diesen mit Sicherheit schon abgeschafft.

13.11.2012
09:59
„Hier wird trotz Tempo 30 gerast“
von Entschuldigung | #3

Entschuldigung,
aber das wissen wir doch allgemein,
gerast wird,
Menschen totgefahren auch.
und wenn mal geblitzt wird (viel zu wenig),
dan wird von allen Seiten gewarndt, Standorte preisgegeben, ...
keinverbrecherisches Handel ist durch weite Vernetzung so geschützt wie Straßenkriminalität!

08.11.2012
16:08
„Hier wird trotz Tempo 30 gerast“
von stoffel747 | #2

Natürlich wird in der Weserstraße gerast. Natürlich nicht jedes Auto/Tansporter 40 ig Tonner im Minutentakt. Als Anwohner (Höhe der 40 igern Hausnummern) habe ich leider nur meine Schadenfreude, wenn diese Raser sich am "Huckel" sich die Spoiler oder das Bodenblech ruinieren. Schlafen zur Weserstr. hinaus wird hier kaum einer. Wünschenswert wäre, aus der Weserstraße eine beidseitige Sackgasse zu machen, in der Mitte einen Pohl für die Feuerwehr Zufahrt. Aber ist ja nicht bezahlbar. Das hier nicht mehr passiert liegt wohl eher daran, das die Schulen und die Kita am Anfang der Weserstraße liegen. Würde die Ampel beim Bäcker Peter nicht sein, würde die Sache auch wieder anders aussehen. Der Zebrastreifen schräg gegenüber ist auch nicht mehr zu sehen, ich warte einfach mal ab bis was passiert. Muß ja immer erst was passieren wie man weiß.

07.11.2012
20:21
„Hier wird trotz Tempo 30 gerast“
von truckerchen | #1

Ja, so bürgernah und -freundlich sind unsere Stadtverwaltungen. Man misst zwar die Geschwindigkeiten, das aber so auffällig, dass jeder Blinder mit Krückstock den Messwagen von weitem aus sehen kann. Weiterhin unternimmt man auch nichts gegen den wild lichthupenden Gegenverkehr, welcher seine Artgenossen vor der bösen, bösen Abzockfalle warnt..

Und dann will man mit solchen Zahlen behaupten, dass nicht gerast wird?

1 Antwort
Laut Messungen wurde ja eben nicht gerast
von eimerweise | #1-1

Sie wollen der Stadtverwaltung nicht wirklich unterstellen, daß sie das Rasen unterstützt - oder? Offenbar hat sich die bestehende Situation mit der Vorfahrtsregel doch bewährt und es gab keine Personenschäden. Bei einer Änderung der Vorfahrtregelung kann also keine Verbesserung hergestellt werden, und sogar das Gegenteil eintreten.

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