Henk Reisen wird von der Band zum Solo-Projekt

Daniel Plonka hat die Stücke für das neue Album am Computer komponiert.
Daniel Plonka hat die Stücke für das neue Album am Computer komponiert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Daniel Plonka veröffentlicht das sechste Album von Henk Reisen allein. Inspiration für die elektronischen Stücke bekam er in Japan.

Essen-Rüttenscheid..  Von der Band zum musikalischen Solo-Projekt: Wenn am 12. Juni das neue Album „Hotel Sound“ von Henk Reisen erscheint, das im Internet erhältlich ist, zeichnet Daniel Plonka dafür allein verantwortlich. Der 41-jährige Rüttenscheider arbeitete dieses Mal nicht, wie noch 2011 beim Album „Changes“, mit Sängerin Petra Geldermann und Gitarrist Thorben Koch zusammen, sondern komponierte sämtliche elf Songs am Computer. „Dass die beiden jetzt nicht mit dabei sind, liegt einfach an der Art der Musik. Bei rein elektronischen Titeln spielen Gesang und Instrumente einfach keine Rolle mehr“, erklärt Plonka, Gründer und Kopf von Henk Reisen.

Die drei Musiker haben nach wie vor Kontakt, Thorben Koch designte das Cover für „Hotel Sound“. „Wir planen auch eine weitere musikalische Zusammenarbeit, aber eher auf der Pop-Ebene. Ein Name dafür ist noch nicht gefunden, einige Songs stehen aber schon“, erläutert Plonka. Henk Reisen war 2006 entstanden. Damals hatte Plonka einfach Lust, allein Musik zu machen – nach vielen Jahren in verschiedenen Bands, in denen musikalisch die 1960er-Jahre mit Soul-, Beat- und Folk-Elementen im Mittelpunkt standen. „Das Thema Sixties war irgendwann durch, meine damalige Band hatte sich gerade aufgelöst und ich war auf der Suche nach meinem eigenen Stil“, erinnert sich der Kommunikationswissenschaftler, den die Idee begeisterte, seine Ideen am Computer in elektronischen Sound umzusetzen. So entstanden dann Alben, die musikalisch eine Mischung aus Akustik und Elektronik darstellten.

Das „Henk“ im Bandnamen ist übrigens der Spitzname von Plonka: „Damals hießen viele Daniel und meine Freunde fanden, dass ich ein bisschen holländisch aussehe und nannten mich Henk.“ Der Zusatz „Reisen“ kam von einem Essener Reisebüro gleichen Namens, das damals in einer anderen Firma aufgegangen sei. „Da wurde dann der Name frei und passte halt gut“, erinnert sich Plonka.

„Hotel Sound“ ist das sechste Album von Henk Reisen. Auf dem Cover ist ein real existierende Love-Hotel in Tokio zu sehen, das Plonka auf seiner Japan-Reise Anfang 2014 entdeckte. „Das hat da allerdings nichts mit schmuddeligen Stundenhotels zu tun“, so der Rüttenscheider, der schon immer Japan bereisen wollte. „In dem Album finden sich diverse Anklänge und Inspirationen von meinem Japan-Trip wieder“, sagt der Musiker und meint damit Aufnahmen aus der Tokioter U-Bahn und Kompositionen, die er in Hiroshima und Kyoto begonnen hatte. Seine Japan-Erlebnisse bilden die inhaltliche Klammer des neuen Albums. „Die Stücke sind klingen eher entspannend“, beschreibt Plonka die Musik.

Für Plonka ist das Komponieren Teil seines Berufslebens. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit einer Teilzeitstelle im Orchesterzentrum NRW in Dortmund, wo er es eher mit klassischer Musik zu tun hat. „Die Arbeit dort ist sehr inspirierend“, findet Plonka. Hauptberuflich Musiker oder DJ zu werden, sei nie sein Wunsch gewesen. „Ich hatte einfach Angst davor, dass mir dann die künstlerische Freiheit genommen wird“, erklärt er.