Haarzopfer will für Erhalt des Grünzugs kämpfen

Werner Belker (2.v.r.) mit dem Vorstand des Kleingartenvereins Hohe Birk: (v.l.)  Friedhelm Meichsner, Peter Zitschke und Helmut Küperkoch.
Werner Belker (2.v.r.) mit dem Vorstand des Kleingartenvereins Hohe Birk: (v.l.) Friedhelm Meichsner, Peter Zitschke und Helmut Küperkoch.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Werner Belker (82) ist Sprecher der Haarzopfer Bürger, die sich gegen das Gewerbegebiet an der Hatzper Straße/A52 engagieren.

Essen-Haarzopf..  Viele Haarzopfer lehnen die Überlegungen der Stadt ab, an der Hatzper Straße/A 52 die Ansiedlung von Gewerbe zu ermöglichen. Sprecher der Bürger ist Werner Belker (82), seit 40 Jahren Haarzopfer und überzeugt, dass der rund 41 Hektar große Grünzug entlang der Autobahn nicht nur für die Lebensqualität im Stadtteil von großer Bedeutung ist. „Es gilt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, den Grünzug mit seinen Funktionen für die gesamte Stadt zu erhalten. Schließlich wurde er noch vor wenigen Jahren durch den Regionalen Flächennutzungsplan gesichert“, so Belker. Für Samstag, 16. Mai, ab 15 Uhr, ist eine Protestaktion mit Reden und Musik in der Kleingartenanlage Hohe Birk geplant.

Belker sieht seine Aufgabe darin, den Bürgerwillen gegenüber Politik und Verwaltung auszudrücken. Die Bedeutung des Gebietes können gar nicht groß genug eingeschätzt werden: Es sei Frischluftschneise und Quellgebiet, beinhalte unter Denkmalschutz stehende Gebäude, Streuobstwiesen, Wald, Ackerflächen und nicht zuletzt die Gartenanlage Hohe Birk mit knapp 400 Schrebergärten und einer großen Spielwiese, die von Familien genutzt werde.

Werner Belker ist in Essen kein Unbekannter. Der studierte Diplom-Kaufmann war kriegsbedingt in das elterliche Möbelgeschäft an der Huyssenallee eingestiegen. „2000 Quadratmeter mit modernen, skandinavischen Möbeln und tollen Mitarbeitern, das machte ja auch sehr viel Spaß“, erinnert sich der 82-Jährige. Seine drei Kinder hatten kein Interesse, den Traditionsbetrieb zu übernehmen, der daraufhin verkauft wurde.

Neben seiner beruflichen Karriere engagierte sich Belker immer auch im sozialen Bereich, war im Kirchenvorstand und im Vorstand des Einzelhandelsverbandes aktiv, organisierte die Suppenküche für Bedürftige. „Die Verbindung aus Spaß und Wirkung war mir immer wichtig“, erklärt Belker und bezieht das auch auf sein aktuelles Engagement in Haarzopf.

Von den Plänen der Stadt in Sachen Gewerbe habe er eher zufällig beim Stammtisch des Bürgervereins erfahren. Und gleich sei ihm die Aufgabe zugefallen, Struktur und Sachlichkeit in das Engagement der Bürger zu bringen, Veranstaltungen zu moderieren.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Grünfläche dort zu erhalten“, betont Belker. Er beobachte historische, politische und soziale Entwicklungen. „Wenn wir mit den Ressourcen nicht vorsichtig umgehen, steuern wir einem dramatischen Ende entgegen“, warnt Belker. Er hält die Flächenvorschläge der Verwaltung für nicht ausreichend durchdacht. „Unsere Stadt liegt mir am Herzen. Wir müssen die vorhandene Bausubstanz umwandeln“, plädiert Belker dafür, bereits versiegelte Gewerbeflächen in einen ordentlichen Zustand zu bringen und wieder nutzbar zu machen.

„Wir sind sehr gut organisiert, auch über Facebook“, sagt Belker, der auf die Unterstützung der Politiker setzt. Ihm sei wichtig, dass es quasi in jeder Straße einen Anlaufpunkt gebe. Da das Thema Gewerbeflächen im Juni im Stadtplanungsausschusses diskutiert werde, müsse man vorher Gespräche führen. Es gehe um die Rechte der Bürger, die großes Unbehagen angesichts der Pläne verspürten.