Haarzopfer Seniorenheim ist auch Treffpunkt im Stadtteil

Tim Holland vom zentralen sozialen Dienst vor dem Marie-Juchacz-Haus in Haarzopf.
Tim Holland vom zentralen sozialen Dienst vor dem Marie-Juchacz-Haus in Haarzopf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Marie-Juchacz-Haus der Arbeiterwohlfahrt will Schwellenangst nehmen. Ein Tag der offenen Tür am 26. April soll dazu beitragen.

Essen-Haarzopf..  Seit 52 Jahren ist das Marie-Juchacz-Haus der Arbeiterwohlfahrt wichtiger Teil des Stadtteillebens. Mit 133 Betten, fünf Kurzzeitpflegeplätzen und rund 140 Mitarbeitern ist das Seniorenheim für die einen Zuhause, für die anderen Arbeitsstätte.

Um den Menschen im Stadtteil die Möglichkeit zu geben, das „Marie“, wie die Haarzopfer es liebevoll nennen, kennenzulernen, gibt es am kommenden Sonntag einen Tag der offenen Tür. „So können die Bürger ganz niederschwellig die Einrichtung kennenlernen und überlegen, ob das Haus etwas für sie selbst oder für ihre Eltern wäre. „Unser Haus ist beliebt, es gibt eine Warteliste“, erklärt Tim Holland, Sozialarbeiter und zuständig für den zentralen sozialen Dienst. Viele Menschen aus der Nachbarschaft, die vielleicht keinen eigenen Garten haben, nutzten den Außenbereich, die Cafeteria oder den Mittagstisch, kämen so schon in Kontakt mit dem Haus, ohne gleich dort zu leben. Der Therapiegarten hinter dem Haus sei allerdings den Bewohnern und deren Angehörigen vorbehalten. Auch mit den nahe gelegenen Seniorenwohnungen gebe es eine Kooperation. Viele Senioren lebten erst dort und wechselten dann im Falle der Pflegebedürftigkeit ins Marie-Juchacz-Haus. Zudem biete der ambulante Dienst Betreuung für Senioren an, solange diese noch zu Hause leben könnten.

„Rund 50 Prozent der Bewohner haben auch vorher in Haarzopf oder Fulerum gelebt, bleiben auch im Alter gern in ihrer gewohnten Umgebung, behalten so ihren Bekanntenkreis, den Kontakt zu ihrer Gemeinde“, erklärt Tim Holland. Der Einzugsbereich des Hauses reiche bis ins angrenzende Mülheim-Heimaterde.

Gut eingelebt hat sich Hannelore Richter (87). 50 Jahre hat sie in Fulerum gelebt, zog dann ins Rüttenscheider Awo-Heim und ist nun froh, wieder nahe der alten Heimat zu leben. „Mal ziehen Leute aus der Nachbarschaft, mal welche aus dem Awo-Ortsverein hierher“, freut sich die Seniorin, die in einem der großen Zimmer des Hauses untergebracht ist. Nicht alle Bewohner sind noch so fit wie Hannelore Richter, die sich auch um Bewohner kümmert, denen es schlechter geht als ihr. „Das ergibt sich aus dem integrativen Wohnkonzept“, so Tim Holland. Wer im Laufe der Zeit an Demenz erkranke, müsse nicht umziehen, sondern bleibe in seiner gewohnten Wohngruppe. Für die anderen Bewohner bedeute das aber auch, dass sie den Umgang mit den Erkrankten lernen müssten. „Das ist schon eine Herausforderung“, weiß Holland aus Erfahrung.

Der Tag der offenen Tür im Marie-Juchacz-Haus der Arbeiterwohlfahrt, Auf’m Bögel 8, findet am Sonntag, 26. April, 11 bis 17 Uhr, statt. Das Haus kann in dieser Zeit besichtigt werden. Heimleitung, Pflege- und Sozialdienst, Heimbeirat und Bewohner stehen für Gespräche zur Verfügung.

Es gibt Grillwürstchen, Kaffee und Kuchen. Außerdem ist bereits ab Samstag, 25. April, bis Sonntag, 3. Mai, jeweils 11 bis 18 Uhr, die Ausstellung „800 Jahre Haarzopf“ zu besichtigen. Auch die Bewohner haben dazu in ihren Fotoalben geblättert und Bilder zur Verfügung gestellt.