Gute Vorsätze - von süßen Sünden und sportlichem Willen

Helena Wechmann-Baumgart (l.) und Mira Kaufmann.
Helena Wechmann-Baumgart (l.) und Mira Kaufmann.
Foto: FUNKE Foto Services
Während im Café Sprenger in Essen-Rüttenscheid zurzeit genauso viel genascht wird wie vor dem Jahreswechsel, freuen sich die umliegenden Fitnessstudios über Zulauf.

Essen-Rüttenscheid.. Beim Anblick bonbonbunter Petit Fours, cremiger Eclairs und zuckersüßer Marzipanschweine fällt es wohl selbst den Willensstärksten schwer, sich an die Vorsätze aus der Silvesternacht zu erinnern. Im Café Sprenger an der Rü geht aktuell nicht weniger Frankfurter Kranz über den Tresen als an anderen Tagen. Am Montagmittag ist die süße Verlockung groß, die Konditorei gut besucht. Das neue Jahr ist knapp eine Woche alt – Zeit also für ein erstes Nachhorchen, was aus den angestrebten Zielen geworden ist.

Für Manuel Koch sind gute Vorsätze kein Thema. Der 29-Jährige treibt regelmäßig Sport, achtet ohnehin auf gesunde Ernährung. „Und dann darf man sich zwischendurch auch mal etwas Süßes erlauben“, sagt der Rüttenscheider, der es damit ebenso hält wie Ruth Klemt. Aus der 65-Jährigen spricht die Erfahrung: „Früher hatte ich immer Vorsätze, war dann aber frustriert, wenn es nicht geklappt hat. Dennoch habe ich es geschafft, mir das Rauchen abzugewöhnen und etwas abzunehmen. Das geht aber nur in kleinen Schritten und nur dann, wenn man es will – und das muss nicht zum Jahreswechsel sein.“

Vorsatz in die Tat umzusetzen

Für Melanie Glade (35) hingegen ist der Jahreswechsel von Bedeutung, möchte sie 2015 einen Vorsatz in die Tat umzusetzen: „Bei mir ist es der Klassiker: mehr Sport“, sagt sie. Vor kurzem hat sie sich im Fitness-Studio angemeldet, will noch in dieser Woche dem inneren Schweinehund den Kampf ansagen. „Ich würde ja auch gern auf Süßes verzichten. Das schaffe ich aber einfach nicht“, sagt sie und lacht. Für Sport- und Fitness-Studios ist Januar häufig der umsatzstärkste Monat im gesamten Jahr.

Das hat etwa Lars Freimuth beobachtet, Personaltrainer und Filialleiter bei „Body Street“ an der Rüttenscheider Straße, das in erster Linie mit elektronischer Muskelstimulation arbeitet. „Die Anzahl der Probetrainingsanfragen ist enorm. Insgesamt ist der Januar so gut wie zwei bis drei Durchschnittsmonate zusammen“, sagt Freimuth und ergänzt: „Wir freuen uns jedes Jahr auf Januar.“

Wert auf die medizinische Begleitung gelegt

Ähnliche Erfahrungen macht zurzeit auch die Filiale von Kieser-Training an der Veronikastraße. „Zurzeit ist bei uns die Hölle los. Das hält meistens an bis etwa Mitte Februar“, sagt Trainer Andreas Freitag. Ein Großteil der Kunden ist zwischen 40 und 60 Jahre alt, legt Wert auf die medizinische Begleitung. Abnehmen sei aktuell das beherrschende Thema – umzusetzen allerdings nur, wenn man dauerhaft seinen Körper fordere. „Wir besitzen unsere Muskulatur nur aus dem Grund, um uns zu bewegen“, sagt Freitag, der gleichzeitig beschwichtigt: „Zwei bis drei Mal die Wochen, jeweils 40 bis 60 Minuten reichen ja oft schon.“

Etwas leichter und ganz ohne Muskelkater umzusetzen ist da doch einer der Vorsätze von Julia Hohendahl: „Mein Credo für 2015: mehr Liebe und mehr Zeit für Familie und Freunde.“

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