Für die Belange der Kinder
11.08.2009 | 17:40 Uhr 2009-08-11T17:40:00+0200Holsterhausen. „Die zentralen Themen in Holsterhausen sind derzeit der geplante Umzug des Jugendzentrums Papestraße, die Folgen für die Kinder vor Ort sowie die weitere Nutzung des Berufskolleg-Geländes”, sind sich die SPD-Ratskandidaten für Holsterhausen, Hans Aring und Dirk Heidenblut, einig.
„Der potenzielle Wegzug des JZE wird eine große Lücke reißen für die Kinder und Jugendlichen in Holsterhausen, auch wenn eine Ersatzlösung beschlossen wurde”, so Aring. Wo diese angesiedelt werde, wie die Räumlichkeiten ausgestattet würden und ob das Ganze durch das Jugendamt oder in freier Trägerschaft verwirklicht würde, sei derzeit noch unklar. „Wir werden das auf jeden Fall kritisch begleiten”, verspricht der Ratsherr. Die Belange der Kinder dürften nicht „irgendwo am Rande verschwinden”. Man werde sich für eine gute personelle und räumliche Ausstattung einsetzen.
Die SPD habe eine deutliche Aufstockung der Mittel für den Kinder- und Jugendbereich gefordert, wovon ein beträchtlicher Teil in Holsterhausen bleiben sollte. „Leider ist der Antrag abgelehnt worden”, bedauert Aring, der das Ziel aber nicht aus den Augen verlieren will. „Solange es keine konkreten Angebote vor Ort gibt, muss das JZE geöffnet bleiben”, fordert auch Benno Justfelder, Vorsitzender der SPD-Ortsvereins.
Im Sinne der Zukunft des Stadtteils „muss man in diesem Bereich nicht nur den Bestand sichern, sondern noch eine Schüppe drauftun”, erklärt Ratskandidat Dirk Heidenblut. Keine der bestehenden Einrichtungen wie Wichernhaus oder Falkenzentrum könne den Wegfall des JZE kompensieren. „Die vorhandenen Einrichtungen müssen aber auf jeden Fall in die Planungen einbezogen werden”, so die SPD-Vertreter. Sowohl das JZE als auch das jetzt weggezogene Berufskolleg hätten trotz ihrer zentralen Bedeutung auch im Stadtteil eine große Rolle gespielt, zum Beispiel durch die auch für andere Gruppen nutzbaren Säle. Man könne nicht sämtliche Veranstaltungen in die Weststadthalle verlagern.
Die Räume der Teiloffenen Tür (TOT) sollten für die sechste Ganztagsgruppe der Cranachschule zur Verfügung stehen und wären damit als Ersatz für das JZE unbrauchbar, so Hans Aring.
Über den Wegzug des Berufskollegs sei man erst einmal natürlich nicht erfreut gewesen. „Aber Schüler und Lehrer haben am neuen Standort eine wirklich gute Schule bekommen”, ist Aring überzeugt. In Bezug auf das Gelände herrsche Einigkeit mit den anderen Parteien, dass ein Teil bebaut und ein Teil zur Grünfläche werden solle. Heidenblut begrüßt die Initiativen von Stadtteilkonferenz und Bezirksvertretung: „Wir wollen dort keinen Discounter und keine Allerweltsarchitektur.” Ärgerlich seien aber die Verzögerungen: „Jetzt müssen wir zwei Jahre mit einer Bauruine leben, die im Jahr rund 80 000 Euro kostet”, beklagt Aring. Insgesamt sei Bildung ein zentrales Thema. „Wir wollen die Grundschulen fördern und uns für den Ausbau der qualifizierten Ganztagsbetreuung einsetzen”, betont Dirk Heidenblut.
In gutem Zustand seien Infrastruktur und Spielplätze in Holsterhausen. Davon überzeugten sich die Sozialdemokraten bei ihrer Fahrradtour zu den Spielplätzen. „Die jährliche Kontrolle hat offenbar schon etwas bewirkt”, ist Benno Justfelder überzeugt.
09:16
Was ist das für ein Journalismus in Zeiten Kommunalwahlkampfes?
Da werden einfach Statements einer Partei (siehe Artikel) abgedruckt oder über Wahlkampfplakate (Britz Reiniger) berichtet.
Kritischer Journalismus sieht ganz anders aus.
Anscheinend können sich manche Parteien Flugzettel sparen, einfach auf die Artikel in der Zeitung verweisen.