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Grün & Gruga

Frischluftschneise statt Bebauung in ehemaligen Kleingärten

21.03.2013 | 06:00 Uhr
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Der ehemalige Kleingärtner Heinrich Moormann (Mitte) ließ sich von Klaus Koglin (l.) und Johann Oppenberg die neuen Pläne erläutern.Foto: Anne Wohland

Essen-Rüttenscheid.   Die ehemalige Kleingartenanlage an der Wittekindstraße soll naturnah umgestaltet werden, nachdem die Bezirksvertretung Investorenpläne ablehnte. Ein Architekturbüro und auch die Essener Wirtschaftsförderung hätten dort lieber ein Baukompetenzzentrum gesehen.

Als der ehemalige Kleingärtner Heinrich Moormann vor kurzem aus dem Urlaub zurück kam, rieb er sich angesichts der „Mondlandschaft“ vor seiner Haustür verärgert die Augen: Grün & Gruga hatte begonnen, die einst vier Gartenparzellen an der Wittekindstraße zu „entsiegeln“. Wo bis 2011 hübsche Blumenbeete und Sträucher blühten, schauen nun ein paar kahl rasierte Baumstümpfe und Pflanzenreste aus dem Schneematsch.

Architekturbüro hatte Interesse

„Das bleibt natürlich nicht so. Wir wollen die Fläche zur nächsten Vegetationszeit 2013/2014 in eine naturnahe Grünanlage umwandeln“, verspricht Johannes Oppenberg, Abteilungsleiter Grünflächen bei Grün & Gruga, gestern beim Termin vor Ort. Die Fläche soll in den nächsten Monaten leergezogen und anschließend mit heimischen Gewächsen bepflanzt werden. Zudem sollen Sichtachsen zur parallel verlaufenden Trasse geschaffen werden. Damit wird dem Wunsch der Bezirksvertretung II Rechnung getragen, die eine Bebauung der exakt 1111 Quadratmeter großen Fläche bei einer Sitzung im vergangenen Sommer im nichtöffentlichen Teil ablehnte.

Dabei war den Pächtern wie Heinrich Moormann, der den Kleingarten mit seiner Frau Ursula 25 Jahre bewirtschaftete, auch auf Drängen der Essener Wirtschaftsförderung (EWG) zum November 2011 gekündigt und eine entsprechende Entschädigung gezahlt worden. Der EWG lag damals bereits das Angebot eines potenziellen Investors vor: Ein Rüttenscheider Architekturbüro hatte Pläne für ein Baukompetenzzentrum vorgelegt. „Das Gebäude hätte eine städtebauliche Brücke zwischen Wohnbebauung und den Bürogebäuden an der Wittekindstraße geschlagen“, sagt Diplom-Ingenieur Klaudius Probierz, der sich bei der EWG unter anderem um die gewerbliche Entwicklung des Essener Südens kümmert. „Natürlich wäre mir die Bebauung lieber gewesen. Sie ist aber am Votum der Politik gescheitert“, sagt Probierz. Da sich die Bezirkspolitiker einstimmig gegen die Pläne aussprachen, hatte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung gar nicht mehr mit dem Thema befasst.

„Wir haben uns gegen die Bebauung eingesetzt, da diese Frischluftschneise für Rüttenscheid sehr wichtig ist. Das geht auch aus einem Plan der Stadt Essen hervor“, sagt Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt.

Heinrich und Ursula Moormann freuten sich gestern über die Pläne für neues Grün vor ihrer Haustür - wenngleich sie kritisieren, dass das Gelände so lange sich selbst überlassen wurde. Schließlich hätten die Rentner es durchaus noch für ein paar Jährchen gepflegt, wäre ihnen nicht gekündigt worden. Nun wird sich Grün & Gruga kümmern. „Rüttenscheid ist einer der dicht besiedeltsten Stadtteile Deutschlands - mit sehr wenigen Grünflächen. Aus klimatischer Sicht ist das die beste Lösung“, sagt Johannes Oppenberg.

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Jennifer Schumacher

Kommentare
21.03.2013
15:29
Frischluftschneise statt Bebauung in ehemaligen Kleingärten
von humor | #2

Hätte die Stadtverwaltung vor der Kündigung der Kleingärten die Politik befragt, wäre dem Steuerzahler eine Menge Geld erspart geblieben: Statt weiterhin Pacht zu kassieren, wurden mehrere Tausend Euro für Entschädigung ausgegeben, weiter zahlt die Stadt für die Entsiegelung und die Aufforstung bestimmt weit über 10.000 Euro: also ein Schildbürgerstreich!!!!!
Auch scheint niemand sich die Situation vor Ort angesehen zu haben. Denn an der Wittekindstr. gibt es außer Wohnbebauung nur bei der Nr. 1 ein Bürogebäude und nicht hinter Nr. 21!!!!

21.03.2013
14:59
Cui bono?
von eimerweise | #1

Unglaublich. Eine Entscheidung, die der reinen menschlichen Vernunft entsprungen sein könnte. Ein Gewinn für alle.
Hä? Ein Gewinn für alle? Wem nutzt das? Wer profitiert davon? Kann man damit Geld generieren? Warten wir es ab.

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2013-03-21 06:00
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