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Gourmetmeile

Freiluft-Küche mit Herz auf Rüttenscheider Gourmetmeile

02.08.2012 | 18:50 Uhr

Essen-Rüttenscheid.   Ein Abend auf der Gourmetmeile hinterm Stand des „Brenner“: „Rü Genuss Pur“ ist für viele Gastronomen Abwechslung und Fulltime-Job zugleich. Die Veranstalter können nach den ersten beiden Tagen eine positive Bilanz ziehen - tausende Besucher strömten bereits auf den Messeparkplatz.

„Ham’ Sie auch Currywurst?“, fragt eine etwas ältere Dame am Stand des „Brenner“ , während vor ihren Augen Köstlichkeiten wie Lamm-Buletten, Blutwurststrudel an Rahmsauerkraut und Gnocchi mit Ziegenfrischkäse und Kirschtomaten zubereitet werden. Die alten „Meilenhasen“, wie Franz Bischoff sich und sein Team nennt, sehen’s gelassen. Von Zollverein über „Essen verwöhnt“ in der Innenstadt bis eben hin zu „Rü Genuss Pur“ ist die Traditionsgaststätte von der Hedwigstraße erprobt in Sachen Gourmetmeile. „Das ist richtiges Front- Cooking, wie es auf Neudeutsch so schön heißt“, scherzt Franz Bischoff. Die Currywurst wird am Sonntag zum Frühschoppen angeboten, mit einem Glas feinstem Moët versteht sich. Bis es soweit ist, sollen aber erst unzählige Lämmer, Gnocchi und Lachse in die Mägen der Besucher wandern, die schon am Eröffnungstag in Scharen zum Messeparkplatz strömen.

Lange hat sich Alexander Bischoff, der den „Brenner“ mit seinem Bruder Daniel 2010 von den Eltern Franz und Marita übernahm, Gedanken über seine Speisekarte gemacht. Am Ende steht eine gute Mischung aus traditionell-deftiger und modern-mediterraner Küche. „Ich hätte es bestimmt etwas anders gemacht. Aber mit den beiden Jungs ist frischer Wind bei uns reingekommen, die machen das richtig gut“, lobt Franz Bischoff, der natürlich trotz Ruhestand hinterm Stand wirbelt.

Anstoßen mit Gästen - ausnahmsweise

Alexander Bischoff vom Traditionshaus Brenner. Foto: Sebastian KonopkaFoto: WAZ FotoPool

Fast im Minutentakt hebt Bischoff seine Hand zum Gruße, gleichzeitig kommt ihm ein lockerer Spruch über die Lippen. Der Gastronom kennt fast jeden hier, könnte man meinen. Die Atmosphäre im Team ist entspannt, ausnahmsweise darf hier auch mit den Besuchern angestoßen werden - im „Brenner“ ist Alkohol während der Arbeitszeit tabu.

„Die Gourmetmeile ist eine schöne Abwechslung. Außerdem kann man als Koch den Gästen auch ausnahmsweise mal beim Essen zusehen“, sagt Alexander Bischoff. Dafür musste er schuften: Drei Tage lang stand der 34-Jährige in der Küche, um die Gerichte vorzubereiten. Über Zahlen mag er freilich nicht sprechen. Ein Blick in den Kühlwagen verrät aber, dass wohl keiner der Gäste hungrig den Heimweg antreten muss.

Gegen 20 Uhr knubbelt es sich spürbar auf dem überschaubaren Parkplatz, der dank edler Zelte, Blumenbouquets, Rollrasen und roter Teppiche gar nicht mehr als solcher zu erkennen ist. Das bekommt auch das „Brenner“-Team zu spüren. Die Gnocchis gehen weg wie nichts; immer wieder nehmen die italienischen Kartoffelklößchen ein Bad in der mit Tomatensoße und Babyspinat gefüllten großen Schwenkpfanne. Auch der Ofen läuft auf Hochtouren, alle 25 Minuten hievt Mitarbeiter Andreas Mathey, der gemeinsam mit Ehefrau Beate zum festen Stamm des „Brenner“-Teams gehört, die schweren Strudel-Bleche heraus.

Deftiges Frühstück schafft Grundlage für die Gourmetmeile

Da ist es gut, dass wenig später Katharina Bischoff um die Ecke kommt. Im Gasthaus war heute nicht allzu viel los, „die meisten unserer Stammgäste sind hier“, sagt die Ehefrau von Daniel Bischoff. Am Stand dafür umso mehr. Mitarbeiterin Anika bringt jetzt wie am Fließband dreckiges Geschirr hinters Zelt. Jeder Gastronom hat dort eine Servicestation. Jungs wie Martin und Onur kommen regelmäßig mit ihrem Wägelchen vorbei und fahren zurück zur Waschstraße. Gläser und Bestecke werden direkt auf dem Gelände gespült, die Teller holt eine Servicefirma ab.

Rüttenscheid genießt

Anika ordert indes immer wieder Eis für die vielen Weinkühler nach. Wie viele Liter bei noch immer gefühlten 30 Grad durch trockene Kehlen fließen, vermag sie nicht einmal zu schätzen. Ob man bei dem Stress nicht selbst Hunger bekommt? „Wir nehmen uns morgens immer Zeit für ein deftiges Frühstück. Das ist wichtig“, sagt Alexander Bischoff. Heute Abend wird er wohl nicht mehr in der Küche stehen, dafür stellt er sich vor dem Wochenende auf eine Nachtschicht am Herd ein. Wenn es so läuft, wie am ersten Abend, wird das auch nötig sein. „Ich bin sehr zufrieden“, zieht Bischoff Bilanz. Auch Organisator Werner Rezepucha kann durchatmen, nach dem Stress der vergangenen Tage freut er sich über eine rappelvolle Meile. „So kann’s bleiben“, freut er sich. Gegen 22.30 Uhr, die letzten Lieder von Sänger Teddy Schmacht sind gerade verklungen, wird es zum ersten Mal richtig ruhig auf dem Platz. Sogar die Bischoffs halten in ihren Aufräumarbeiten kurz inne, als zu Musik von Metallica und Ich+Ich ein fast zehnminütiges Feuerwerk den Rüttenscheider Himmel erleuchtet. Genießen kann man schließlich auch mit den Augen.

Von Jennifer Schumacher

Kommentare
04.08.2012
10:21
Freiluft-Küche mit Herz auf Rüttenscheider Gourmetmeile
von Lubby100 | #2

Oh , oh, Jessica ! Was ist das denn für ein Werbeartikel?klingt ja wie bestellt!es gibt doch 23Gastronomen bei Rü Genuss pur, aber nur dieser eine...
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Freiluft-Küche mit Herz auf Rüttenscheider Gourmetmeile
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