Evag-Kunden beklagen Verspätungen auf U17-Linie

Die Verspätungen der U 17 sind für die Bahnfahrer nur schwer nachzuvollziehen. Unzufriedenheit und Ungewissheit häufen sich bei den Fahrgäste.
Die Verspätungen der U 17 sind für die Bahnfahrer nur schwer nachzuvollziehen. Unzufriedenheit und Ungewissheit häufen sich bei den Fahrgäste.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nutzer der U-Bahnlinie 17 in Essen stellen in letzter Zeit mehr Ausfälle fest. Die Gründe sind für die Evag-Kunden oft nicht ersichtlich.

Essen.. „Verspätung“ oder auch „Verspätung wegen hohen Verkehrsaufkommens“. Diese Worte auf der Anzeigetafel an seiner U-Bahnstation sind Marcel Wolff gut bekannt. Ein Ärgernis, findet der Holsterhauser. Noch viel ärgerlicher allerdings sind die Folgen für ihn. „Oft hat die U 17 auf dem Weg zur Arbeit Verspätung. Manchmal fällt die Bahn auch ganz aus“, so Wolff. Die Fahrzeiten gerade morgens gegen halb neun seien oft unberechenbar. Was meist relativ sicher sei, sei eine Verspätung, die sich auch gerne mal ausweite.

„Aus fünf Minuten werden auch schon einmal zehn“, erklärt er. Die Anzeigentexte zur Erklärung findet er dabei sehr undurchsichtig. Zwischen den Zeilen zu lesen sei schwierig. „Ich frage mich, was zum Beispiel die Begründung ,Verspätung wegen hohen Verkehrsaufkommens’ soll. Auf der Linie fährt doch nur die U 17 und der Reisende kann bei solchen Texten schlecht abschätzen, ob sich die Fahrt eventuell noch weiter verzögert, als bereits angekündigt und man sich lieber schon um eine Alternative kümmern sollte“, so der Evag-Kunde.

Viele Engpässe

Andere Leser berichten von zusätzlichen Unzuverlässigkeiten abseits der morgendlichen Stoßzeiten mit der U 17 in Richtung Margarethenhöhe. „Nicht nur morgens im Berufsverkehr gibt es oft Engpässe und Verspätungen, was die U 17 betrifft. Auch abends auf dem Weg zu privaten Verabredungen und sogar nachmittags sind die Gründe für Verspätungen für die Fahrkunden oft nicht ersichtlich. „Die Situation hat sich gerade in den vergangenen Wochen ziemlich verschärft“, so eine Leserin.

50.000 Fahrgäste täglich

Speziell auf der Strecke der U 17 sieht Olaf Frei, Pressesprecher der Evag, jedoch kein generelles Problem. „Auf der Strecke der U 17 gibt es täglich etwa 100 Fahrten in jede Richtung, also zusammen 200 Fahrten. Allein rund 50.000 Menschen fahren täglich mit der Bahn im Nordast, da kann es etwas enger werden“, beschreibt er die Situation auf der Strecke. Die Anzeigentexte „Betriebsstörung“ könnten sich auf viele Störungsarten beziehen, wie etwa Störung an Weichen oder auch Signalstörungen. „Was allgemein auf den Linien eine Rolle für Verspätungen spielen kann, ist, dass wir sehr auf die Instandsetzung der Bahnen achten. Jahreszeitlich bedingt gibt es auch bei uns in den Werkstätten und bei den Fahrern einen höheren Krankenstand, das kann sich auch auf die täglichen Einsätze auswirken“, so Frei. Was beim Kunden letztendlich ankommen müsse, sei nicht vorrangig der genaue Grund, sondern die Information über die Verspätung oder den Ausfall.

Speziell bei der U 17 sei insgesamt eine Pünktlichkeit von mehr als 90 Prozent zu verzeichnen. „Die U 17 ist eine lange Linie, im Herbst können sich schon einmal Blätter zwischen die Weichen setzen und so Störungen und folgend Verspätungen verursachen, das ist jetzt aber kein Thema“, sagt er. Zurzeit seien Beschwerden über die Linie bei der Evag aber vereinzelt und würden daher als subjektive Wahrnehmungen eingestuft.