Das aktuelle Wetter Essen 2°C
Modedesign

Essener Designer macht Mode für Beth Ditto und Helge Schneider

30.10.2012 | 06:00 Uhr
Funktionen
Essener Designer macht Mode für Beth Ditto und Helge Schneider
Hauptsache nicht von der Stange: Designer Frank Herzberg.Foto: Jan Dinter

Essen.   Designer Frank Herzberg gab seinem Label „Neon Elektrisch“ vor sieben Jahren im Südviertel ein Zuhause. Beth Ditto und Helge Schneider gehören zu Kunden, ebenso wie der Essener DJ und Clubbetreiber Kay Shanghai. Die Mode des Deutsch-Briten ist extrovertiert - und lässt sich in keine Schublade stecken.

Er steckt Hooligans in Maßanzüge, näht verspielte Rüschen an Achtziger-Jahre-Shirts und verziert Lederjacken mit kleinen Monstern: Für die Mode von Frank Herzberg gibt es keine Schublade. Wer die kleine Boutique an der Rellinghauser Straße betritt, der will von Konventionen nichts wissen.

Vor sieben Jahren eröffnete der 37-Jährige den Laden und gab damit gleichzeitig seinem eigenen Label „Neon Elektrisch“ eine Plattform. Was von außen wie ein harmloser Second-Hand-Shop anmutet, ist alles andere als das: So haben es die extravaganten Stücke des Deutsch-Briten schon in die Kleiderschränke von Mode-Ikonen wie Beth Ditto, Pete Doherty , Kate Moss und Radiohead geschafft.

„Ich will mich emanzipieren und nicht nur ein Schein der Modeindustrie sein“, sagt Herzberg, der als Kreativberater mehrere große Labels betreute, ehe er sich von den starren Gesetzen der Modewelt gänzlich befreite. „Wer entscheidet, was untragbar ist?“, fragt er kopfschüttelnd und verweist auf ein Kleid, dessen Grundlage ein Torwarttrikot aus den Neunzigern war.

Alte Stoffe umkrempeln

Herzberg kauft gezielt alte Stoffe und Kleidungsstücke auf, um sie schließlich wortwörtlich umzukrempeln und ihnen neue, aktuelle Schnitte zu verpassen. Seine Kunden sind entsprechend extrovertiert: DJ und Clubbetreiber Kay Shanghai gehört dazu und auch Starkoch Nelson Müller sowie Frontmann Mille der Metal-Band Kreator schauten schon vorbei.

Helge Schneider entschied sich bei einem Spontanbesuch im Südviertel für eine Lederjacke, die ebenso ausgefallen ist, wie sein Lebensstil.

Parallel dazu verkaufte Herzberg seine Mode anfangs auch in England, wo sein Bruder Boutiquen in London, Birmingham und Manchester betreibt. „Pete Doherty entdeckte dort ein T-Shirt von mir, dadurch nahmen die Dinge seinen Lauf“, erinnert sich Herzberg.

„In Berlin oder Hamburg würde ich nicht mehr auffallen“

Die Liebe brachte ihn schließlich nach Essen, wo er im Südviertel den idealen Standort für seinen Laden ausmachte. „In Berlin oder Hamburg würde ich nicht mehr auffallen. Das Ruhrgebiet hat noch eine Menge Potenzial - auch, wenn es lange noch nicht soweit ist, wie es bei der Kulturhauptstadt den Anschein machen wollte“, sagt Herzberg, der in Birmingham und Deutschland aufwuchs.

Aus beiden Kulturen und verschiedenen Stilrichtungen pickt er sich heraus, was ihm gefällt: Da gesellen sich in dem kleinen Laden Roboter und Comic-Figuren zum britischen Ledersofa, thront ein alter Plattenspieler über Mary-Poppins-Schuhen und Sneakern aus den Siebzigern. „Mich kann man nie richtig einordnen“, sagt Herzberg und lacht. Er will nicht die großen Laufstege sondern die Menschen erreichen. Diejenigen, die wie er einfach anders sind und die Welt ein bisschen offener und verrückter machen wollen.

Jennifer Schumacher

Kommentare
31.10.2012
16:17
Essener Designer macht Mode für Beth Ditto und Helge Schneider
von dschidschi5 | #1

Na, ob das jetzt soo eine Empfehlung ist, Mode für Beth Ditto zu machen - ich weiss nicht.....

Aus dem Ressort
Wie Essen vor 100 Jahren das begehrte Bredeney umwarb
Geschichte
Nach nur kurzer Unabhängigkeit wollte der reiche Stadtteil zunächst nicht eingemeindet werden. Aber Krupp hatte Expansionspläne.
Warum ein Essener überhaupt nichts mehr trinkt
Rohköstler
Jenni Auer und Stefan Rüsing ernähren sich von Rohkost. Ethische und gesundheitliche Gründe führten dazu. Nur Obst und Salat sorgen für Flüssigkeit.
Weniger ist mehr – in der „Rütteria Lorenzo“
Gastro-Kritik
Ein Besuch in der „Rütteria Lorenzo“in der ehemaligen Kultkneipe „Gasse“ (später die Brille) amSheraton-Hotel.
Gegenwind für dauerhafte Asyl-Behelfsheime in Essen
Asylpolitik
Die Idee des Sozialdezernenten, Laufzeiten für Einrichtungen zu verlängern, sorgt in Stadtteilen und bei Flüchtlingsorganisationen für Unruhe.
Beginenhof öffnet mit „Machwatt“ einen Raum für Ideen
Soziales
Mit „Machwatt“ öffnet der Beginenhof sein ehemaliges Café für alle mit Ideen. Denn die Nachfrage nach günstigen Räumen im Stadtteil ist groß.
Fotos und Videos
Neujahrsempfang der IGR
Bildgalerie
Rüttenscheid
Schulorchester bei Manowar
Bildgalerie
Konzert-Bilder
Villa Hügel früher und heute
Bildgalerie
Villa Hügel
article
7242572
Essener Designer macht Mode für Beth Ditto und Helge Schneider
Essener Designer macht Mode für Beth Ditto und Helge Schneider
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/essen/sued/essener-designer-macht-mode-die-in-keine-schublade-passt-id7242572.html
2012-10-30 06:00
Helge Schneider,Pete Doherty,Mode,Designer,Beth Ditto,Radiohead,Essen,Südstadt
Süd