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Kultur

Ein Mann der leisen Töne

13.10.2009 | 18:17 Uhr

Rüttenscheid. „Ja, ich bin ein politischer Mensch”, sagt Daniel Khanavkar über sich selbst. Wer in der letzten Zeit in Rüttenscheider Kneipen wie Sailor's Pub oder Cafe del Mar unterwegs war, dem ist der Sänger, Songwriter und Gitarrist vielleicht aufgefallen.

Er sei kein Typ für „Ballermann-Musik”, bevorzuge die leisen, hintergründigen, gesellschaftskritischen Töne, betont der Musiker. Geboren ist Daniel Khanavkar in Indien, in der Nähe von Bombay. Wann das war? „Ach, das Alter spielt keine Rolle, das habe ich vergessen, so um die 60”, schmunzelt der Sänger. Eigentlich sei er Weltbürger, habe schon viele Länder gesehen. Vor 15 Jahren kam er nach Deutschland, erst nach München, dann nach Essen. „Ich wollte das Land und die Menschen kennenlernen”, erinnert sich der Wahl-Rüttenscheider.

Seine musikalischen Fähigkeiten hat sich Khanavkar selbst beigebracht. „Eigentlich sollte ich Medizin studieren, aber Ärzte gibt es schon genug, nicht aber Menschen, die einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten wollen und ihr Anliegen auch glaubhaft 'rüberbringen”, sagt er. Dazu brauche es eine Mischung aus Mut und Intelligenz. „Es gibt nur eine Welt, in der wir friedlich zusammenleben sollten. Wenn man mit dem, was man tut, etwas erreichen kann, ist das eigene Leben nicht so wichtig”, ist er überzeugt.

Mit 18 Jahren sei er vielleicht zu naiv an die Sache herangegangen, aber bereut habe er nichts, obwohl auch er selbst viel Neid und Vorurteile zu spüren bekommen habe. „Aber zum Glück gibt es auch viele Menschen, die mich immer unterstützt haben”, sagt der „Weltmensch”, wie er sich selbst bezeichnet. „Ich passe halt nicht in eine Schublade.”

Zu seinen Auftritten in Kneipen, bei Familien- oder Firmenfeiern bringt Daniel Khanavkar seine komplette Ausrüstung mit einer sechs- und einer zwölfsaitigen Gitarre, Verstärker und Mikrofon mit. Er singt bevorzugt Coverversionen aus den 70er und 80er Jahren, Lieder von Bob Dylan, Simon and Garfunkel oder Cat Stevens mit politischen, gesellschaftskritischen Texten.

Wie diese Musiker engagiert sich Daniel Khanavkar gegen Krieg, Armut und Vorurteile, will sich bewusst von seichter Partymusik absetzen und Songs mit Niveau präsentieren. „Ich bin aber kein Moralprediger, der mit dem erhobenen Zeigefinger herumläuft. Die anderen können machen, was sie wollen, nur ist das halt nicht meine Welt”, sagt der hauptberufliche Musiker, der keinen Alkohol trinkt, gerne kocht und früher oft Entspannung beim Angeln suchte.

Bei seinen Auftritten bestreitet er durchaus einen ganzen Abend musikalisch. „Wer mich engagiert, kann aus rund 2000 bis 3000 Titeln auswählen, die ich so drauf habe”, berichtet er. „Mir ist es wichtig, dem Original so nah wie möglich zu kommen”, erläutert er seine Auffassung von Cover-Musik. „Kompromisse sind nicht mein Ding, auch was die Ausrüstung angeht.” Und so sei er froh gewesen, dass man ihm in einem Bochumer Musikgeschäft bei der Anschaffung seines Instruments entgegen gekommen sei.

Daniel Khanavkar tritt immer allein auf. „Es ist schwer, jemanden zu finden, mit dem man zusammenarbeiten kann”, weiß er aus Erfahrung. Einzelkämpfer war der Musiker übrigens auch in seiner aktiven Zeit als Badminton-Spieler, als er im Herren-Einzel antrat. Noch heute ist er als Spieler und Trainer in dieser Sportart aktiv.

Doch seine Leidenschaft gehört eindeutig der Musik, davon können sich die Zuhörer bei seinen Auftritten überzeugen.

Elisabeth Schulz

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