Ein lang angekündigter Rücktritt
03.01.2012 | 18:31 Uhr 2012-01-03T18:31:00+0100
Rüttenscheid. Um die Amtsaufgabe von Bezirksbürgermeister Michael Th. Roy (SPD) rankten sich in den letzten Monaten viele Spekulationen. Klare Worte vermissten viele - eine Analyse.
Michael Th. Roy geht. Der SPD-Mann stellt sein Amt als Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk II zur Bezirksvertretungssitzung am 26. Januar zur Verfügung. Die einen werden hoffen, dass die BV ohne Roy, der stark polarisierte, wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt, dass Sachdiskussionen wieder die Oberhand über persönliche Scharmützel gewinnen. Die anderen werden ihn als Stichwortgeber vermissen, der die Emotionen bei Themen wie Bewohnerparken oder Samstagssperrung der Rü hochkochen ließ und so die Diskussionen im Stadtteil lebendig hielt.
Barnscheidt kandidiert
Seit Oktober wurde munter spekuliert: Tritt Roy, der nach der Kommunalwahl im August 2009 mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linke ins Amt des Bezirksbürgermeisters gewählt worden war, zurück? Und wenn ja, wann? Roy selbst, den es beruflich nach Süddeutschland zieht, dementierte nicht, brachte aber auch kein Licht ins Dunkel. Er verwies darauf, zu gegebener Zeit von sich hören zu lassen - was er jetzt in Form eines Briefes (Wortlaut siehe Kasten) an die Bezirksvertretungskollegen auch tat.
Viele rechneten damit, dass Roy bereits in der Dezember-Sitzung der Bezirksvertretung zurücktreten würde. Wenn er Anfang 2012 seinen neuen Job antrete, könne er seine Aufgaben in Essen ja nicht mehr erfüllen, so die Vermutung. Doch: Nichts geschah, Roy hielt sich bedeckt, ließ den auf der Dezember-Sitzung der BV bereits verankerten Punkt „Neuwahl des Bezirksbürgermeisters“ wieder von der Tagesordnung streichen.
Dass Roy erst jetzt, am 1. Januar, seinen Rücktritt als Bezirksbürgermeister zum 25. Januar und die Rückgabe des Mandats als Bezirksvertreter zum 31. Januar ankündigte, brachte Freund und Feind in eine schwierige Lage. Wurde doch schon im Oktober auf Basis sicherer Informationen spekuliert, dass Gerhard Barnscheidt, seit zwölfeinhalb Jahren für die SPD in der BV II, Nachfolger werden könnte. Was aber weder er, noch die SPD-Fraktion oder gar die Koalitionspartner bestätigen wollten - verständlich, denn Roy hatte seinen Rücktritt ja noch gar nicht erklärt.
Jetzt steht fest: Die SPD wird Barnscheidt für das Amt vorschlagen, die Wahl des Bezirksbürgermeisters ist Punkt eins der Tagesordnung bei der BV-Sitzung am 26. Januar. Und Roy kann seinen Nachfolger mitwählen, ist er doch als Mandatsträger noch bis zum Monatsende stimmberechtigt. „Ja, ich würde das Amt übernehmen“, bestätigt Barnscheidt jetzt. Der 66-jährige Stadtwälder ist Pensionär, verfügt über genug Zeit und politische Erfahrung für die „anspruchsvolle und zeitintensive Tätigkeit“, wie er selbst das Amt beschreibt.
Ob die CDU einen Gegenkandidaten/-kandidatin ins Rennen schickt, bleibt offen. Man wolle sich erst zusammensetzen, das weitere Vorgehen abstimmen. „Kein Kommentar vor der BV-Sitzung“, erklären Fraktionssprecher Heinz-Leo Draese und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Heidemarie von Münchhausen. Bei der CDU ist man offenbar vorsichtig geworden. Von Münchhausens öffentlich geäußertes Interesse am Amt der Bezirksbürgermeisterin hatte im Oktober für Irritationen in der eigenen Fraktion gesorgt.
Wer Bezirksbürgermeister wird, entscheidet sich erst am 26. Januar, auch wenn die Mehrheitsverhältnisse für Barnscheidt sprechen.
Klar ist dagegen, wer am 23. Februar, in der übernächsten Sitzung, Roys Mandat als SPD-Bezirksvertreter erbt: „Jan Gebhardt ist der Huckepack-Kandidat von Roy“, so der Verwaltungsbeauftragte Bernd Kothe.
13:19
Das sehe ich auch als recht eigenartig an - wer will solch eine Person denn in seinen Reihen sehen ? Zu dem Mann fällt mir rein gar nichts positives ein - tut mir leid !
09:41
Wo geht denn ein beruflich so abgehalfteter Typ hin? Außer in öffentliche Einrichtungen oder in irgendwelchen Verbänden kommt der doch nirgends mehr unter. In der freien Wirtschaft wäre der meiner Meinung nach mit seiner einschlägigen "Karriere" und seinem Leumund nicht mehr vermittelbar,