Ein Bücherschrank für Haarzopf

Sieben Ehrenamtliche kümmern sich um den Bücherschrank in der Neuen Mitte Haarzopf, den Gisela Figgen (l.) initiiert hat.
Sieben Ehrenamtliche kümmern sich um den Bücherschrank in der Neuen Mitte Haarzopf, den Gisela Figgen (l.) initiiert hat.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gisela Figgen vom Bürgerverein hatte die Idee und suchte Sponsoren für den Bücherschrank, der jetzt in der Neuen Mitte eingeweiht wurde.

Essen-Haarzopf..  Wer gern liest, wird ab sofort in der Neuen Mitte Haarzopf an der Fulerumer Straße fündig: Auf Anregung von Gisela Figgen, stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins Haarzopf-Fulerum, steht jetzt ein Bücherschrank vor der Sparkasse in dem Geschäftszentrum. „Der Platz schreit förmlich nach einem Bücherschrank. Gerade bei gutem Wetter werden die Sitzgelegenheiten vor den Läden sehr gut angenommen und die Besucher werden bestimmt gern mal im Bücherschrank stöbern“, sagt die 69-Jährige, die seit 18 Jahren in Haarzopf wohnt und früher als Kulturreferentin im Wohnstift Augustinum tätig war. „Seit fünf Jahren bin ich im Ruhestand. Seitdem lebe ich wirklich hier und möchte gern mitgestalten“, begründet sie ihr Engagement.

Die Bücherschränke am Ehrenzeller Platz in Altendorf (seit November 2013) und am Rüttenscheider Stern (seit Oktober 2014) und besonders vor dem Grillo-Theater in der Innenstadt (seit Dezember 2009) seien bereits gut angenommen worden. „Warum sollte das in Haarzopf nicht auch klappen?“, hofft Gisela Figgen auf rege Tauschaktivitäten. Das Ganze funktioniert nach dem Solidaritätsprinzip, das heißt, wer Bücher herausnimmt, sollte auch welche hereinstellen. Aber: „Ob man die Bücher zurückbringt, behält oder weitergibt und ob man neue hereinstellt, entscheidet am Ende jeder für sich“, so Figgen. Sie selbst sorgte für den Grundstock an Büchern. „Ist doch zu schade, dass man ein Taschenbuch nur einmal liest und es dann herumliegt“, sagt die Haarzopferin. Vor einem Jahr hatte sie die Idee, einen Bücherschrank zu installieren, stellte das Projekt dem Bürgerverein vor – und überzeugte die Mitglieder am Ende. „Es gab anfangs schon Bedenken, ob ein Bücherschrank nötig sei, ob er wohl angenommen werde und wie teuer das Ganze sei“, erinnert sich Gisela Figgen.

Sie holte mit der Sparkasse und dem Eigentümer der Neuen Mitte Sponsoren mit ins Boot, um die Kosten von knapp 5000 Euro zu stemmen. Mit dem Geld konnte der Schrank finanziert und vor drei Tagen das Fundament dafür gegossen werden. Der Schrank bietet Platz für 200 bis 250 Bücher vom Roman bis zum Sach- oder Kinderbuch. „Wir wollen eigentlich das untere Fach für Kinder einrichten, damit sie da auch dran können“, so Horst Holtwiesche, Vorsitzender des Bürgervereins.

Ein Team von sieben Leuten wird gemeinsam mit Gisela Figgen den Bücherschrank betreuen und sauberhalten, darauf achten, dass keine radikalen Schriften eingestellt werden, bei Bedarf Schäden beheben oder dem Vorstand des Bürgervereins melden. „Das Tolle ist ja, dass es keine Öffnungszeiten gibt: Wer nachts nicht schlafen kann, holt sich ein Buch“, freut sich Gisela Figgen, für die Lesen zum Leben gehört.