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Die Schönheiten Italiens

10.09.2009 | 17:23 Uhr

Bredeney. Toskanische Weinberge, alte Gemäuer auf Sizilien, die schroffen Küsten Sardiniens: Wenn sie ein Motiv reizt, packt Ilse Straeter ihr Anglerstühlchen aus und beginnt an Ort und Stelle zu malen.

Unter dem Motto „Italien" stellt die Essener Künstlerin ab Sonntag, 13. September, in der Galerie Bredeney ihre Aquarelle und Pastelle aus, die während ihrer Reisen nach Sardinien, Sizilien und in die Toskana in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind.

Mit Klappstuhl

„Ich liebe es, vor Ort zu malen, von Düften und Wind umgeben", erzählt Ilse Straeter. Den leichten Klappstuhl hat sie auf ihren Touren in die Umgebung immer im Rucksack mit dabei, die fertigen Bilder im handlichen Format verstaut sie anschließend in den Packtaschen ihres Fahrrades. Oft malt sie zwei bis drei Bilder am Tag, manchmal nur eines. Ob es die Türme von San Gimignano in der Toskana sind, alte Leuchttürme an der sizilianischen Küste oder malerische Strand- und Stadtansichten - die Malerin versteht es, den Charme eines jeden Ortes auf besondere Weise in ihren Bildern einzufangen.

„Das Licht in den verschiedenen Gegenden Italiens ist unterschiedlich", weiß sie. „Und manchmal muss ich zu einer anderen Tageszeit an einen Ort zurückkehren, um eine bestimmte Stimmung malen zu können." Je nach Motiv entscheidet sie sich für Aquarell- oder Pastellfarben. „Bei Aquarellen kann man nichts Helles auf dunklem Grund malen, bei Pastellfarben geht das", erklärt sie. Für das Bild eines Olivenhains hat sie deshalb beispielsweise grüngraues Papier verwendet, das immer wieder durchschimmert. Die lieblichen Hügel der Toskana wirken oft am schönsten in leichten, wässrigen Aquarellfarben.

Dass häufig Passanten stehen bleiben und ihr beim Malen über die Schulter schauen, stört Ilse Straeter nicht. „Die meisten machen mir Komplimente", sagt sie lächelnd. Wenn sie gefragt wird, wie lange sie für ein Bild braucht, lautet ihre Antwort meist: „Das dauert 20 Jahre." Tatsächlich hat sie ein Bild im Format 30 mal 30 Zentimeter in einer halben bis einer Stunde fertig. „Aber man braucht viel Erfahrung, um es so schnell hinzubekommen", betont sie.

Aquarellmalerei gehöre nicht ohne Grund zu den künstlerischen Königsdisziplinen: „Man muss kalkulieren, wohin die Farben fließen und oft erst etwas trocknen lassen, bevor man weitermalt", erklärt die Künstlerin. Ihre fertigen Werke wirken zart und leicht, doch gerade in dieser Einfachheit liegt großes Können. Was einmal auf dem Papier ist, lässt sich nicht mehr übertünchen - jeder Pinselstrich muss wohl bedacht sein. Dennoch sagt Ilse Straeter: „Ich bemühe mich, mit Schwung zu malen."

Das ist nicht nur ihren Landschaftsbildern anzusehen: In einer neuen Serie von Stillleben verwendet Ilse Straeter die Brottüten italienischer Dorfbäcker als Hintergrund - die bei Picknicken während der Reise verzehrten Brote hat sie mit Ölpastellfarben so originalgetreu auf oder in die Tüten gemalt, dass man als Betrachter gerne hineinbeißen möchte.

Sonja Mersch

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