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Der Abschlepp-Haken droht

12.06.2012 | 18:56 Uhr
Der Abschlepp-Haken droht
Seit dem 10. Mai gilt an der Hektorstraße Halteverbot - zur Verwunderung vieler Anwohner. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Rüttenscheid.   An der Hektorstraße gilt seit Mitte Mai Halteverbot. Die Anwohner sind verunsichert, denn Bauarbeiten sind vor ihrer Haustür nicht zu sehen. Gebaut wird an der benachbarten Fridtjof-Nansen-Straße. Dort erneuern die Stadtwerke ihre Kanäle. Da Baustellen auch manchmal kurzfristig auftauchen, rät die Stadt allen, die jetzt in Urlaub fahren und das Auto zu Hause lassen: Besser die Fahrzeugschlüssel beim Nachbarn deponieren.

Seit dem 10. Mai gilt an der Hektorstraße absolutes Halteverbot. Seitdem wundern sich die Anwohner, warum sie in ihrer Straße nicht mehr parken sollen, denn von Bauarbeiten ist vor ihrer Haustür ja aktuell nichts zu sehen. Aus purer Verzweiflung - der Parkdruck ist in diesem Bereich sowieso schon groß - stellt so mancher sein Auto trotz Verbots am Straßenrand ab. Viele Bürger sind verunsichert: Sind die angekündigten Arbeiten verschoben oder ganz abgeblasen und die Schilder schlichtweg vergessen?

„Das hat alles seine Richtigkeit“, heißt es seitens der Stadt. Das Parkverbot an der Hektorstraße sei notwendig, denn die Stadtwerke erneuern derzeit die Kanäle an der benachbarten Fridtjof-Nansen-Straße. Deshalb sei die Hektorstraße vorübergehend eine Sackgasse und so zwangsläufig in beide Richtungen befahrbar. „Ohne Halteverbot würde es dort zu eng“, erklärt Michaela Lippek vom Presseamt der Stadt. Ein Argument, das für die Anwohner angesichts der relativ breiten Straße schwer nachzuvollziehen ist.

„Wir erneuern an der Fridtjof-Nansen-Straße seit Anfang April auf rund 160 Metern die Abwasserkanäle von 1901“, erläutert Christin Peeters von den Stadtwerken. Die Fridtjof-Nansen-Straße sei deshalb noch in beide Richtungen gesperrt. In wenigen Tagen könne man wieder zur Alfredstraße durchfahren. Für die Anwohner der Hektorstraße ist damit aber keineswegs ein Ende der Leidenszeit in Sicht. Ganz im Gegenteil: Im Anschluss an die Arbeiten in der Fridtjof-Nansen-Straße tauschen die Stadtwerke auch in der Hektorstraße die Kanäle aus, allerdings nur auf rund 80 Metern.

Baustellen wie die in Rüttenscheid sind unumgänglich, können die Anwohner aber vor arge Probleme stellen - vor allem, wenn Absperrungen und Halteverbote plötzlich auftauchen. Angesichts der kommenden Urlaubszeit rät Stadtmitarbeiterin Michaela Lippek, auf jeden Fall einen Autoschlüssel bei aufmerksamen Nachbarn oder Freunden zu deponieren, wenn man verreist und das Auto währenddessen zu Hause auf der Straße parkt. Zwar müsse jede Baustelle - sei es von Stadtwerken, RWE oder anderen - mit der Stadt abgestimmt und 72 Stunden vor Beginn mit entsprechenden Schildern angezeigt werden. Doch drei Tage Vorlauf nutzen wenig, wenn man für mehrere Wochen im wohlverdienten Urlaub weilt.

„Es macht Sinn, dass jemand die Situation auf der Straße regelmäßig beobachtet und bei Bedarf das Auto umsetzt“, so Lippek. Sonst droht nach dem Urlaub womöglich ein böses Erwachen. „Autos, die nach der 72-Stunden-Frist noch im Weg stehen, werden abgeschleppt. die Kosten trägt der Halter“, erläutert Lippek. Anders verhält es sich in Notfällen. Muss eine Baustelle kurzfristig eingerichtet werden, zum Beispiel bei einem Rohrbruch, versuche das ausführende Unternehmen, den Fahrzeughalter in der Nachbarschaft ausfindig zu machen, damit er das Auto wegsetzen könne. Gelinge das nicht oder sei große Eile geboten, werde das Auto auf einen möglichst nahe gelegenen Parkplatz umgesetzt. Der Halter werde benachrichtigt, die Kosten für die Aktion trage das Unternehmen, das die Baustelle durchführe.

Elli Schulz



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