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Das Aus nach 110 Jahren ist auch ein Neustart

19.06.2012 | 19:01 Uhr
Das Aus nach 110 Jahren ist auch ein Neustart
Wo ihr Arbeitsplatz in Zukunft sein wird, weiß Bettina Falkenroth, bisherige Leiterin der Hatzperschule, noch nicht. Foto: Peggy Mendel/WAZFotoPool

Haarzopf.   Die Hatzperschule feiert ihr 110-jähriges Bestehen mit einer Projektwoche. Ab 1. August ist sie dann Geschichte und bildet gemeinsam mit der Schule an der Raadter Straße die neue Gemeinschaftsgrundschule Haarzopf.

Es herrscht Aufbruchstimmung an der Hatzperschule. Große Veränderungen stehen bevor. Hinter dem Schulgebäude entstehen derzeit zwei Containerbauten, in die nach den Sommerferien die Schüler der Grundschule an der Raadter Straße einziehen - übergangsweise, versteht sich. Denn wenn das marode Gebäude an der Raadter Straße abgerissen ist - die Arbeiten sollen im August starten -, wird dort die neue Gemeinschaftsgrundschule Haarzopf gebaut, die es formell schon zum Schuljahresbeginn 2012/13 geben wird. Der Einzug in das neue Gebäude sei nach den Plänen der Stadt für den Schuljahresbeginn 2014/15 vorgesehen, ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Für Haarzopf ein großer Schritt in die Zukunft, der aber gleichzeitig für die katholische Hatzperschule wie auch für die Schule an der Raadter Straße das Aus bedeutet.

Für die langjährige Schulleiterin der Hatzperschule, Bettina Falkenroth (44), ein Grund für zwiespältige Gefühle. „Die neue Haarzopfer Grundschule ist eine tolle Herausforderung, eine große Chance für einen Neuanfang, für ein frisches Konzept“, sagt Falkenroth, die die Einrichtung seit sieben Jahren leitet. Man sei an den Lehrplan gebunden, könne aber durchaus inhaltliche Schwerpunkte setzen. Wo sie selbst in Zukunft arbeiten werde, sei noch unklar. „Das Bewerbungsverfahren läuft, noch ist nicht entschieden, wer die neue Haarzopfer Grundschule leiten wird“, sagt Falkenroth. Sie selbst wolle auf jeden Fall gern weiter als Schulleiterin arbeiten.

Frühestens Ende des Jahres werde nach dem Votum der Schulkonferenz die neue Schulleitung feststehen, schätzt Falkenroth. Die kommissarische Leitung liegt bei Claudia Henrichwark, die sich bereits jetzt darum kümmere, dass die Kollegien zusammenwachsen. Denn nach den Ferien werden statt sechs Lehrerinnen dann 12 oder 13 die insgesamt rund 280 Kinder der beiden bisherigen Grundschulen gemeinsam an der Hatzper Straße unterrichten, was durchaus logistische Probleme mit sich bringt. „Das Kollegium ist zu 100 Prozent weiblich. An der Raadter Straße gibt es einen Kollegen, der aber in den Ruhestand geht“, so Falkenroth.

Wie der neue Schulstandort war auch der Platz für die Container lange umstritten. Aus Kostengründen stehen sie jetzt hinter dem Schulgebäude, beherbergen acht Klassenräume, einen Speisesaal und die Räume für die Nachmittagsbetreuung. „Es ist ein bisschen traurig, dass die naturnahe Umgestaltung, die wir hier vor sechs Jahren mit großem Aufwand vorgenommen haben, jetzt für die Container weichen musste“, sagt Falkenroth. Eigentlich sollten die Container bereits im vergangenen Jahr errichtet werden, dann war der Umzug für Ostern 2012 terminiert. „Einen solchen Umzug mitten im Schuljahr wollten die Eltern aber nicht. So wurde der Termin auf die Sommerferien verschoben. Damit ist ein glatter Schnitt gewährleistet, Schüler und Lehrer können nach den Ferien am neuen Standort gemeinsam starten“, sagt Falkenroth.

Die katholische Ausrichtung der Hatzperschule, die in diesem Jahr 110 Jahre besteht. ist mit der neuen Grundschule Haarzopf Geschichte. Damit wird das Ergebnis der Elternabstimmung über die künftige Schulart umgesetzt. Zum Jubiläum und Abschied führt die Schule ab 25. Juni eine Projektwoche durch. Die Mädchen und Jungen werden sich mit Literatur, Kleidung, Schulbetrieb und Regeln um 1902 auseinandersetzen, bauen sogar aus Museumsstücken ein Klassenzimmer von damals nach. Die Ergebnisse präsentieren die Schüler am Freitag, 29. Juni, 11 bis 13.30 Uhr, den Eltern und Interessierten aus dem Stadtteil. Den letzten Schultag am 6. Juli begeht die Schulgemeinschaft mit einem Gottesdienst in der Kirche Christus König. Anschließend gibt es Eis und alkoholfreie Cocktails. Danach lassen die Kinder Ballons steigen - als Symbol für den Aufbruch in eine neue, spannende Zeit.

Elli Schulz



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