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Crypto-Partys in Essen – Byte für Byte zum sicheren Passwort

01.02.2016 | 14:00 Uhr
Crypto-Partys in Essen – Byte für Byte zum sicheren Passwort
Passwörter erwürfeln: Es gibt auch analoge Wege.Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Südviertel.   Die Tüftler des Essener Chaos Computer Clubs „Chaospott“ klären auf Crypto-Partys über die richtige Verschlüsselung und sichere Passwörter auf.

1234567. So sollte ein Passwort niemals, aber auch wirklich niemals aussehen. Das erklärt „Chaospottler“ Christian direkt zu Beginn den zwölf Teilnehmern, die zur zehnten Crypto-Party des Chaos Computer Clubs Essen gekommen sind. Seit 2014 laden die technikaffinen Mitglieder des Clubs dazu alle acht Wochen in ihre Räume an der Sibyllastraße im Essener Südviertel ein. Im Mittelpunkt steht dann immer die zentrale Frage der digitalen Gesellschaft: Wie schütze ich meine Daten vor dem Zugriff Fremder?

An diesem Abend zeigt Lehramtsstudent Christian, wie man mit einfachen Mitteln ein sicheres Passwort generieren kann. Denn zu einfache Zahlen- oder Buchstabenfolgen könnten oft binnen weniger Sekunden geknackt werden. Das könne in Zeiten, in denen immer mehr Menschen bequem alles im Internet erledigen, weitreichende Folgen haben: „Wenn andere Leute mein Amazon-Passwort kennen, können sie auf meine Kosten bestellen“, warnt Christian. Ganz zu schweigen von Onlinebanking und wichtigen E-Mails, die natürlich ebenfalls eine wasserdicht verschlüssel werden sollten.

Missbrauch mit wenigen Klicks verhindern – oder einem Würfel

Mit wenigen Klicks könne ein solcher Missbrauch verhindert werden: etwa mit einem Passwortmanager oder simplen Verschlüsselungstechniken, wie etwa „Diceware“: Dabei generiert eine Internetseite verschiedene Wörter und Zeichen. Mit einem Würfel kann man dann per Zufallsprinzip ganz analog aus den Anfangsbuchstaben ein kaum zu knackendes Passwort zusammenstellen. Als kleine Eselsbrücke empfiehlt Christian, sich Geschichten zu den Passwörtern auszudenken. Verschlüsselung sei gar nicht schwierig, genau das sei auch der springende Punkt bei den Crypto-Partys: „Die Leute sollen das einfach mal selber ausprobieren“, sagt der 30-Jährige.

Auch die beiden Studenten Dirk und Marina wollen an diesem Abend etwas dazulernen: „Datenschutz ist wichtig und ich finde die Atmosphäre hier super“, sagt der 25-Jährige, für den es nicht die erste Crypto-Party ist. Er sei im vergangenen Jahr schon mal bei den „Chaos­pottlern“ gewesen und wolle sein Wissen noch einmal auffrischen. Auch Marina hat sich schon vor der Crypto-Party mit Datensicherheit im Internet beschäftigt. Letzten Ende aber, sagt die Textildesgin-Studentin, sei man als Nutzer machtlos gegenüber Profis, wenn diese ein Passwort wirklich knacken wollten.

Nächste Crypto-Party am 8. März

Immerhin könne man es diesen aber schwer machen, argumentiert Verschlüsselungsprofi Christian. Datenschutz werde bei den 61 Mitgliedern des Essener Chaos Computer Clubs natürlich groß geschrieben – gemäß dem obersten Prinzip: Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen, wie der 30-Jährige erklärt. Dabei weiß er auch: „An irgend einer Stelle muss man sich immer ein Passwort merken.“

Die nächste Crypto-Party beginnt am Dienstag, 8. März, um 19 Uhr in den Räumen im Hinterhof der Sibyllastraße 9. Offene Treffs für alle Interessierten gibt es außerdem immer mittwochs ab 19 Uhr und sonntags ab 16 Uhr. Weitere Informationen gibt’s hier.

Susanne Klose

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2016-02-01 14:00
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