Bürgerverein setzt Kapelle im Moltkeviertel in Szene

Freuen sich, dass die Anna-Selbdritt-Kapelle wieder richtig zur Geltung kommt: Christiane Becker, Bernd Oehmen und Hildegard Saß (v.l.).
Freuen sich, dass die Anna-Selbdritt-Kapelle wieder richtig zur Geltung kommt: Christiane Becker, Bernd Oehmen und Hildegard Saß (v.l.).
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Bürger aus dem Moltkeviertel setzen sich weiter für das restaurierte Kleinod ein. Die Sanierungsliste ist damit noch nicht abgearbeitet.

Essen-Südostviertel..  Für Nachbarn ist sie ein beliebter Ort zum Innehalten, für Besucher ein Geheimtipp: Die Anna-Selbdritt-Kapelle in der Wiebeanlage genießt dank der Anstrengungen des Bürgervereins Moltkeviertel wieder den Ruf eines Kleinods.

Nachdem die kleine Kapelle 2013 umfassend saniert und aus ihrem jahrelangen Dornröschenschlaf geweckt wurde, folgte in den vergangenen Wochen nun in einem weiteren Schritt die Erneuerung der Außenanlagen. Die von Grün und Gruga gestifteten Stufen und das Pflaster machen das kleine Gotteshaus am Rande der Wiebeanlage nun deutlich sichtbar. Nahe der Kapelle wurde ein kleines Rosenbeet angelegt, in den nächsten Wochen sollen auch die restlichen Grünanlagen in Angriff genommen werden. „Wir freuen uns, dass die Kapelle jetzt wieder so zur Geltung kommt, wie sie es verdient“, sagt Hildegard Saß vom Bürgerverein, die sich seit Jahren für die Restaurierung der Kapelle einsetzt. Bis zu deren Instandsetzung hätten viele Spaziergänger das damals völlig überwucherte und mit Graffiti beschmierte Gebäude eher für ein Trafo- oder gar Klohäuschen gehalten, erinnert Saß.

Turmuhr instand setzen

Zur Geschichte der Kapelle

Bei der Sanierung der Außenanlage gab es nun auch Unterstützung von der benachbarten Hubertus-Gemeinde und von Landschaftsarchitekt Bernd Oehmen, ebenfalls Mitglied des Bürgervereins. „Unser Viertel hat so viele schöne historische Bauten zu bieten. Unser Anliegen ist es, sie wieder in den Fokus zu rücken“, sagt Oehmen, der sich über das bürgerschaftliche Engagement freut. Schließlich konnte die Instandsetzung, die insgesamt rund 5000 Euro kostete, nur durch private Spenden realisiert werden. „Obwohl wir nur 60 Mitglieder sind, lässt sich einiges bewegen, das ist ein schönes Gefühl“, so Oehmen.

Mit der kompletten Fertigstellung der Anna-Selbdritt-Kapelle ist die lange Liste des Bürgervereins aber noch lange nicht abgearbeitet. Vor allem die Moltkebrücke – wohl eines der schönsten Entrees der Stadt und bedeutendes Bauwerk der Reformarchitektur – liegt den Mitgliedern am Herzen. „Unser größter Wunsch wäre es, die Brücke wieder zu beleuchten. Das ist allerdings sehr aufwändig und teuer. Dabei zeigen historische Postkarten, dass die Putten auf der Brücke früher einmal beleuchtet waren“, sagt Christiane Becker vom Bürgerverein. Aktuell suche man nach Lösungen, das Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Und noch einen Herzenwunsch haben Christiane Becker und ihre Mitstreiter: „Irgendwann möchten wir die Turmuhr unseres Wahrzeichens, der ehemaligen königlichen Baugewerkschule, in dem heute das Robert-Schmidt-Berufskolleg ist, wieder ans Laufen bringen.“