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Karl-Hohlmann-Haus

Bürgerverein Rüttenscheid möchte zweites Haus errichten

21.10.2012 | 15:55 Uhr
Bürgerverein Rüttenscheid möchte zweites Haus errichten
Viele Gratulanten feierten das 30-jährige Bestehen des Karl-Hohlmann-Hauses, unter ihnen auch der Sohn des Namensgebers, Karl-Heinz Hohlmann (3.v.r.).Foto: Fotografie Olaf Fuhrmann

Essen-Rüttenscheid.   Als dank des Engagements von Karl-Hohlmann vor 30 Jahren der Grundstein für das nach ihm benannte, erste barrierefreie Haus gelegt wurde, galt Hohlmann als Pionier. Auch drei Jahrzehnte später sind seine Grunsätze noch aktuell, wie bei der Feierstunde des Bürgervereins deutlich wurde.

Das Leid anderer zu mildern, um sein eigenes Leid zu vergessen - dieser Maxime hat der von zwei Weltkriegen und anschließender Gefangenschaft gezeichnete Karl Hohlmann mit dem, nach ihm benannten, Haus an der Rüttenscheider Straße 157 ein Zeichen gesetzt. Tragisch: Ein Jahr vor der Fertigstellung des Hauses, für dessen Finanzierung er so viele Klinken hatte putzen müssen, verstarb der engagierte Rüttenscheider. Das erste barrierefreie Haus in Essen überhaupt und seine Außenwirkung aber haben bis heute Bestand.

Das wurde bei der Feierstunde aus Anlass des 30-jährigen Bestehens deutlich, zu der am Freitag ein besonderer Ehrengast angereist war: Karl-Heinz Hohlmann, der Sohn des Namensgebers, wurde von Oliver Ottmann, Vorsitzender des Bürgervereins, zum Ehrenmitglied ernannt. Schließlich war es sein Vater, der nicht nur den Grundstein für das Haus sondern auch für den Bürgerverein Rüttenscheid legte.

„Das tut unserer Stadt gut“

Das erkannte auch Bürgermeister und Gratulant Rudolf Jelinek an: „Behinderte Menschen müssen leider bis heute um Anerkennung im Alltag kämpfen. Menschen wie Karl Hohlmann und alle Ehrenamtlichen des Bürgervereins setzen sich für sie ein. Das tut unserer Stadt gut.“ Dabei war das Vorhaben, ein barrierefreies Haus an der belebten Rüttenscheider Straße zu bauen, damals auch durchaus kritisch gesehen worden. „Wir alle sehen heute: es funktioniert“, so Jellinek.

Auch Oliver Ottmann würdigte das Andenken seines Vorgängers. „Statt eines weiteren Restaurants oder schicken Stadthauses in bester Lage ein solches Unterfangen durchzusetzen, dazu gehören Mut und Willensstärke.“ Um das Erbe Hohlmanns fortzuführen, liebäugelt der Bürgerverein schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, ein weiteres barrierefreies Haus zu errichten, am liebsten in Rüttenscheid. Erste Sparanfänge seien bereits gemacht. Um ein Haus zu finanzieren, müssten aber noch einige Euro auf die hohe Kante gelegt werden. Deswegen wirbt Oliver Ottmann um Spenden: „Wir haben unsere Fühler schon nach Immobilien und Grundstücken ausgestreckt, sind aber noch auf der Suche nach potenziellen Sponsoren.“

Von Jennifer Schumacher

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Bürgerverein Rüttenscheid möchte zweites Haus errichten
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2012-10-21 15:55
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