Bürgerschaft Margarethenhöhe sucht Fremdenführer

Seit vielen Jahren führt Rixa Gräfin von Schmettow über die  Margarethenhöhe.
Seit vielen Jahren führt Rixa Gräfin von Schmettow über die Margarethenhöhe.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Die Nachfrage nach Rundgängen durch die Gartenstadt Margarethenhöhe ist groß. Rixa Gräfin von Schmettow führt Besucher seit vielen Jahren.

Essen-Margarethenhöhe..  „Wer durch seinen Stadtteil führt, bringt nicht nur anderen seine Heimat nahe, sondern lernt auch selbst etwas dazu.“ Seit vielen Jahren leitet Rixa Gräfin von Schmettow Führungen durch die Gartenstadt Margarethenhöhe. Seit 1973 lebt die heute 76-Jährige in dem Stadtteil, den sie liebt und für den sie sich durch ihre Arbeit bei der Bürgerschaft engagiert. „Der Bedarf ist groß. Deshalb suchen wir zu den aktuell fünf Ehrenamtlichen weitere Helfer, die Führungen übernehmen“, sagt Altfrid Koßmann, Vorsitzender der Bürgerschaft.

Allerdings: Wer führen will, muss auf der Margarethenhöhe wohnen. „Die Führer brauchen nicht nur Insider-Wissen, sie sollten sich dem Stadtteil auch verbunden fühlen. Es ist wichtig, aus eigener Erfahrung vom Leben hier zu berichten“, sagt von Schmettow. Aus rechtlichen Gründen müssten Interessierte zudem Mitglied der Bürgerschaft sein, da sie Bargeld für den Verein annehmen. Die Führungen selbst sind zwar kostenlos, Spenden für den Verein würden aber erwartet. „Mitglied kann bis auf Ausnahmen nur werden, wer hier lebt“, so von Schmettow.

Die Führungen seien gut nachgefragt, auch bei Fachgruppen wie Architekten oder Stadtplanern. Der älteste Führer sei 87. „Wer berufstätig ist, hat ja meist nur am Wochenende Zeit. Und viele Gruppen, zum Beispiel Bustouristen, Mitglieder von Gemeinden oder Vereinen sowie Schülergruppen, kommen wochentags“, sagt von Schmettow. Sie hat ihr über Jahrzehnte erworbenes Wissen in einer schriftlichen Anleitung für neue Fremdenführer zusammengefasst: „Wer mitmachen will, muss sich durch Papierberge lesen.“ Neulinge gingen zwei oder drei Mal mit erfahrenen Führern mit, denn man müsse sich nicht nur Wissen aneignen, sondern es auch auf unterhaltsame Weise präsentieren. Es mache sich gut, die ein oder andere Anekdote mit Bezug zum jeweiligen Ort zu erzählen. „Wenn die Teilnehmer etwas fragen, was man nicht weiß, sollte man das zugeben und sich schlau machen, um es dann beim nächsten Mal zu wissen. So lernt man auch selbst dazu“, weiß die erfahrene Führerin.

Die Rundgänge dauern rund anderthalb Stunden, wovon eine halbe Stunde auf die Musterwohnung des Ruhrmuseums entfällt. Geführt werden Gruppen zwischen fünf und 20 Personen. „Über 20 ist das stimmlich ohne Mikro gar nicht zu schaffen“, erklärt von Schmettow, die selbst rund 100 Führungen im Jahr leitet. Im Sommerhalbjahr seien es natürlich mehr als im Winter.