Bürger wollen keine Gewerbeflächen an der Hatzper Straße

Karin Siepmann-Kotsch und Erhard Kotsch vor der Obstwiese des Nabu.
Karin Siepmann-Kotsch und Erhard Kotsch vor der Obstwiese des Nabu.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt bringt den Grünzug an der Hatzper Straße/A52 erneut in die Diskussion. Initiative hatte vor Jahren erfolgreich gegen solche Pläne gekämpft.

Essen-Haarzopf.. Mit der Idylle im Landschaftsschutzgebiet entlang der A 52 in Haarzopf könnte es bald vorbei sein, fürchten Anwohner. Das gut 41 Hektar große Areal an der Alten Hatzper Straße befindet sich auf der Vorschlagsliste der Stadt für neue Gewerbeflächen. Am 15. Januar wird die Liste im Stadtplanungsausschuss beraten. Die Fläche an der Hatzper Straße ist zum wiederholten Mal in der Diskussion. Schon in den 1980er Jahren führte Karin Siepmann-Kotsch (73) die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Grüngebietes Hatzper Straße/A 52 an. Der Einsatz der Bürger hatte damals Erfolg: 1989 beschloss der Rat, dort keine Gewerbeansiedlung zuzulassen.

„2007 tauchten dann neue Planungen auf“, erinnert sich Siepmann-Kotsch. Sie wohnt seit 1975 mit Ehemann Erhard Kotsch in einem Haus am Feld auf der anderen Seite der Hatzper Straße. Mit dem Thema Gewerbeflächen hatte sie eigentlich abgeschlossen. Aus gesundheitlichen Gründen muss das Ehepaar kürzer treten, hatte die Unterlagen längst verstaut.

383 Kleingärten wären betroffen

„Dass das Thema jetzt wiederbelebt wird, erstaunt uns schon“, sagt Siepmann-Kotsch, die nicht mehr a vorderster Front gegen solche Pläne kämpfen, aber ihr Wissen gern zur Verfügung stellen will. Die damals vorgebrachten Argumente gegen eine Gewerbeansiedlung seien immer noch aktuell: Erhalt der Frischluftschneise, des regionalen Grünzugs, des Quellgebietes der Kreuzenbecke und der Lebensräume vieler Tiere. Kotsch: „Das Gebiet ist zudem wegen der Bachquelle sehr feucht und müsste aufwendig entwässert werden.“

Der Bereich wird derzeit landwirtschaftlich und für Kleingärten genutzt. Dort befindet sich unter anderem die Streuobstwiese des Naturschutzbundes Ruhr (Nabu). „Uns gehört dort eine 1,6 Hektar große Fläche mit Hecken und Obstbäumen“, erklärt Jobst Hoffmann vom Vorstand des Nabu Ruhr. Die aktuellen Bestrebungen seien unverständlich, denn der Nabu habe nicht nur öffentliche Fördergelder für die Anlage des Areals mit der Offenlegung des damals noch verrohrten Baches erhalten, sondern bekomme auch immer noch öffentliche Gelder für die Pflege. „Unsere ablehnende Haltung gegenüber einer Gewerbefläche ist der Stadt bekannt. Dabei bleiben wir – unabhängig von der eigenen Betroffenheit als Grundeigentümer“, so Hoffmann.

Ebenfalls betroffen wären die 383 Kleingärten der Anlage Hohe Birk. Friedhelm Meichsner, zweiter Vorsitzender des Kleingartenvereins, hält die aktuelle Diskussion allerdings für Panikmache. „Jede Stadt braucht eine Frischluftschneise, und das Gelände gehört dazu. Außerdem müsste die Stadt die Pächter entschädigen, wenn sie die Fläche anderweitig nutzen will“, so Meichsner. Plane die Stadt aber tatsächlich Gewerbe dort, werde man dagegen kämpfen.