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Breites Bündnis für Erhalt des Grüns in Haarzopf

13.01.2015 | 08:00 Uhr
Breites Bündnis für Erhalt des Grüns in Haarzopf
Auch die Kleingartenanlage Hohe Birk wäre betroffen.Foto: Alexandra Roth

Essen-Haarzopf.   Politiker sprechen sich gegen eine Gewerbeansiedlung an der Hatzper Straße aus. Die Bebauung würde die Lebensqualität verschlechtern.

Wie schon in den 1980er Jahren und 2007 zeichnet sich auch jetzt ein breites Bündnis gegen eine Umwandlung des Grünzugs an der Hatzper Straße/A52 in eine Gewerbefläche ab. Die Stadt hatte das gut 41 Hektar große Gelände auf ihre Vorschlagsliste für Gewerbeflächen gesetzt – und damit unter anderem bei der Bürgerbewegung Haarzopf (BHH) für Entsetzen und Fassungslosigkeit gesorgt. „Diese Fläche der Gewerbeansiedlung zu opfern, ist ein Widerspruch zu allen bekannten Klimaanalysen der Stadt“, heißt es in einer Stellungnahme der BHH.

Die Landwirte vor Ort würden jeden Quadratmeter für die Herstellung von Produkten benötigen, um diese in der Nachbarschaft zu verkaufen. Entlang der A52 gebe es brachliegende Flächen wie die alte Polizeischule, die man für Gewerbe nutzen könne, so die BHH.

„Sollte die Stadt dort tatsächlich Gewerbe planen, wäre das sehr traurig“, sagt Sandra Goldmann, die einen Kleingarten in der Anlage Hohe Birk hat: „Ich bin eigentlich Haarzopferin und hänge sehr an dem Stadtteil. Ich war schon schockiert, als ich von der Liste gehört habe. Aber noch hoffe ich, dass das Thema zwar auf der Agenda steht, aber am Ende nicht durchkommt.“

Während sich SPD und Grüne in der Bezirksvertretung für den Essener Westen vehement gegen Gewerbe an der Stelle aussprechen, reagiert SPD-Ratsherr Thomas Rotter eher zurückhaltend. Man müsse sich erst einmal Gedanken innerhalb der Fraktion machen. „Gewerbeflächen werden benötigt, das ist klar. Aber vielleicht ergeben sich in Zukunft ja Alternativen, an die man jetzt noch gar nicht denkt“, so Rotter.

SPD und Grüne in der Bezirksvertretung für den Essener Westen legen sich dagegen fest: „Die Erschließung dieses Areals würde für die Anwohner eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität sowie des Wohnumfeldes bedeuten.“ Noch mehr Verkehr auf der Hatzper, Humboldt- und Raadter Straße wäre eine mögliche Folge. „Die Straßen stoßen schon heute stark an ihre Leistungsgrenzen“, heißt es in der Stellungnahme. Das Quellgebiet der Kreuzenbecke sei zudem Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, den man nicht durch Eingriffe vernichten dürfe, sind sich Günther Schröder (SPD) und Doris Eisenmenger (Grüne) einig. Versiegelte und brachliegende Flächen im Bezirk III, zum Beispiel im Schederhofviertel, sollten Vorrang als Wohn- und Gewerbeflächen haben.

Dass Kleingärten und Freiflächen bleiben müssten, bekräftigt auch CDU-Bezirksvertreter Rolf-Dieter Liebeskind. „Wir haben lange genug dafür gekämpft, dass das Areal als Grünzug festgeschrieben wurde. Das soll auch so bleiben, sonst werden wir uns vehement wehren“, sagt Liebeskind.

Elli Schulz

Kommentare
02.02.2015
13:29
Breites Bündnis für Erhalt des Grüns in Haarzopf
von PSchmidt | #5

Wo gibt es überhaupt ein breites Bündnis? Die SPD, die CDU und auch die FDP begrüßen die Vorschläge!

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Breites Bündnis für Erhalt des Grüns in Haarzopf
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/sued/breites-buendnis-fuer-erhalt-des-gruens-in-haarzopf-id10228820.html
2015-01-13 08:00
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