BMV-Schülerinnen stehen mit ihrem Roboter im Finale

Die Schülerinnen der BMV-Schule sind im Finale mit ihrem Roboter: (v.l) Alev, Melanie, Jill, Antonia, Franziska, Jana und Julia.
Die Schülerinnen der BMV-Schule sind im Finale mit ihrem Roboter: (v.l) Alev, Melanie, Jill, Antonia, Franziska, Jana und Julia.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Holsterhauser Gymnasiastinnen beteiligen sich am NRW-Wettbewerb. Inhaltlich geht es um nachhaltige Nahrungsmittelproduktion.

Essen-Holsterhausen..  Dass Mädchen sich nicht für Technik interessieren, ist immer noch ein verbreitetes Vorurteil. Das kann Niko Trondt, Mathe- und Informatik-Lehrer an der BMV-Schule, allerdings nicht bestätigen. Die Mädchen seiner Roboter-Arbeitsgemeinschaft im Rahmen des Informatikunterrichts jedenfalls sind seit einem halben Jahr mit großem Engagement damit beschäftigt, die kleinen Geräte aus Lego-Bausatzteilen, Motoren und Modulen zusammenzusetzen. Danach werden sie den Bedürfnissen entsprechend programmiert. Mit ihren Robotern nehmen die Neuntklässlerinnen in insgesamt vier Teams am Wettbewerb „Zukunft durch Innovation NRW“ teil – und sind bereits fürs Finale am 20. Juni in Mülheim qualifiziert. Dort werden sich die Mädchen mit zehn weiteren Teams aus Nordrhein- Westfalen messen.

Der Wettbewerb, der laut Niko Trondt vom Wissenschaftsministerium initiiert wurde, um den Nachwuchs für die sogenannten Mint-Fächer, also die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer, zu begeistern, ist landesweit ausgeschrieben. „Früher konnten sich die Teilnehmer selbst Themen suchen, jetzt wird das Motto vorgegeben, in diesem Jahr ,nachhaltige Nahrungsmittelproduktion’“, sagt Trondt. Das Motto spiele weniger beim Roboter-Bau als bei der Rahmengeschichte und dem Entwurf der Kulissen, in denen sich der Roboter bewege, eine Rolle.

Der Wettbewerb, der bereits zum zehnten Mal ausgetragen wird und an dem sich in diesem Jahr insgesamt rund 1000 Schülerinnen und Schüler beteiligen, ist in zwei Kategorien ausgeschrieben: Robot-Performance für Mädchen-Teams und Robot-Game für gemischte Teams. Das BMV-Gymnasium ist in der ersten Kategorie mit drei Teams, in der zweiten mit einer Gruppe vertreten.

Die BMV-Schülerinnen haben sich eine Geschichte rund um zwei Schweinebauern mit unterschiedlicher Philosophie und um eine Burger-Produktion ausgedacht. „Der Wettbewerb soll nicht nur einen Anreiz bieten, sich mit technischen Dingen auseinanderzusetzen, sondern er soll auch die Kreativität fördern“, erklärt Trondt. Für die Bewertung muss der Roboter den von den Schülerinnen selbst entworfenen und gebauten Parcours abfahren. Dabei wird zum Beispiel bewertet, ob das Gerät den vorgegebenen Abstand zu Hindernissen einhält. Auch eine Powerpoint-Präsentation ist Teil der Prüfung. Zehn Minuten haben die Teilnehmerinnen Zeit, die Jury zu überzeugen.

Ganz gleich, wie das Finale ausgeht: Großen Einsatz kann Niko Trondt den Mädchen bereits jetzt attestieren: „Zuletzt haben wir uns auch am Wochenende getroffen, weil die Zeit bis zum Finale doch knapp wird.“ Hannah Nürnberg (14) jedenfalls ist begeistert: „Es macht Spaß zu lernen, wie man mit dem Roboter umgeht und ihn programmiert.“ Sie will auch ihr Betriebspraktikum in der Branche absolvieren und vielleicht sogar Programmiererin werden.