Biergarten am Jagdhaus bietet unfreiwilligen Panoramablick

Der Biergarten des Jagdhaus’ Schellenberg wird zurzeit umfassend saniert.Neben einem Sonnendeckist unter anderem auch ein neuer Kinderspielplatz in Planung.
Der Biergarten des Jagdhaus’ Schellenberg wird zurzeit umfassend saniert.Neben einem Sonnendeckist unter anderem auch ein neuer Kinderspielplatz in Planung.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Im Außenbereich des Jagdhaus’ Schellenberg fielen zahlreiche Bäume Sturm Ela zum Opfer. Gleichzeitig gibt die Schneise nun den Blick auf den See frei.

Essen-Stadtwald.. Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen in ein paar Wochen wieder in die Biergärten locken, wird es Gästen des Jagdhaus Schellenberg in zweierlei Hinsicht die Sprache verschlagen. Zum einen, weil sie sicherlich die alten Riesen vermissen. Die hatte der Pfingststurm im vergangenen Jahr zerstört.

Auf der anderen Seite bietet die Schneise nun aber einen umfassenden Panoramablick auf den Baldeneysee. Wo zwischen Sträuchern und Bäumen früher partiell der Blick aufs Wasser möglich war, liegt einem der See heute zu Füßen.

Robert Meems, Restaurantleiter und Geschäftsführer des Jagdhauses, kann dennoch „bis heute weinen“, wenn er die großen Lücken sieht, die Ela im Baumstand hinterlassen hat. Trotzdem das Beste aus der Situation zu machen, sei nun das Ziel für die bevorstehende Freiluftsaison. Aktuell werden Biergarten und Terrasse, die insgesamt Platz für rund 280 Gäste bieten, umfassend saniert. Dort hatte der Sturm nicht nur Bäume – darunter vier alte Eichen – „umgeknickt wie Streichhölzer“, sondern auch das Mobiliar größtenteils zerstört.

Ausrichtung der Terrasse wird verändert

„Wir müssen ganz neu mit Licht und Schatten umgehen, planen etwa eine Art Sonnendeck. Außerdem wollen wir die Chance nutzen, die Wege für unser Team zu verkürzen“, erklärt Meems. Die Ausrichtung der Terrasse wird etwas gedreht – hin zu der Seite, die einen unverstellten Blick auf den Baldeneysee bietet. Voraussichtlich in vier bis sechs Wochen, spätestens aber zum Start der Biergartensaison, soll der Außenbereich fertig sein. Auch ein neuer Kinderspielplatz, der ebenfalls dem Sturm zum Opfer fiel, ist zurzeit in Planung.

Trotz der Trauer um die Bäume; Meems ist froh, dass bei dem Pfingststurm niemand zu Schaden kam. Für ihn und sein Team gehört der 9. Juni 2014 sicherlich zu den abenteuerlichsten Arbeitstagen seit Bestehen des Restaurants. „Wir waren hier eingeschlossen – mit rund 40 Gästen und 20 Mitarbeitern. Gegen 21.15 Uhr haben wir uns gedacht, dass da ein Sturm auf uns zukommt. Wenige Minuten später brach hier die Hölle los“, erinnert sich Meems. Vier Mitarbeiter seien draußen beschäftigt gewesen, sie retteten sich in die Biergarten-Hütte. 45 Minuten lang harrten sie in dem Häuschen aus, Meems hielt über das Handy Kontakt zu der Gruppe – und riet dringend davon ab, den kurzen Weg ins Jagdhaus zu wagen. „Das war viel zu gefährlich, draußen flog alles umher, als sei es aus Pappmaché“, sagt Meems.

Autos unter Bäumen begraben

Essen und Trinken Im Jagdhaus selbst wurden Kissen und Decken für die Gäste herangeschafft, eilig ein Buffet zusammengestellt. „Wir wussten ja nicht, ob wir die Nacht hier verbringen müssen“, sagt Meems. Er konnte sich schließlich ein Auto leihen, brachte einen Teil der Gäste nach Hause. Viele traten den Heimweg zu Fuß an. „Die Autos waren von Bäumen eingeschlossen oder darunter vergraben. Der Weg zum Jagdhaus war erst zwei Tage später wieder frei, der Außenbereich war gut fünf Wochen dicht“, erinnert er sich.

Das Forstamt kontrollierte die verbliebenen Bäume, viele mussten nach dem Sturm noch gefällt werden. 70.000 bis 100.000 Euro koste die Neuanpflanzung einer 30 Jahre alten Eiche, „und die wäre nur halb so groß wie unsere alten Bäume“, hat sich Meems informiert. Und so gelte es jetzt, nach vorn zu schauen. Platz genug gibt es jetzt dafür.