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Bewohnerparken in Rüttenscheid spaltet Gemüter

23.08.2012 | 17:44 Uhr
Bewohnerparken in Rüttenscheid spaltet Gemüter
Neun Bewohnerparkzonen wurden in Essen eingerichtet, eine davon ist das Museumsviertel WestFoto: Dennis Straßmeier

Essen-Rüttenscheid.   Die Rüttenscheider Grünen haben gemeinsam mit Experten des Amts für Straßen und Verkehr Pro- und Contra-Argumente des Bewohnerparkens diskutiert. Die Besucherkarten, die auch die Stadt Essen bislang ausgibt, werden nach dem Willen der Bezirksregierung wahrscheinlich abgeschafft.

Für die einen ist sie ein Schreckgespenst, für die anderen ein Segen: Die Bewohnerparkregelung spaltet die Gemüter. Rüttenscheid steht auf der Prioritätenliste der Verwaltung weit oben. Die Bezirksvertretung soll im Herbst über die mittlerweile abgeschlossene Planung informiert werden. Dann liegt es an den Bezirkspolitikern, das Verfahren auf den Weg zu bringen - oder eben nicht.

Ausweis kostet 30 Euro im Jahr

Um das Für und Wider besser abzuwägen, hatten die Grünen mit Dieter Schmitz, Leiter des Amts für Straßen und Verkehr, und dessen Sachgebietsleiter René Nübel zwei Experten eingeladen. Letzterer machte am Beispiel des Stern- und Museumsviertels deutlich, wo die Risiken und Chancen einer Bewohnerparkregelung liegen. Seit 2003 ist dort ein großes Kontingent an Parkplätzen den rund 12 500 Anwohnern vorbehalten. 30 Euro kostet der Bewohnerparkausweis im Jahr und soll eine Stellfläche in Wohnortnähe garantieren. Nur in Ausnahmefällen werden auch Gewerbetreibenden solche Ausweise ausgestellt. Eben in diesem Punkt sehen viele eine Gefahr für Rüttenscheid als Wirtschaftsstandort: „Wir haben allein 19 Hotels hier. Wo sollen denn deren Gäste parken? Auch für die Wirtschaft wäre eine solche Regelung ein Desaster“, skizziert Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid. Der Bereich Annastraße sei das beste Beispiel, dass Bewohnerparken die Wirtschaft abschrecke.

„In den Bereichen, wo Gewerbe ansässig ist, müssen die Parkplätze natürlich bewirtschaftet werden. Das ist ja bereits im unteren Bereich der Rüttenscheider Straße und der Huyssenallee so geregelt“, so Nübel. Eines der Hauptargumente für das Bewohnerparken sei die Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs. Hier gelte es, Anreize zu schaffen, etwa im Form von Firmentickets der Evag. Zudem nehme der „Parksuchverkehr“ ab. Nübel verschweigt bei seiner Präsentation nicht die Contra-Argumente, die er durch Beschwerden im Museums- und Sternviertel sammelte. Bürger mit mehr als einem Auto sind mit der Bewohnerparkregelung weniger glücklich - denn pro Bewohner wird nur ein Ausweis ausgegeben - unabhängig von der Größe des privaten „Fuhrparks“. Zudem kommt es zu Überschneidungen: Autofahrer aus dem Museumsviertel Ost dürfen etwa nicht im Museumsviertel Süd parken - für viele ein Ärgernis. Das dürfte sich bald potenzieren, wenn die Bezirksregierung Düsseldorf Ernst macht. Denn laut einem Schreiben der vergangenen Woche sind die „Besucherkarten“, die auch die Stadt Essen ausgibt, ohne Gesetzesgrundlage. Bislang konnten Bürger in Bewohner-Parkzonen für fünf Euro ein Paket bestehend aus einer Wochen- und neun Tageskarten erstehen. Damit konnten auch Besucher in den neun Bewohnerpark-Zonen stehen. Diese Regelung droht nun zu kippen.

Jennifer Schumacher

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Kommentare
30.08.2012
11:03
Bewohnerparken in Rüttenscheid spaltet Gemüter
von amo17 | #3

"Bürger mit mehr als einem Auto sind mit der Bewohnerparkregelung weniger glücklich - denn pro Bewohner wird nur ein Ausweis ausgegeben - unabhängig von der Größe des privaten „Fuhrparks“. "
Für den, der mehr als ein PKW hält, die auch noch im öffentlichen Raum stehen, wo Parkplätze sehr knapp sind, habe ich null Mitleid.

26.08.2012
12:56
Bewohnerparken in Rüttenscheid spaltet Gemüter
von boehmann | #2

bruessel lässt mal wieder gruessen.

24.08.2012
17:32
Bewohnerparken in Rüttenscheid spaltet Gemüter
von der_gehetzte | #1

Am besten man zäunt Rüttenscheid komplett ein und macht daraus eine geschlossene Wohnsiedlung für die Besseren unter uns Gleichen. Zugang nur für Bewohner. Im Gegenzug düften Rüttenscheider den Rest Essens auch nicht mehr betreten und müssten sich ausfliegen lassen, wenn sie mal raus aus Rüttenscheid wollen.

Man, man, man, bei solchen Nachrichten schwillt einem der Kamm. Entweder Bewohnerparken für alle in ganz Essen oder für niemanden. War klar, dass die Besseren unter uns Gleichen dafür gesorgt haben, dass Rüttenscheid für so eine Dämlichkeit auf der Prioritätenliste ganz oben steht.
FU

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