Banditenbar beerbt „Soul Hell Café“ in Rüttenscheid in Essen

Gabriel Gedenk und Stella Sotgia ziehen mit ihrer Banditenbar in die Räume des „Soul Hell Café“, das
Gabriel Gedenk und Stella Sotgia ziehen mit ihrer Banditenbar in die Räume des „Soul Hell Café“, das
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wandel an der Cäcilienstraße in Rüttenscheid: Stella Sotgia und Gabriel Gedenk ziehen mit ihrer Bar „Banditen wie wir“ in die Räume des „Soul Hell Café“, das am 18. August zum letzten Tanz bittet. Außerdem schließt das „King Pondo“ - dafür kommt eine spanische Tapas-Bar.

Essen-Rüttenscheid.. Zuerst die schlechte Nachricht: Die Bar „Banditen wie wir“ an der Cäcilienstraße 8 schließt zum 1. Oktober. Und nun die Gute: Die „Banditenbar“, wie sie liebevoll von ihren Gästen genannt wird, eröffnet nur wenige Tage später an der Kahrstraße neu - und zwar in der bisherigen Heimat des „Soul Hell-Café“.

Ein Standortwechsel, der für die Betreiber Stella Sotgia und Gabriel Gedenk mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden ist. Sechs Jahre lang betrieben die beiden ihren Laden zwischen Isenbergviertel und Rüttenscheid – und erinnern sich an eine schöne Zeit in ihrem „Wohnzimmer“ mit Kamin und den charmanten Sofas im Biedermeier-Stil: „Als wir den Laden damals renoviert haben, hatten wir noch kein Auto und haben die Farben aus dem Baumarkt mit dem Fahrrad hierher transportiert“, blickt Stella Sotgia auf den Oktober 2006 zurück.

„Der Umzug ist einfach die vernünftigste Lösung“

King Pondo schließt

Aber in der Bar stecken nicht nur eine Menge Arbeit und Zeit, sondern auch eine gehörige Portion Herzblut. „Ich gehe eigentlich nur ungerne hier raus“, sagt Stella Sotgia. Wer ihre Räume beerben wird, ist noch unklar. „Der Umzug ist einfach die vernünftigste Lösung“, erklärt Gabriel Gedenk und spricht zwar von einem guten Verhältnis zu den Nachbarn, aber eben auch davon, dass die Mitbewohner den Lautstärkepegel nicht immer akzeptieren konnten. Zwar gab es zuletzt auch im „Soul Hell-Café“ Lautstärkebeschwerden. Im Gegensatz zu ihren Vormietern wollen die „Banditen“ aber keine Rock-Partys und Punk-Konzerte veranstalten.

Vielmehr wollen sie ihren Gästen - wie bisher - nette Abende mit Musik in „Zimmerlautstärke“ bieten, wie sie sagen. An dem Konzept, das neben dem regulären Barbetrieb auch gelegentliche Lesungen und Ausstellungen vorsieht, wird sich nichts ändern – genauso wenig wie an der gemütlichen Einrichtung. Alle Möbel - und auch die Theke - kommen mit. Allerdings ist der neue Laden ein bisschen kleiner; so bleibt noch abzuwarten, ob das gesamte Mobiliar in dem neuen Zuhause aufgestellt werden kann. „Das werden wir dann sehen, wenn wir renovieren. Eventuell reißen wir noch die ein oder andere Wand ein“, erzählt Stella von den Plänen, zu denen auf jeden Fall auch verputzte Wände – die so charakteristisch an der Cäcilienstraße sind - gehören.

„Im ,Soul’ sind wir beide groß geworden“

Trotz einiger Umbauarbeiten in dem neuen Zuhause, versprechen die beiden aber einen (fast) reibungslosen Übergang: „Vielleicht müssen unsere Gäste drei, vier Tage auf uns verzichten, aber länger hoffentlich nicht.“ Was neben dem Lautstärke-Argument noch für den Standortwechsel spricht: „Wir haben dann einen größeren Außenbereich. An der Cäcilienstraße konnten wir ja nur eine kleine Bank vor die Tür stellen“ erzählt Gedenk und erwähnt im gleichen Atemzug die attraktivere Lage und die Nähe zur befreundeten Zweibar an der Rüttenscheider Straße.

So schließt sich dann auch irgendwie der Kreis: Gabriel Gedenk war in der „alten“ Zweibar (damals am Dohmannskamp) als Geschäftsführer tätig und: Er lernte Freundin Stella 2005 im „Soul“ kennen, als die Bar noch unter Leitung vom jetzigen Zweibar-Betreiber Phil Hinze stand. „Im ,Soul’ sind wir beide groß geworden“, lacht Gabriel. Die Kahrstraße 3 ist also durchaus ein bedeutungsvoller Ort für alle Banditen und die, die es noch werden wollen.