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Ausstieg vom Ausstieg?

18.09.2008 | 17:25 Uhr

Über 100 Bürger folgen der Einladung der Linken zur Diskussion über den Flughafen Essen-Mülheim.Auch WDL-Chef Theodor Wüllenkemper stellt sich den Fragen

Haarzopf. "Quo vadis Flughafen Essen-Mülheim", fragte die Partei "Die Linke" im Pfarrsaal der kath. Gemeinde Maria Königin. Linke-Ratsherr Markus Renner und Linke-RVR-Sprecher Wolfgang Freye haben mit dem biblischen Fragesteller Simon Petrus sicherlich wenig gemein. Die Frage "Kreuzigung oder Auferstehung?" liegt ihnen beim Flughafen aber genauso auf der Seele, wie den weit über 100 Zuhörern im überfüllten Gemeindesaal.

Und die wurden Zeugen einer turbulenten Veranstaltung. Mit Theodor Wüllenkemper, Geschäftsführer der WDL-Luftschiffgesellschaft, hatten sich die Organisatoren auch denjenigen in die Veranstaltung geholt, der durch seine Baupläne derzeit für Aufregung sorgt. Der 82-Jährige will in einem neu zu schaffenden Gewerbegebiet eine Wartungswerft für Airbusse und Jets bauen. "Ich bin Unternehmer und als solcher verpflichtet, neue Arbeitsplätze zu schaffen und Standortsicherung für die bestehenden zu betreiben", stellte er klar.

Standortsicherung oder "Auferstehung"? Für die überwiegende Mehrzahl der erschienenen Bürger aus Essen und Mülheim war die Antwort klar: "Wir haben Angst, dass aus dem Platz ein Regionalflughafen wird", sagte ein Gast. Theodor Wüllenkemper dazu: "Ein Regionalflughafen ist nicht denkbar. Düsenflugzeuge auf dem Platz sind aber denkbar."

Lothar Reinhard, Fraktionssprecher der MBI im Mülheimer Stadtrat sieht das anders: "Das ist der Einstieg in die Option Regionalflughafen. Erst werden Start- und Landebahn verlängert und ein teures Überwachungssystem installiert, dann entwickelt sich der Standort nicht so wie gewünscht und es kommt die erste Sondergenehmigung nach Mallorca", führte er aus.

Wolfgang Freye (Die Linke) zählte auf: "Der Standort ist mitten in einem Wohngebiet, Lärm, Dreck und auch die Gefahr sind einfach zu groß. Außerdem befindet sich unter dem Messeparkplatz ein riesiges Gaslager", gab er zu bedenken. Auch Freye befürchtet die "Auferstehung". Er fordert die "Kreuzigung": "Was derzeit passiert, ist ein Ausstieg aus dem Ausstiegsbeschluss von 1994", sagte er. Derzeit würde versucht, Fakten zu schaffen, um das anvisierte Ende des Flugverkehrs 2030 zu erschweren. "Wir wollen nicht, dass am Flughafen weiter investiert, sondern alles für den Ausstieg 2030 getan wird."

Das liegt wohl auch der Bürgerinitiative Flugplatz Essen-Mülheim am Herzen. Klaus Felchner brachte eine Resolution mit. "Wir fordern die Rücknahme der Sondergenehmigung von vier Starts und Landungen mit der Düse, die derzeit noch erlaubt sind, und die Rückkehr zum Status quo von 1980."

Den anwesenden Bürgern ging es neben der Gesundheit und Sicherheit auch um den Schutz der privaten Vermögenswerte. "Einen Ausgleich für die Wertminderung unserer Immobilien zahlt niemand. Ihr Gewinn ist gleichbedeutend mit der Kapitalvernichtung derer, die hier sitzen", sagte ein Gast in Richtung WDL-Chef.

Theodor Wüllenkemper wollte dies nicht stehen lassen. "Ich soll mein Geld mit dem Schaden anderer verdienen? Daran können Sie ablesen, wie schwach Ihre Aussage ist", sagte er. Der 82-Jährige resümierte: "Es wird versucht, die eigene Meinung egoistisch durchzusetzen. So lange wir das tun, kommen wir nicht zusammen."

Von Markus Grenz

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Kommentare
24.09.2008
17:30
Ausstieg vom Ausstieg?
von sprichdichaus | #18

#17 hallo von get, es geht hierbei nicht um einen neuen Regionalflugplatz wie zb. Dortmund. es geht um einen Wartungshangar.

24.09.2008
17:05
Ausstieg vom Ausstieg?
von get | #17

Ein kurzer Kommentar vom Nachbarn in Dortmund: Wie haben bereits einen Flughafen und der schreibt Verluste. Düsseldorf ist auch nicht weit und von Münster/Padaborn und Köln reden wir erst garnicht. Einen weiteren Flughafen bauen? Ja, wenn ihr mehr Schulden machen wollt gerne, wenn nicht lasst es sein.

23.09.2008
04:02
Ausstieg vom Ausstieg?
von blindschleiche | #16

@ meinungsfuchs

wenn wir dieser argumentation folgten, müssten wir unsere mitbürger in den nördlichen stadtteilen sofort zwangsumsiedeln. feinstaub und lärm (z. b. an der gladbecker straße) sind sicherlich weitaus gesundheitsschädigender als der fluglärm der hier gemessen wird.

lassen sie mich auch anmerken, dass ich selbstzahler bin und somit wohl kaum der allgemeinheit je zur last fallen werde.

aber das ist ja klar, wenn die sachargumente ausgehen, wird so mancher persönlich...

22.09.2008
23:00
Ausstieg vom Ausstieg?
von Meinungsfuchs | #15

Falsch- verstanden!
Wenn der eine sich wegen der Lage ein Grundstück billig kauft und dafür seine Gesundheit opfert ist das eigentlich sein Problem und sein Eigennutz.
Die Kosten für später auftretende Lärm bedingten Krankheiten tragt später wie immer die Allgemeinheit oder?
Von den Problemen die von Lärm und Umweltverschmutzung ausgehen haben sie nicht absolut nichts verstanden.

Auch der nächste Kommentar geht wohl voll am Thema vorbei.
Ich bleibe dabei das es den besagten kleingeistigen Politikern nicht um Arbeitplätze geht, sondern nur darum sich ein Politisches Profil zu verschaffen

Was Herr Wüllenkemper da betreibt, ist m.E. pure Erpressung. Wie ist es anders zu erklären, dass er der Stadt Mülheim 6 Wochen Zeit gibt für eine Entscheidung anderenfalls will er nach Köln gehen.
Gibt es in Mülheim und Essen eigentlich so viele Arbeitsuchende Fugzeugmechaniker?
Wo werden denn Arbeitsplätze geschaffen? Sie werden lediglich von Köln nach Mülheim verlagert.
Vielleicht pokert Herr Wüllenkemper ja auch um Zuschüsse die er von der Stadt Mülheim haben will.
Im Übrigen wollte man im Flughafenbereich allgemeines Gewerbe ansiedeln, was mit Sicherheit mehr und richtige Arbeitplätze schaffen würde.
Steckt vielleicht doch der Hintergedanke dahinter der Idee der Landesregierung zu folgen und hier einen Geschäftsflughafen zu bauen der für kleine Düsenflugzeuge ausgebaut werden könnte?
Die Bürger im Essener Süden haben von der Idee des Herrn Wüllenkemper nichts, lediglich den Lärm und Umweltschmutz.
Schade das es viele Bürger gibt die sich wie die drei Affen verhalten-nichts sehen – nicht hören und nichts sagen.

22.09.2008
18:37
Ausstieg vom Ausstieg?
von sprichdichaus | #14

#12
falsch,

wir wohnen in der An und Abflugschneise des Düsseldorfer Flughafen, unseren Garten haben wir in Essen Haarzopf.
Wo ist hier der pure Eigennutz???
Mir ist es lieber das wie von Ihnen benannt Kleingeistige Politiker sich darum bemühen Arbeitsplätze zu schaffen bzw. sich zumindestens darüber Gedanken machen . Die Großgeistigen , woran mögen die wohl denken??? Hier ist bestimmt ein Meinungsfuchs gefragt.

22.09.2008
11:26
Ausstieg vom Ausstieg?
von blindschleiche | #13

@ Meinungsfuchs

falsch!

ich besitze ein haus direkt in der einflugschneise DUS und habe - im gegensatz zu den meisten kontraproduktiven schreihälsen nicht vergessen, dass ich das grundstück deshalb billiger erhielt und verliere auch nicht aus den augen, dass die infrastruktur unseres ruhrpottes (auch der essener süden gehört dazu) mehr als zu wünschen übrig lässt.

so brauchen wir nun mal verkehrsanbindungen, umgehungsstraßen, verlässlichen öpnv etc.

tja, und moderne flughäfen gehören nun mal auch zu unserer modernen gesellschaft.

nöcht...?!

22.09.2008
11:08
Ausstieg vom Ausstieg?
von Meinungsfuchs | #12

Zwischen dem schaffen von Arbeitplätzen und Lärm- um Umweltterror gibt es wohl noch einen kleinen Unterschied.
Auch hat der Widerstand gegen den Ausbau des Flughafens bzw. der Ansiedlung einer Wartungsfirma für große Jets nichts mit Grundstückspekulanten zu tun.
Hier geht es schlicht und einfach um Lebensqualität für tausende Essener Bürger und um Umwelt- und Lärmschutz.
Arbeitsplätze, wie versprochen, werden mit Sicherheit nicht neu geschaffen sondern bestenfalls von Köln nach Mülheim verlagert.
Nur kleingeistige Politiker glauben an das Märchen von Arbeitplätzen in der Hoffnung bei der nächsten Wahl damit zu Punkten. Dies sind die Leute die profitieren wollen und zwar auf Koste der Bürger.
Die Kommentatoren die ja absolut kein Problem mit Fluglärm haben sind wohl die, die weit ab von jeglichen An- und Abflugschneisen leben. Auch sie sind von purem Eigennutz getrieben.

22.09.2008
11:00
Ausstieg vom Ausstieg?
von blindschleiche | #11

boah - nun lässt sich die essener linke vor den karren der bredeneyer villenbesitzer spannen.

getz ma ährlich, genossen: - seid ihr wirklich so bescheuert oder tut ihr nur so???

21.09.2008
15:50
Ausstieg vom Ausstieg?
von sprichdichaus | #10

#8
eigendlich warten die Essener ja schon seit einigen Jahren auf neue Arbeitsplätze . Zuviele Arbeitplätze hat Essen in den letzten 25 Jahren verloren. Wenn Sie hier schreiben das Essen durch Investitionen in den nächsten Jahren Arbeitsplätze schaffen wird kann einem nur ein mitleidiges Lächeln aufkommen. Essen ist einfach zu hoch verschuldet um solche Investitionen zu tätigen und das wissen auch die meisten Bürger/innen . Hier sind Unternehmer gefragt die sich hier neu ansiedeln möchten - denen aber egal ob Wartungshangar oder sonstiges Gewerbe immer wieder das Ansiedeln durch Bürgerinitiativen erschwert oder unmöglich gemacht wird.

21.09.2008
11:19
Ausstieg vom Ausstieg?
von MisterEd | #9

Eine handvoll gut-situierter Anwohner kämpft nun schon seit Jahren gegen den Flughafen, der für den gesamten Wirtschaftsstandort so enorme Vorteile bilden könnte. Die Wartungshalle ist dabei nur ein Bruchteil einer möglichenr Erfolgsgeschichte. Warum kuscht die Politik vor ein paar Grundstücksspekulanten statt sich klar für den Flughafen und dessen Ausbau einzusetzen. Für die Standortentscheidung vieler neuer, aber auch bestehender Unternehmen könnte ein uneingeschränktes Ja zum Flughafen ausschlaggebend sein.

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