Auch Grugaparktherme muss ihre Preise erhöhen

Im Sommer soll das Japan-Haus, die einzige Aufguss-Sauna der Grugapark-Therme, umfassend saniert werden.
Im Sommer soll das Japan-Haus, die einzige Aufguss-Sauna der Grugapark-Therme, umfassend saniert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ab Juli wird eine höhere Mehrwertsteuer fällig. Einem Besucherrückgang soll mit Investitionen wie der Sanierung der Japansauna vorgebeugt werden.

Essen-Rüttenscheid.. Die ab Juli fällige Mehrwertsteuererhöhung auf Saunabesuche von bislang sieben auf 19 Prozent trübt die Erfolgsbilanz der Grugaparktherme ein wenig.

Bundesweit werden Sauna-Fans dann tiefer in die Tasche greifen müssen, da diese Form der Entspannung nicht mehr als Gesundheitsprophylaxe gilt und damit höher besteuert wird. „Wir haben unsere Gäste bereits über Aushänge informiert, dass eine Preiserhöhung auf sie zukommt. Wie sich diese genau gestaltet, ist allerdings noch nicht klar“, sagt Karsten Peipe, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kurhaus im Grugapark GmbH.

Umsatzsteuererhöhung fällt auf Kunden zurück

Der Beschluss des Bundesfinanzministeriums liegt ihm ebenso schwer im Magen wie einigen anderen Kollegen: „Viele kleine Betriebe fürchten um ihre Existenz. Und auch wir werden um unsere Stammgäste kämpfen müssen“, sagt Peipe, der der Argumentation der Steuerwächter nicht folgen kann: „Von vielen Gästen wissen wir, dass es ihnen beim Saunieren zum einen um Entspannung, zum anderen aber auch um ihre Gesundheit geht. Die Entscheidung hat die ganze Branche in Aufruhr versetzt.“

Dass der Besuch der Therme künftig teurer wird, sei aber unumgänglich. „Wir werden die Steigerung der Umsatzsteuer um zwölf Prozent leider an unsere Kunden weiter reichen müssen“, bedauert Peipe. Allerdings seien die Eintrittspreise, die sich im Vergleich zu anderen Saunalandschaften im Mittelfeld bewegen, auch seit acht Jahren nicht erhöht worden – trotz Investitionen wie zuletzt der Modernisierung der Ruheräume im vergangenen Jahr.

Neuer Außenbereich für 2017 geplant

Zusätzlich müsse gleichzeitig mit der Preiserhöhung – die sich zwischen einem bis zwei Euro bewegen dürfte – kurzfristig ein Mehrwert geschaffen werden: „Wir denken beispielsweise über tägliche Erlebnisaufgüsse nach, die über das hinaus gehen, was wir bislang anbieten“, so Karsten Peipe. Wichtig sei, den Großteil der Stammgäste bei der Stange zu halten. Immerhin 80 Prozent der rund 80.000 Besucher im Jahr kommen regelmäßig in die Therme.

Um diese Besucher trotz höherer Preise nicht zu vergraulen, kündigte Peipe weitere Nachbesserungen an. So steht im Japan-Haus, der bislang einzigen Aufguss-Sauna der Grugapark-Therme, im Sommer eine umfassende Sanierung an. Unter anderem werden die stark beanspruchten Holzbänke dann komplett ausgetauscht. Auch für die nächsten Jahre sind die größeren Investitionen bereits fest abgesteckt. 2016 soll das bestehende Dampfbad im Innenbereich abgebaut und durch ein moderneres ersetzt werden. 2017 ist eine neue Sauna im Außenbereich geplant, „vermutlich eine Panorama-Sauna“, stellt Peipe in Aussicht.

Seit sechs Jahren schwarze Zahlen

Die umfassenden Modernisierungen werden nicht zuletzt durch die guten Ergebnisse der GmbH ermöglicht. Derzeit läuft der Jahresabschluss für 2014 noch. Fest steht aber bereits, dass im sechsten Jahr in Folge eine schwarze Zahl unter der Bilanz steht. Als gemeinnützige GmbH werden Gewinne nicht einbehalten, sondern für Investitionen verwendet.

„Die vergangenen Jahre stimmen mich zuversichtlich“, sagt Karsten Peipe, „und ich hoffe einfach darauf, dass die Steuererhöhung diese Entwicklung nicht zu sehr bremst.“