Art der Kirchen-Sanierung ist noch unklar

Altfrid Norpoth vom Gemeinderat zeigt die losen Steine.
Altfrid Norpoth vom Gemeinderat zeigt die losen Steine.
Foto: WAZ FotoPool
Neben der abgebrannten Turmspitze soll auch die marode Fassade der Kirche St. Hubertus erneuert werden. Über die Methode wird noch diskutiert.

Essen-Bergerhausen..  „Wann beginnt die Sanierung der Kirche?“, fragen immer wieder Gemeindemitglieder von St. Hubertus und Raphael. Über ein Jahr ist es her, dass ein Blitz die Kirchturmspitze von St. Hubertus an der Töpferstraße in Brand setzte. Nachdem die Gemeinde den Schock der Brandnacht am 3. Januar 2014 überwunden hatte, wurde schnell gespendet. Durch Aktionen wie Konzerte, Basare, Buchverkauf und Privatspenden kamen inzwischen über 38 000 Euro zusammen.

Gesammelt wird nicht in erster Linie für den Wiederaufbau der Turmspitze. „Die wird wohl das Bistum bezahlen“, sagt Altfrid Norpoth, stellvertretender Gemeinderatsvorsitzender von St. Hubertus und Raphael. Die Kosten für das rund sieben Meter große Turmstück sollen bei einer halben Million Euro liegen.

Schon kurz nach dem Brand gab es erste Überlegungen, im Rahmen der Turmsanierung auch gleich die marode Fassade der Kirche zu erneuern, um das teuere Gerüst nicht zwei Mal aufstellen zu müssen. Die Sandstein-Fassade der Kirche ist besonders auf der Wetterseite stark angegriffen, es fallen bereits Steine herab. Ein kleines Gerüst an der Kirchenseite schützt die Gläubigen seit Monaten davor. Im vergangenen Herbst hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, Gemeinderat von St. Hubertus und Raphael sowie Vertretern des Bistums zusammengefunden, um über Möglichkeiten der Sanierung zu diskutieren. „Wir wollten erst einmal ganz frei denken, was wir wollen, ohne die Kosten zu berücksichtigen. Das kommt im nächsten Schritt“, so Norpoth.

Nach etlichen Treffen hätten sich drei Varianten herauskristallisiert: verputzen wie eine Hauswand und die Steine eventuell aufmalen, verkleiden mit Glas oder anderen Materialien, oder die Wände mit Netzen sichern, wie an Straßen mit Steinschlag üblich. Auch die Möglichkeit, erst einmal nur den Turm zu sanieren, sei nach wie vor denkbar. Auch der Denkmalschutz sei zu berücksichtigen. „Eine Entscheidung erwarte ich nicht vor Anfang 2016. Dann müsste die Arbeiten ausgeschrieben und die Aufträge vergeben werden. Vor Mitte 2016 wird sich da nichts tun“, prognostiziert Norpoth. Die Komplett-Sanierung soll nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Euro kosten. Bei allen Varianten seien auch die Folgekosten zu berücksichtigen. In welcher Höhe sich die Gemeinde beteiligen muss, ist laut Norpoth noch unklar. Die bisher gesammelten Spenden würden aber keinesfalls reichen.

Bereits vor 30 Jahren sei die Sandstein-Fassade, unter der sich „unorthodox verlegte“ Backsteine befinden, saniert worden. Die damals verwendete Beschichtung sei aber nur wenige Millimeter tief in das Gestein eingedrungen – nicht tief genug. „Durch Risse und Löcher konnte Wasser dahinter gelangen“, erklärt Norpoth. Durch Frost würden die Steine dann herausgesprengt. An der Wetterseite seien 90 Prozent der Steine betroffen, ansonsten etwa 50 Prozent. „Unser Wunsch ist die komplette Wiederherstellung der Kirche, wie sie früher war“, bringt Norpoth die Überlegungen auf den Punkt.