Anwohner fühlen sich übergangen
13.12.2010 | 06:56 Uhr 2010-12-13T06:56:00+0100
Essen-Rellinghausen. Die Anwohner sind wütend, die Bezirksvertreter voller Fragen, die Verwaltung machtlos. Die Reaktivierung des Asylantenheims an der Sartoriusstraße ist umstritten, das Thema schlägt hohe Wellen.
Ende Oktober waren es 458 Flüchtlinge, die in Essen untergebracht werden mussten. Die vorhandenen Einrichtungen sind überbelegt. „Mietfähige“ Personen, daher solche, die einen gewissen Integrationsstand aufweisen und denen zuzutrauen ist, sich in eine Mietergemeinschaft einzufügen, sollen daher in Wohnungen des Allbau untergebracht werden. Die Einrichtung von Zeltlagern wird aufgrund der schlechten Wetterlage ausgeschlossen.
„Das Ganze ist über unsere Köpfe hinweg entschieden worden, wir werden einen offenen Protest starten“, bekundete ein Bürger, der bei der letzten Sitzung der Bezirksvertretung II das Wort ergriff. „Wir machen das nicht mehr mit“, erklärte er und sprach für eine Gruppe von wütenden Anwohnern im Zuschauerraum.
Die Wut richtet sich vor allem gegen die Politik und die Verwaltung, die selbst jedoch bekunden, sie seien machtlos. „Die Ursache für das Problem einer Überzahl an Asylbewerbern liegt letztendlich in der Lockerung der Visa-Bestimmungen durch die EU im Jahr 2009“, erklärte Volker Koch als Experte der Verwaltung. Gerade aus Serbien und Mazedonien sei eine Flut von Asylbewerbern nach Deutschland gekommen, viele von ihnen stellten nun Folgeanträge, um nicht wieder in ihre Heimatländer abgeschoben zu werden. „Diese Anträge haben keine Aussicht auf Erfolg, aber aufgrund der Witterungslage wird in diesem Winter keiner abgeschoben“, berief sich Koch auch auf eine aktuelle Anweisung des Landesinnenministers.
Nun laufen die bereitgestellten Flüchtlingsunterkünfte über, alte Standorte, wie eben der an der Sartoriusstraße, werden reaktiviert. Auf der einen Seite stehen die Anwohner, die, ob aus Erfahrung oder Vorurteil, um ihre Sicherheit bzw. um ihr Hab und Gut fürchten. Sicherlich geht es auch um die Qualität des eigenen Wohnumfeldes, die man durch die Eröffnung eines Asylantenheims scheinbar bedroht sieht.
Stadt investiert 110 000 Euro für Instandsetzung
Auf der anderen Seite stehen Menschen, die auf der Flucht sind. Wenn auch nicht vor politischer Verfolgung, so doch zumindest vor wirtschaftlicher Not. Es ist die Hoffnung auf ein besseres Leben, die die Menschen dazu bewegt, ihre Heimatländer zu verlassen.
Dieses Dilemma wird auch nach dem Winter nicht gelöst sein. Immerhin investiert die Stadt allein in den Standort Sartoriusstraße knapp 110 000 Euro, unter anderem um die Heizungs- und Stromeinrichtungen in Stand zu setzen. Es scheint eine Investition in die Zukunft zu sein: Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Asyl begehren, steigt konstant und sie steigt stark. Seit 2007 sind die Zugänge deutschlandweit um 100 Prozent gestiegen.
„Die geplanten Investitionen zeigen, dass es sich hier um eine längerfristige Perspektive handelt“, analysierte Helmut Dinter, FDP-Vertreter in der BV II. Einen einfachen Lösungsweg gebe es nicht. Die CDU zeigte sich kritisch: „Wir sind gegen die Wiedereröffnung der alten Standorte. Man muss bedenken, dass die Menschen aus rein wirtschaftlichen Gründen hier sind“, meinte CDU-Sprecher Heinz-Leo Draese.
Unterdessen mahnte die Linke zu einem anderen Ton in der Diskussion: „Mir wird schlecht, wenn ich höre, mit welchen Vorurteilen gegenüber ethnischen Gruppen hier gearbeitet wird. Ich bedaure das“, sagte Linken-Vertreterin Cornelia Swillus-Knöchel. Einig waren sich alle darüber, dass aus Fehlern der Vergangenheit gelernt werden müsse. So solle es eine verstärkte Betreuung durch Sozialarbeiter und Polizei geben, um Konflikte zwischen Anwohnern und Asylbewerbern zu vermeiden. „Wir brauchen auch einen runden Tisch mit Bürgervertretern“, bekräftigte Bezirksbürgermeister Michael Th. Roy (SPD). Eine politische Entscheidung stand der Bezirksvertretung II letztlich nicht zu. Die Pläne wurden ihr lediglich zur Kenntnisnahme vorgelegt.
20:47
dies gilt ebenso für die EU. Eine neue Flüchtlingspolitik muss her.
20:46
Deutschland kann und darf -auch wirtschaftlich gesehen- nicht das Auffangbecken für die Probleme anderer Nationen werden.
10:23
Hallo, Bobbysky, wohl am Thema vorbei. Sogenannte Strassenköter (die sich selbst nicht helfen können) kosten lange nicht so viel Geld wie Asylanten, die mit Kind und Kegel, Oma, Opa, Tanten, Onkel, Enkelkinder und dem ganzen Anhang kommen. Und die meisten kommen wirklich aus wirtschaftlichen Gründen. Da in Deutschland eher Asylanten geholfen wird als deutschen Mitbürgern, ist es für diese Menschen ein Paradies gegenüber ihrem Heimatland. Wir Steuerzahler kommen ja für alles auf. Und dürfen dann noch den Deutschunterricht bezahlen. Gehen Sie doch mal woanders hin und wollen bezahlten Sprachunterricht. Die lachen Sie aus. Wenn wirklich Laib und Leben bedroht ist, bin ich für Aufnahme. Alle Anderen wollen nur den Sozialstaat nutzen.
Ich kann die Anwohner verstehen
20:31
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19:28
Ach ,hört doch auf!Seien wir doch ehrlich,wenn es sich um irgendwelche Straßenköter aus Spanien oder Griechenland handeln würde,wären zur Weihnachtszeit alle tief gerührt.
19:17
wünschen den betroffenden Anwohnern alles Gute und hoffentlich eine Lösung in derem Sinne.
Nicht nachgeben und den Protest öffentlich machen. Viele, sehr viele Menschen haben für Ihr Anliegen vollstes Verständnis.
19:04
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18:59
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18:08
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