Das aktuelle Wetter Essen 9°C
Altbau

Alter Bergbauschule im Essener Südviertel droht der Abriss

10.02.2016 | 12:30 Uhr
Alter Bergbauschule im Essener Südviertel droht der Abriss
Ist beim Amt für Denkmalschutz zwar nicht gelistet, für das Quartier rund um die Beethoven- und Gutenbergstraße aber prägend: Die ehemalige Bergbauschule, die seit 1987 vom Regionalverband genutzt wird.Foto: Stefan Arend

Essen-Südviertel.   Der Regionalverband Ruhr als Eigentümer möchte das Gebäude verkaufen. Bei der Stadt liegt bereits eine Bauvoranfrage für drei Mehrfamilienhäuser vor.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Bergbauschule im Südviertel steht vor einer ungewissen Zukunft: So bestätigte der Regionalverband Ruhr als Eigentümer, dass er das prägende Gebäude an der Ecke Gutenberg-/Beethovenstraße im Rahmen eines Bieterverfahrens verkaufen möchte. Nach Angaben von Sprecherin Barabara Klask werden die Büros noch bis 2017 genutzt. Danach soll das historisch nicht unbedeutende Haus unter den Hammer.

Gerüchte rund um die ehemalige Bergbauschule kursieren schon länger im Südviertel: So hatte Marion Buschkönig, Grünen-Politikerin und stellvertretende Bürgermeisterin im Bezirk I, das Thema bereits im vergangenen August zur Sprache gebracht. In der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlaments bestätigte die Stadt nun, dass eine Privatperson für den Standort eine Bauvoranfrage für drei Mehrfamilienhäuser gestellt habe.

Diese Anfrage sei so allerdings „nicht genehmigungsfähig“. Man habe mit dem Antragsteller Gespräche geführt und warte nun auf die entsprechenden Unterlagen, „da die Bauabsicht weiterhin besteht“. Die Stadtteilpolitiker beschlossen nun, das städtische Amt für Denkmalschutz und -pflege einzuschalten, um eine Unterschutzstellung zumindest zu prüfen. „Das Gebäude ist für das Viertel schon prägend, deswegen möchten wir das Denkmalamt zu Rate ziehen“, sagte Marion Buschkönig.

Steiger lernten dort ihr Handwerk

Nach Angaben von Petra Beckers, Leiterin des Denkmalamts, wird die alte Bergbauschule dort allerdings nicht geführt. „Das bedeutet aber natürlich nicht, dass das Gebäude nicht erhaltenswert wäre“, so Beckers. Vielmehr zeigten mehrere Beispiele auch in Rüttenscheid und dem Südviertel, dass sich historische Gebäude auch ohne die Auflage des Denkmalschutzes restaurieren und in ihrer Substanz erhalten ließen.

Bis heute weist eine Inschrift über dem großen Eingangsportal auf die Geschichte an der Gutenbergstraße 47 hin: Nach der Einrichtung der Bergbauschule 1908 und ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Schule von 1947 bis 1951 wieder aufgebaut. Die Bergfachschule gehörte dabei zum Ausbildungs-Geflecht der Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK), wie auch Dr. Stefan Moitra vom Deutschen Bergbaumuseum in Bochum bestätigt. So wurden an der Schule Steiger ausgebildet, ehe die Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff-Actien-Gesellschaft (Wasag) das Gebäude übernahm. Die Brüder Berthold und Harald von Bohlen und Halbach waren Mitte der 1950er-Jahre Mehrheitseigner des Sprengstoff-Unternehmens und verlegten den Sitz nach Essen. 1987 schließlich kaufte der Regionalverband Ruhr das Bürogebäude. Planungsfragen im Hinblick auf die künftige Nutzung seien mit der Stadt Essen abzustimmen, heißt es dort.

Jennifer Schumacher

Kommentare
10.02.2016
23:01
Alter Bergbauschule im Essener Südviertel droht der Abriss
von rolfnighthawk | #7

alles Quatsch,
Politiker urteilen nach Kassenlage , was den höchsten Gewinn bringt und/oder die Wiederwahl sichert, was die hohe Pension sichert. Nur...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
Messe Essen – ein Blick zurück
Bildgalerie
Messe Essen
Oldtimer bei der Tour de Rü
Bildgalerie
Oldtimer
Lämmer: Mast und Schlachtung
Bildgalerie
Hofladen
Grugapark im Wandel
Bildgalerie
Historische Fotos
article
11551006
Alter Bergbauschule im Essener Südviertel droht der Abriss
Alter Bergbauschule im Essener Südviertel droht der Abriss
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/essen/sued/alter-bergbauschule-im-essener-suedviertel-droht-der-abriss-id11551006.html
2016-02-10 12:30
Bergbauschule, Essen, Regionalverband Ruhr, Marion Buschkönig, Denkmal
Süd