177 Wohnungen am  Alfredspark in Holsterhausen werden saniert

Diese zweigeschossigen Häuser sollen saniert werden. Dabei geht es vor allem darum, die Dämmung zu verbessern.
Diese zweigeschossigen Häuser sollen saniert werden. Dabei geht es vor allem darum, die Dämmung zu verbessern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vivawest investiert in vier Bauabschnitten 5,7 Millionen Euro. Arndt Sauer lebt seit 56 Jahren dort und weiß, warum sich etwas ändern muss.

Essen-Holsterhausen.. Die in die Jahre gekommene Siedlung am Alfredspark wird ab August umfassend saniert. Das kündigte die Wohnungsbaugesellschaft Vivawest an, der ein Großteil der ehemaligen Krupp-Häuser gehören. Ab August sollen im ersten von vier Bauabschnitten 32 Wohnungen in acht Häusern aus dem Baujahr 1959 saniert werden. Die gesamte Bestandsmodernisierung ist auf zwei Jahre angelegt und umfasst 177 Wohnungen und ein Investitionsvolumen in Höhe von 5,7 Millionen Euro. In erster Linie geht es darum, die Dämmung der Häuser zu verbessern. So sollen die Dächer neu eingedeckt, alte Fenster und Eingangstüren ausgetauscht werden. Darüber hinaus werden Balkone an den zweigeschossigen Häusern angebracht.

Wie bitter nötig eine Modernisierung der Anlage ist, weiß Arndt Sauer, vielen als Leiter des Mehrgenerationenhauses in Altendorf bekannt, besonders gut. Bereits als kleiner Junge zog der heute 58-Jährige mit seinen Eltern in die grüne Siedlung an der Grenze zwischen Frohnhausen und Holsterhausen. Sein Vater war Ingenieur bei Krupp, für die junge Familie bot der Alfreds­park die perfekte Umgebung. „Hier haben damals unglaublich viele Kinder gelebt. Die Nachbarschaft kannte sich untereinander und die Häuser entsprachen zu dieser Zeit modernsten Standards. Die Siedlung hatte fast einen dörflichen Charakter“ erinnert sich Sauer. Ein eigener Pförtner habe nach dem Rechten geschaut, ein Gärtner sich um die Pflege der üppigen Grünanlagen gekümmert.

Viel Eigeninitiative bewiesen

Krupp war experimentierfreudig

Heute sei das anders: „Nicht nur durch den Pfingststurm wurden viele Bäume gekappt. Generell wird zu viel beschnitten, es fehlt ein stimmiges Konzept. Mittlerweile hören wir sogar die Autobahn, da bot das dichte Grün früher einen besseren Schutz“, sagt Sauer. Er lebt mit seiner Familie in einem der Bungalows, die von der Sanierung ausgenommen sind. „Wir haben auf eigene Initiative hin viel gemacht. Beispielsweise das Badezimmer erneuert, Fliesen und Parkettboden gelegt. Hätten wir das nicht gemacht, wären vermutlich noch immer Linoleum und die Keramik der 1960er-Jahre vorherrschend“, sagt Sauer mit unverkennbarer Ironie in der Stimme. Grundsätzlich sei zu wenig gemacht worden in den vergangenen Jahren.

Vor allem die energetische Sanierung sei ein wichtiger Schritt: „Viele Nachbarn putzen die Rahmen ihrer Fenster schon nicht mehr mit, weil sie befürchten, dass dann auch die letzte Farbe abblättert“, sagt Arndt. Trotz der relativ veralteten Wohnumstände ließe sich die Vivawest die Wohnungen gut bezahlen. „Wir zahlen aktuell 700 Euro für 78 Quadratmeter, ohne die Nebenkosten. Das ist schon eine Menge“, findet Sauer.

Miete wird nach Modernisierung um 1,26 Euro je Quadratmeter angehoben

Die nun anstehenden Sanierungen wird die Vivawest freilich nicht komplett allein schultern. So werden die Mieter an den Kosten beteiligt – bis zu elf Prozent der Modernisierungskosten können laut Gesetzgeber auf die Mieter umgelegt werden. Diesen Rahmen schöpfe man aber nicht komplett aus. So steigen die Mieten bei den nun am Alfreds­park 4, 6, 28, 30, 42, 44, 46 und 48 startenden Sanierungen um monatlich 1,26 Euro pro Quadratmeter. Dort werden auch die Anlagen neu bepflanzt. Wann und wo die nächsten Bauabschnitte in Angriff genommen werden, teile die Vivawest zu einem späteren Zeitpunkt mit.

Trotz mancher Ärgernisse, Arndt Sauer würde dem Alfredspark nie den Rücken kehren: „Man lebt mitten in der Stadt und schaut dennoch ins Grüne. Ebenso wie ich sind hier auch meine Kinder groß geworden und wachsen jetzt auch meine Enkel auf. Ich bin sehr eng verbunden mit dieser Siedlung.“