Sturmtief „Niklas“ bremst Autos, Busse und Bahnen aus

Mit Windböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde hat Sturmtief „Niklas“ Essen gestern durchgeschüttelt. Zum Vergleich: Beim Pfingstunwetter 2014 stürmte es mit bis zu 140 km/h. Auch wenn gestern den halben Tag über kaum ein Zug am Hauptbahnhof fuhr, brachte „Niklas“ Essen lange nicht so viel Zerstörung wie „Ela“. Der wichtigste Unterschied zum Pfingstunwetter: In Essen wurde niemand verletzt, größere Schäden wurden bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Straßen und Autobahnen

Großes Glück hatten zwei Frauen, die gegen 7 Uhr in einem Auto an der Gladbecker Straße/Ecke Grillostraße im Nordviertel unterwegs waren, als ein Baum auf den Wagen fiel. Die Frauen blieben unverletzt. Aus Sicht der Feuerwehr war der gestrige Sturmtag alles in allem „nicht dramatisch“, sagt Ulrich Bogdahn, Leiter der Feuerwehr. Zu über 130 Sturm-Einsätzen rückten die Einsatzkräfte bis zum Abend aus. Darunter waren 18 Fälle, in denen Bäume auf Straßen oder Gehwege gefallen waren. Zwei Mal musste die Feuerwehr auf der A 52 den Weg frei machen: An der Abfahrt Bergerhausen und an der Auffahrt Rüttenscheid waren Bäume umgekippt.

Dachschäden

Während im Hauptbahnhof gestrandete Pendler ausharrten, stürzte am Südeingang in Richtung Freiheit ein Teil der Fassade ab. Ein etwa ein mal ein Meter großes Stück Plexiglas der Außenverkleidung krachte auf den Boden vor dem Evag-Kundencenter. Weitere Teile drohten sich zu lösen. Ein Turmwagen wurde angefordert, um die Teile zu bergen. Dieselbe Verkleidung war schon beim Pfingststurm heruntergerissen worden.

Einen Dachschaden verursachte „Niklas“ auch am Krayer Rathaus. Dort musste der Platz vor dem Gebäude aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Stadtteilbibliothek, Jugendamt und Standesamt schlossen.

Busse und Bahnen der Evag

Laut Evag gab es bei den Bussen und Bahnen am Vormittag nur kleinere Störungen. Die Linie 142 konnte zwischenzeitlich nicht an der Station „Polizeischule“ halten, weil ein Baum im Weg lag. Auch im Heisinger Wald versperrte ein umgekippter Baum den Linien 145 und 146 kurzzeitig den Weg. Die Busse fuhren einen Umweg.

Parkanlagen und Wälder

Der Grugapark öffnete wegen des Sturms gar nicht erst. Andere Parks blieben zwar offen, doch die Stadt warnte vor einem Besuch: Es bestehe die Gefahr, von herunterfallenden Ästen verletzt zu werden. Gleiches galt für Wälder und Sportplätze.