Sturm-Folgen: 1100 Autos am Haken

Als die Stadt nach dem Pfingststurm beschlossen hat, alle Straßenbäume auf mögliche Schäden und somit Gefahren zu kontrollieren, da war klar: Ohne Abschleppen wird dieses stadtweit angelegte Vorhaben nicht über die Bühne gehen. Nun, da diese Arbeiten so gut wie abgeschlossen sind, steht auch die Abschlepp-Bilanz fest: rund 1100 Fahrzeuge hingen am Haken, da sie die Baumkontrollen behinderten. Für die Halter bedeutete das nicht nur Ärger und Zeitaufwand, sondern auch 160 Euro.

Über das Parkverbot informierte die Stadt die Anwohner jeweils drei Tage vor dessen Gültigkeit. Dazu stellte die Stadt an den betroffenen Straßen Parkverbots-Schilder auf, um zu gewährleisten, dass kein Auto die Arbeiten mit den mitunter großen Fahrzeugen stört, die in die Straßen ausrückten. Listen mit den Straßenzügen wurden auf dem städtischen Internet-Portal veröffentlicht. Dennoch war zu befürchten, dass diese Informationen nicht jeden Bürger rechtzeitig erreichen, zumal diese Arbeiten samt Parkverboten in die Sommerurlaubszeit fielen.

Grün & Gruga-Betriebsleiter Bernd Schmidt-Knop erklärte einerseits die Dringlichkeit der Kontrollen mit Blick auf mögliche Gefahren für die Menschen: So hatten etwa viele dicke Äste Risse, so dass sie plötzlich abzuknicken drohten. Gleichzeitig riet Ordnungsdezernent Christian Kromberg den Anwohnern wegen der beginnenden Urlaubszeit, Autos frühzeitig umzuparken oder vor Abreise, den Nachbarn die Fahrzeugschlüssel zu überlassen.

Das tat etwa auch ein Paar aus Rüttenscheid. Tatsächlich stellte der Nachbar den ihm anvertrauten Wagen um, im festen Glauben daran, ihn so vor dem Abschlepphaken gerettet zu haben. Was er dabei übersah: Am neuen Stellplatz galt genau zu dem Zeitpunkt ebenfalls bereits das Parkverbot. Und so blieb auch diese beiden Urlaubsrückkehrer die böse Überraschung nicht erspart. So mancher klagte über die Unverhältnismäßigkeit, mit der die Stadt vorging.

Die erklärt: „Die Auswertung des Ordnungsamtes zu Abschleppmaßnahmen im Rahmen der Baumsicherungsarbeiten lässt erkennen, dass überall dort, wo der Parkdruck sehr hoch ist, auch mehr abgeschleppt werden musste“, sagt Stadtsprecherin Jeanette von Lanken. „Ein weiteres Beispiel neben Rüttenscheid ist der Bereich rund um das Uniklinikum. Auch die Arbeiten im Bereich der Evag-Oberleitungen an der Hufelandstraße, wo es offizielle Halteverbote gab, waren problematisch und hatten 40 Abschleppmaßnahmen zur Folge.“ Sie bestätigt zwar einige Beschwerden von Bürgern, sagt jedoch: „Im Nachhinein hatten die meisten aber doch Verständnis.“