Streit um Sanierung der Ruhrtalbrücke während Messe in Essen
31.01.2013 | 19:15 Uhr 2013-01-31T19:15:00+0100
Essen. Rolf Fliß, Aufsichtsratsmitglied der Messe Essen, wirft dem NRW-Verkehrsministerium "Arroganz und Ignoranz" vor. Der Hintergrund: die A52-Sperrung während der Messe "Schweißen & Schneiden" Mitte September dieses Jahres. Die A52 aus Düsseldorf sei eine wichtige Anbindung zur Messe.
Der Streit um die „Schweißen & Schneiden “ geht in die nächste Runde, der Ton wird dabei deutlich schärfer: Eine „kaum zu überbietende Arroganz und Ignoranz“, wirft Rolf Fliß, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion und Aufsichtsratsmitglied der Messe Essen, dem NRW-Verkehrsministerium vor. „Wir treiben hier eine irrsinnigen Aufwand, um diese Weltmesse in Essen alle vier Jahre sauber über die Bühne zu bringen, und das Land speist uns hier ab.“ Hintergrund des Streits ist die geplante Sanierung der Ruhrtalbrücke im Sommer dieses Jahres. Dazu will der Landesbetrieb Straßen die A 52 in Richtung Essen vom 1. Juli bis zum 30. September sperren. Doch ausgerechnet vom 16. bis 21. September bittet die Messe Essen zur „Schweißen & Schneiden“ (die NRZ berichtete).
Bedeutsamste Messe für Essen
„Das ist die bedeutsamste Messe für den Messeplatz Essen. Eine Zuwegung über die A52 aus Düsseldorf ist essenziell wichtig“, so Rolf Fliß. Die Notwendigkeit einer Sanierung der Ruhrtalbrücke stehe außer Frage, „der Zeitpunkt dieser Maßnahme sollte allerdings so gewählt werden, dass die Schweißen und Schneiden nicht gefährdet wird“.
Fliß hatte sich in dieser Frage an Arndt Klocke gewandt, den verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Landtag. Doch der Vorschlag, Landesbetrieb und NRW-Verkehrsministerium sollten prüfen, ob die Bauarbeiten 14 Tage vorgezogen oder deutlich früher als geplant beendet werden können, wurde in Düsseldorf schnell vom Tisch gewischt: Die Messe richte sich lediglich an ein reines Fachpublikum, „die Besucherzahlen bleiben da im Rahmen“ ließ der zuständige Referatsleiter Werner Werth mitteilen. Dies sei im übrigen von Straßen.NRW berücksichtigt worden: „Wir können mit der Sanierung zeitlich auch nicht nach vorn rücken, die Fahrbahnübergänge können seitens der produzierenden Firmen nicht vor dem 1. Juli geliefert werden.“
Vollsperrung keine Option
Eine Vollsperrung beider Fahrtrichtungen sei auch keine Option, „es gibt im Unterschied zur A 40 keine echten Ausweichrouten“. Eine Verkürzung der Bauarbeiten sei ebenfalls nicht möglich, da alle vier Fahrbahnübergänge ausgetauscht werden müssen, so Werth. „Im Schatten der Arbeiten werden übrigens auch noch andere Tätigkeiten auf der A 52 mit erledigt.“ Im übrigen sei die Messe an den Gesprächen zur Sperrung beteiligt gewesen.
„Richtig“, sagt Fliß, „aber an den Gesprächen für die ursprüngliche Planung, die eine Sanierung in 2014 vorsah. Dass die Arbeiten ein Jahr vorgezogen werden, war da kein Thema.“ Die Essener Grünen jedenfalls wollen sich mit der Antwort nicht abspeisen lassen: „Da ist jetzt Minister Groschek gefordert, wir müssen das aus Essener Sicht offenbar deutlicher ansprechen.“ Über ihre Landtagsabgeordneten wollen die Essener Grünen versuchen, die Terminplanung zu ändern: „Ich denke, dass hier alle Essener Parteien aufgefordert sind, klar Stellung zu beziehen. Vor allem Oberbürgermeister Reinhard Paß als Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Essen ist in der Pflicht, auf Düsseldorf und seinen Parteifreund Michael Groschek einzuwirken.“

13:11
Lieber Michelino.
Ich denke, Sie haben an sich Recht mit Ihren Argumenten.
Daher sollten Sie dann auch etwas mehr Vertrauen in das Publikum haben.
Meine Kollegen reisen für wichtige Messen innerhalb Europas, nach USA oder Asien, mit Flugzeug, Bahn, Taxi, Rikscha - je nachdem, was geboten ist. Und ganz sicher spielt die Parkplatzsituation vor Ort in Detroit keine Rolle bei der Entscheidung, ob diese Messe besucht wird.
Da dürfte es den Besuchern der Schweißen&Schneiden sicherlich egal sein, über welche Brücke sie die letzten zwanzig Kilometer Anfahrt zurücklegen...
Oder ob sie vom Hauptbahnhof aus nun 10 oder 20 Minuten mit der U-Bahn fahren müssen, wird auch nebensächlich sein.
Sollte also so eine Lappalie wie eine gesperrte Brücke den Erfolg der Messe gefährden,
wäre Ursachenforschung an ganz anderer Stelle angebracht.
16:52
Alleine die Tatsache, dass die Messen Schweißen & Schneiden Equitana, Motorshow, Spiel, Techno Classica, IPM auf dem Essener Ausstellungsgelände residieren, sagt das Gegenteil aus. Hinzu kommen jährlich 1,3 Mio Besucher, womit sich die kleine Messe Essen im oberen Feld der Messestandorte in Deutschland befindet. Für den Standort Essen und dem Ruhrgebiet bedeutet die Messe nicht nur Prestige und Internationalität, sie ist enorm wichtig für Gastronomie, Hotelerie und Taxigewerbe und wer sonst noch alles daran hängt. Man sollte mal Taxifahrer, Hoteliers oder Gastronomen, was die von der tollen Idee manches Kommentarschreibers hier halten, den Messestandort zu schließen.
14:33
Manche Kommentare sind an Einfältigkeit kaum noch zu überbieten. Auf ins Dschungelcamp!
Klar, für den Stelzenschlumpfsammler ist Schweißen und Schneiden keine wichtige Messe, für das Fachpublikum sehr wohl. Und für das ist es auch wichtig, gut nach Essen und wieder weg zu kommen.
Natürlich kann man die Messe auch woanders abhalten. Genauso wie man Verwaltungen und andere Arbeitsplätze woanders plazieren kann, Einkaufszentren, Fachgeschäfte, Fußballstadien (ja, das ist wirklich über in Essen, mit den beiden insolventen Zwölftklassen- Vereinen) (was brauch ich ein Anglerfachgeschäft in Essen, ich angle doch garnicht...).
Immerhin, wenn die Messe platt wäre, hätte man schonmal den Platz für eins der beiden erforderlichen Scharniere, die man für den großen Klodeckel benötigt, der über Essen drüber kommt, wenn alle Wünsche der Einfaltsbürger in Erfüllung gegangen sind.
Ein äußerst sachlicher , niveauvoller mit Argumenten gar überbordender Kommentar.
...dessen durchaus beachtliche Ironie Sie aber nicht von der Hand weisen können, lieber Hubelwusel... oder? ;-) Und im Grunde sagt er nicht einmal etwas Falsches...
14:06
Dann kann man Schweißßen und Schneiden auch direkt auf die Brücke verlegen . Hier kann dann die neuste Technik direkt im Alltag getestet werdern.
Die Idee gefällt mir *daumen*
13:14
Die Einschätzung des Ministeriums, dass die Besucherzahlen im Rahmen bleiben werden, wird man teilen können. Immerhin handelt es sich nicht um die "Motor-Show", "Technoclassica" oder "ModeHeimHandwerk". Wenn der Aufwand von der Messe mit derselben Sorgfalt betrieben wird, wie die Erklärungen von Herrn Fliß (Zitat: "Wir treiben hier eine irrsinnigen Aufwand"), dann "Gute Nacht" für "Schweißen & Schneiden".
13:12
Die Herren und Damen #5, #6 und #8 haben ganz offensichtlich keinerlei Ahnung von der Bedeutung und der Wichtigkeit des Messestandorts Essen.
Zahlreiche wichtige Messen können nicht mehr in Essen stattfinden, weil der Platz nicht (mehr) ausreicht (soviel zum Thema Platzbedarf für Veranstaltungen in Essen).
Darüber hinaus empfehle ich den genannten Kommentatoren mal einen ausführlichen Blick in einschlägige Messeportale. Dort sind Besucherzahlen und Bedeutung der jeweiligen Messen sehr gut ersichtlich.
Aber die Herrschaften kommentieren lieber fleißig drauf los - ohne jegliches Hintergrundwissen.
12:16
Die Messe freut sich doch schön über die Sanierung der A52, nächste Woche wird es dann berichte geben, wegen dem Umbau A52 wird die Schweissen Messe verluste einfahren. Dann haben alle bereits jetzt einen Grund warum auch die Weltmesse in Essen nicht mehr funktioniert.
@5 trifft den nagel direkt auf den Kopf welche Veranstaltung in Essen braucht mehr Platz und neue Hallen ? Eine Mode Heim oder die Haus und Garten ??? Vielleicht sollte der Aufsichtsrat diese Frage stellen. Freuen wir uns auf die Antwort der Messe GF ......
Andere Messeplätze haben gleiche Herrausforderungen und nehmen es einfach hin. Aber in Essen geht jetzt die Welt unter. Vielleicht sollte man die Schweissen Messe absagen, wenn eh alle Besuche rüber die 52 kommen :-) Was eine Lachnummer !!!
11:56
Oh nein , das Abendland geht unter , die wichtigste Messe der Welt ist nicht über die A 52 zu erreichen.
Wenn es den Pseudo-Wichtigheimern irgendwann einmal um die "Bedeutung " dieses Standortes gegangen wäre, hätten sie sich um einen neuen Platz mit Optionen zur vernünftigen Erweiterung bemüht. Anstelle eingepfercht zwischen Wohnbebauung und Tulpenbeeten hätte man die Messe mit den entsprechenden Partnen auf damals noch brachliegenden Flächen im Norden der Stadt ansiedeln können.
Das ist nun vorbei, jetzt ginge es noch am Flughafen , aber dazu fehlt es unserer Politiker -Elite mal wieder an Weitblick. So siedeln wir weiter im Norden Gebrauchtwagenhändler aller Art an und lamentiert wieder über das böse böse Düsseldorf. Aber dieses Messetorso wird dort nicht für schlaflose Nächte sorgen, dafür haben unsere Spitzen-Aufsichtsratmitglieder der Messe Esen bereits alles getan.
Wann endlich werden wir einmal von Fachleuten verwaltet ? Essen ist nur noch verfilzter Durchschnitt.
Sie sind nicht richtig informiert! Alleine die Tatsache, dass die Messen Schweißen & Schneiden Equitana, Motorshow, Spiel, Techno Classica, IPM auf dem Essener Ausstellungsgelände residieren, sagt das Gegenteil aus. Hinzu kommen jährlich 1,3 Mio Besucher, womit sich die kleine Messe Essen im oberen Feld der Messestandorte in Deutschland befindet. Für den Standort Essen und dem Ruhrgebiet bedeutet die Messe nicht nur Prestige und Internationalität, sie ist enorm wichtig für Gastronomie, Hotelerie und Taxigewerbe und wer sonst noch alles daran hängt. Fragen Sie mal Taxifahrer, Hoteliers oder Gastronomen, was die davon halten, den Messestandort zu schließen.
Wo habe ich geschrieben, daß die Messe schließen soll ? Die Messe in ihrer jetzigen Art ist ein Torso, der immer unter seiner eingezwängten Lage leiden wird. Dank unserer "weltgewandten " Verantwortlichen gelingt auch bei diesem Thema nicht der große Wurf sondern es wird in der professionellen Provinzialität weitergewurschtelt. Und was die Sperrung der A 52 angeht : Wer zur Schweißen und Schneiden möchte, wird Wege finden, die Messe zu erreichen. Jedenfalls ist mir nicht bekannt, daß während der monatelangen Sperrung der A 40 alle Kongressteilnehmer und Geschäftsreisende z.B. in Dortmund angekommen sind. Man sollte die Flexibilität seiner Gäste nicht unterschätzen.
10:58
Besonders schön finde ich den folgenden Satz: "...auf Düsseldorf und seinen Parteifreund Michael Groschek einzuwirken.“"
Was muss man sich auch an Absprachen und Planungen halten, wenn man immer noch die Möglichkeit hat, etwas zu kungeln.... Willy lässt grüssen, immer noch.
Ansonsten hat #5 alles gesagt.
Na, und folgende Schlussfolgerung ist einfach nur arrogant, weltfremd und dumm.
"Man kann keinen Messegast dazu zwingen, mit der Bahn anzureisen zumal diese Möglichkeit auch nicht für alle gezogen werden kann."
Dumm ist der, der meint, es wäre dumm so zu denken.
Sie sehen es ja an den Menschen, die jeden Tag die Einkaufszentren auf der grünen Wiese überlaufen, weil es dort freie Parkplätze gibt. Die Städte haben seinerzeit versucht, die Kunden zu zwingen, mit der Bahn anzureisen, indem sie die Parkgebühren erhöhten und die Innenstädte für den Autoverkehr schwer zugänglich machten. Das Resultat ist bekannt. Genau so verhält sich das mit allem, auch in Bezug auf die Messe, aber träumen Sie ruhig weiter Ihren Traum..
10:43
Falls es noch niemand bemerkt haben sollte, in Essen gibt es schon lange keine wichtigen Messen mehr. Die meisten sind Kinderquatsch, die braucht keiner wirklich, der Messestandort Essen ist tot, nur die Verantwortlichen wollen es nicht akzeptieren, da gehen Pöstchen verloren. Da schmeißt man gute Millionen schlechten trotz lehrer Kassen hinterher.
Die Kohle wäre besser für eine schöne bessere Gruga und den Versuch einer Landesgartenschau ausgegeben.
Haben Sie den Artikel gelesen? Die Messe Schweißen & Schneiden ist eine Leit- und Weltmesse, aber aus Ihrer Sicht nicht wichtig. Was ist mit Equitana, Motorshow, Spiel, Techno Classica, IPM, alle nicht wichtig? Essen hat zwar einige bedeutende Messen verloren, aber irgendwas muß da wohl an Ihnen vorbeigegangen sein oder?
Der Messestandort ist nur dann tot, wenn die Ertüchtigung nicht bald erfolgt und wenn Leute wie Sie das weiterhin zu verhindern versuchen. Fragen sie mal in der Gastronomie und Hotelerie nach, was die von Ihren Vorschlägen halten. Ohne die Messe ist Essen Provinz und verliert den Rest Internationalität.