Straßenverkehr forderte 13 Tote
17.02.2009 | 21:01 Uhr 2009-02-17T21:01:13+0100POLIZEI. Neun der Opfer waren Senioren, geht aus der Unfallbilanz 2008 hervor. Zahl der verunglückten Kinder weiter gesunken.
Mehr Unfälle, weniger Verletzte, mehr Tote auf den Straßen der Stadt und noch einmal deutlich weniger verunglückte Kinder - dies sind die Schlaglichter der Verkehrs-Bilanz für das vergangene Jahr, die die Essener Polizei gestern vorstellte. 13 Menschen verloren in 2007 ihr Leben im Essener Straßenverkehr, das waren fünf mehr als im Jahr zuvor, dennoch zwei weniger als 2006. Neun der Opfer waren Senioren. Acht der tödlichen Unfälle wurden von älteren Menschen selbst verursacht, wie Polizeidirektor Burkhard Kowitz gestern verdeutlichte: "Das ist etwas, was mich sehr betroffen gemacht hat", sagte der Chef der Verkehrsdirektion, der mit Blick auf den "gravierendsten tödlichen Unfall" des vergangenen Jahres nicht müde wird, Gesundheitsuntersuchungen für alle Autofahrer über 65 zu fordern: 78 Jahre alt war der Autofahrer, der auf dem Zehnthof in Kray im Stau stehende Autos überholte und zwei Fußgängerinnen auf einer Mittelinsel erfasste. Eine Frau starb, die zweite, hochschwanger, lag längere Zeit im Koma.
Alle 25 Minuten krachte es zwischen Karnap und Kettwig: 21 391 Verkehrsunfälle - das sind vier mehr als im Jahr 2007 - zählte die Polizei. 2262 Verkehrsteilnehmer wurden bei 1845 Unfällen (- 4,6 %) mit mehr als nur Blechschäden verletzt, 324 davon schwer.
"Fantastische Zahl erreicht"
Als "fantastische Zahl, die wir da erreicht haben" wertet der Polizeidirektor den weiteren Rückgang der Unfälle mit Kindern. Der positive Trend aus 2007 hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt: Binnen eines Jahres sank die Zahl der verletzten unter 15-Jährigen von 244 um 10,2 Prozent auf 219. In 2006 noch Träger der "Roten Laterne" im Vergleich der Großstädte liegt Essen mittlerweile fast im Landesschnitt, wie die so genannte Verunglücktenhäufigkeitszahl zeigt: Rein rechnerisch verunglückten demnach in Essen 293 bis zu 14-Jährige pro 100 000 gleichaltriger Einwohner, im NRW-Durchschnitt waren es 283. "Wir haben das Ziel, die Unfälle mit Kindern weiter zu senken, sehr gut erreicht. Ob man das halten kann, kann aber kein Menschen sagen", warnte Kowitz vor zu hohen Erwartungen.
"Fast unerträglich" ist es für den Verkehrsexperten der Polizei inzwischen, "wie viele Menschen nach einem Unfall flüchten": Jeden Tag registrierte die Polizei zwölf dieser Straftaten, von denen nahezu jede zweite aber aufgeklärt wurde. 4445 Verkehrsteilnehmer machten sich in 2008 nach einem Crash aus dem Staub. Das waren 124 mehr als im Jahr zuvor.
24 Unfallbrennpunkte stehen in Essen unter besonderer Beobachtung: An der Altendorfer /Helenenstraße passierten überdurchschnittlich viele Abbiegeunfälle mit Fußgängern, auf der Alte Bottroper krachte es ungewöhnlich oft auf der Kreuzung Weidkamp, während es auf der Schützenbahn zu besonders vielen Rotlichtverstößen kam - ein Verhalten, dass "nicht nur da an der Tagesordnung ist", wie Dirk Wondorf von der Verkehrsdirektion weiß. Zumindest an der Schützenbahn sei deshalb eine Überwachung durch die Stadt im Gespräch.
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