Straßenstrich erregt die Gemüter und die Neugier
05.03.2009 | 18:06 Uhr 2009-03-05T18:06:00+0100
Essen. Am Freitag öffnet der neue Straßenstrich auf dem Ex-Kirmesplatz in Essen. Damit soll die millionenschwere Pleitengeschichte einer verfehlten Planung ein gutes Ende nehmen. Viele Neugierige schauten sich am Donnerstag zwischen den grünen "Verrichtungsboxen" schon um.
Donnerstagnachmittag, kurz vor halb drei, auf dem neuen Straßenstrich: Der Elektriker, der mit einem Akkuschrauber hantiert, hat die Nase voll. „Was ist denn hier für ein Auftrieb”, wettert er. „Wenn ich in Kindergärten oder Schulen stehe, interessiert das niemanden! Aber hier . . .”
Ständig kämen Schaulustige vorbei, „dabei will ich hier bloß in Ruhe arbeiten.” Er steht in einer der zehn so genannten „Verrichtungsboxen” aus grünem Kunststoffgeflecht. An der rechten Wand, auf der Beifahrerseite, wurden gestern noch elektrische Notknöpfe für die Frauen installiert. Alles fertig sein soll am Freitagabend, wenn der Platz stillschweigend in Betrieb genommen wird (WAZ berichtete).
Das Ende einer langen Pleitengeschichte
Damit soll die millionenschwere Pleitengeschichte des ungeliebten Kirmesplatzes doch noch ein gutes Ende nehmen. Im Frühjahr 2000 wurde er eröffnet, mehrere tausend Quadratmeter sauber verlegtes Verbundsteinpflaster plus Lampen plus WC – früher war dort mal eine Kläranlage. 3,8 Millionen DM ließ die Stadt es sich kosten, den örtlichen Schaustellern endlich ein festes Domizil bieten zu können. Doch früh munkelten die ersten: Das kann nicht gut gehen. Der Platz liege zu weit ab, hieß es, und die Bus-Anbindung sei mangelhaft. Im Herbst 2007 fand die letzte Kirmes an der Gladbecker Straße statt.
Als „Planungsfehler” möchte Stadtplanungsdezernent Hans-Jürgen Best den Kirmesplatz nicht verstanden wissen. „Allerdings lag die Entscheidung für diesen Platz vor meiner Amtszeit.” Best amtiert seit 1998. Doch er betont: „Damals gab es keine Alternative, außerdem wurde die Entscheidung von sämtlichen Akteuren mitgetragen.”
Für weitere 400.000 Euro ist der Platz jetzt umgestaltet worden, steinerne Poller, akkurat im Zwei-Meter-Abstand gesetzt, führen den Autoverkehr; Halteverbote und Parkflächen für Wohnwagen sind amtlich ausgewiesen.
Eltern und Lehrer protestieren
Der Sperrbezirk wurde erheblich ausgeweitet, Polizei und Ordnungsamt werden verstärkt Streife fahren. Verhindert werden soll auf jeden Fall, dass sich künftig die Prostitution andernorts abspielt. In der Nachbarschaft sind eine Grund- und eine Förderschule. Deren Lehrer und Eltern protestieren gegen den neuen Straßenstrich bis heute.
„Wir nehmen Ihre Sorgen Ernst”, betonte Sozialdezernent Peter Renzel noch am Mittwoch vor Mitgliedern einer Bürgerinitiative. Beklagte aber auch: Einladungen zu Gesprächen seien die Kritiker nicht gefolgt.
PS: Nebenan, an der „Shell”-Tankstelle, verkaufen sie schon jetzt drei bis fünf Päckchen Kondome täglich. Ob es künftig mehr werden? „Mal sehen”, murmelt der Verkäufer und grinst ein bisschen.
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15:32
Diese ewige Nörgelei geht mir auf den Senkel. Den Straßenstrich wird es immer in Essen geben. Das Wo zu beeinflussen ist also grundsätzlich zu begrüßen. Als ich letztens vorbeifuhr fiel mir das Beet zur Straßenseite hin positiv auf. Nicht-Ortskundige werden aus dem Auto heraus m.E. nichts vermuten. Als ich in der WAZ von Spannern las, musste ich schmunzeln: wahrscheinlich stehen diejenigen, die ihre Privatsphäre z.B. im angrenzenden Schrebergarten gestört sahen nun mit der Kamera hinter der Hecke!
15:25
In jeder größeren Stadt gibt es irgendwo einen Straßenstrich. Was für ein Palaver. Essen ist auch nichts besonderes. Auch hier gibt es Männer die Bedürfnisse haben. Der Kirmesplatz ist definitiv zu klein für alle Wohnwagen. Also zieht man ein Sträßchen weiter. In eine Straße wo keine Schulen und Kindergärten sind. Wo auch die Brummi-Fahrer schauen und anhalten können. Auch sie haben Bedürfnisse. Schließlich kommen die LKW´s nicht auf den Kirmesplatz gefahren. Jetzt kommt bestimmt der kluge Satz: Können doch parken und laufen. Wo sind denn abends freie Parkplätze für die LKW´s? Nirgends. Die Gladbecker Straße hat nicht so viele freie Stellplätze. Also ziehen die ach so unfeinen Damen ins Gewerbegebiet und hoppeln hier herum. Dort kann es keine Mami und kein Papi stören.
17:59
Mittwochs Happy Aua
all you can F**k fürn fuffi....
Erweitern Sie Ihren Wortschatz....Was heisst Tripper in einem weissrussischen Bergdialekt??
21:38
a dem 16.06. gibt es eine Alternative zum Straßenstrich auf dem Kirmesplatz -
Die Econova Allee - direkt bei Hornbach wird zum Wohnwagenstrich - 15 Wagen stehen schon da.
20:14
Manch Einer /Eine glaubt schon zu denken, wenn er /sie nur seine / Ihre Vorurteile neu sortiert!
18:00
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17:59
Endlich werden meine Steuergelder richtig angelegt.
Der Straßenstrich musste einfach von der „unbewohnten“ Pferdebahn verschwinden schließlich ist Krupp wieder da und möchte diesen Anblick nicht sehen.
Besser ist es daher die Huren direkt im Wohngebiet mit angrenzender Hauptstraße zu erreichten. Das freut nicht nur die Anwohner sondern lässt gleichzeitig auch die Mieten und Gebäudewerte schrumpfen. Es gibt aber auch Vorteile für die Anwohner. Fragt man sie wo sie wohnen brauchen sie nur zu sagen „direkt am Straßenstrich in Essen“, den sollte nun wirklich jeder kennen.
Hurra Stadt Essen. Weiter so!
Ich hätte da auch noch zwei Vorschläge zu unterbreiten!
- In den Boxen sollten Kameras installiert werden für den Fall das mal ein Freier aus flippt. So kann die Polizei ihm direkt an der Ausfahrt schnappen.
- Die Wohnwagen von der Helenenstraße sollten direkt im Wohngebiet einen festen Parkplatz zugewiesen bekommen schließlich wollen diese Damen auch Geld verdienen.