Straßenbahn-Fahrer in Essen ließ Mädchen in der Kälte stehen

Ein Straßenbahnfahrer der Evag soll angeblich zwei 13-jährige Mädchen in der Kälte stehen gelassen haben.
Ein Straßenbahnfahrer der Evag soll angeblich zwei 13-jährige Mädchen in der Kälte stehen gelassen haben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Essener beklagt das Verhalten eines Evag-Fahrers: Am Bahnhof Süd versuchten demnach zwei 13-jährige Mädchen, noch in die Linie 105 zu steigen - erfolglos. Anstatt den Kindern die Tür zu öffnen, winkte der Fahrer ihnen lächelnd zu und fuhr los. Die beiden Mädchen mussten frierend auf die nächste Bahn warten.

Essen.. Frank Bergmann fährt nur selten mit Bus und Bahn, „doch habe ich bisher überwiegend freundliches Personal erlebt“, betont er. Was der 57-Jährige am Mittwoch nach eigenen Angaben sah, empörte ihn aber sehr. Es war gegen 15.45 Uhr, als er mit seinem Auto vor der roten Ampel am Bahnhof Süd neben einer Straßenbahn der Linie 105 wartete. Im Spiegel sah er zwei etwa 13-jährige Mädchen, die noch zusteigen wollten. Erst hätten sie an der hinteren, dann an einer weiteren Tür versucht, hineinzukommen. „Erfolglos“, wie der Bergerhausener sagt. Dann hätten sie dem Fahrer am vorderen Fenster ein Zeichen gegeben.

"An Arroganz nicht zu überbieten"

„Was der Fahrer dann machte, war an Arroganz nicht zu überbieten. Anstatt den Mädchen die Türe zu öffnen, winkte er ihnen lächelnd zu. Es vergingen noch etwa 15 Sekunden, dann schaltete die Ampel auf Grün und der Fahrer fuhr los“, so Bergmann. Die beiden Kinder hätten frierend auf die nächste Bahn warten müssen. Bergmann ist sich sicher: „Das hat der Fahrer mit voller Absicht gemacht und dabei noch hämisch gegrinst.“

Nils Hoffmann, Pressesprecher bei der Essener Verkehrs-AG (Evag), geht von einem Missverständnis aus: „Oft werden Handzeichen falsch interpretiert. Der Fahrer muss sich irgendwann entscheiden: Lasse ich Fahrgäste noch rein oder halte ich den Fahrplan ein.“ Es dauere häufig eine Ampelphase, bis alle Türen zu sind und ein neues Fahrsignal kommt. Die Beschwerde nehme man dennoch ernst und werde den Fahrer befragen.