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Ruhrallee-Tunnel

Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss

14.01.2011 | 17:28 Uhr
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
Zur geplanten Untertunnelung der Ruhrallee lag ein geologisches Gutachten vor, wie Straßen.NRW jetzt einräumte.

Essen.Straßen.NRW hatte bislang bestritten, dass geologische Gutachten für den A44-Tunnel vorliegen. Jetzt räumte der Landesbetrieb ein, dass ein Papier die Bergbau- Aktivitäten bescheinigt. Das Risiko für Tagesbrüche gilt als hoch.

Mehrfach hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW betont, zum Bauvorhaben Ruhrallee-Tunnel lägen keine geologischen Gutachten vor. Diese seien nicht Gegenstand des derzeit laufenden Linienbestimmungsverfahrens, in dessen Rahmen derzeit zwei Varianten für den geplanten tunnelmäßigen Ausbau der A44 im Bereich Ruhrallee diskutiert werden.

Erst jetzt räumte der Landesbetrieb ein, es gäbe doch Gutachten. Einsicht konnte jetzt die Geologin Ute Niehoff für die Bürgerinitiative „Wege für Essen“ nehmen. „Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Linienvarianten 1 und 2 des Ruhralleetunnels sich im Bereich des Grubenfeldes ehemalige Zechen befinden. Registrierte Bergbauaktivitäten fanden zwischen 1776 und 1960 statt.“ 36 Kohleabbauflöze, die oberflächennah abgebaut wurden, befänden sich im Bereich beider Linien. Darüber hinaus lägen Bergbaustollen und Schächte im Bereich beider Linien vor.

Risiko für Tagesbrüche, Senkungen und Setzungen gilt als hoch

Bislang hatte Straßen.NRW stets betont, man könne zu bergbaulichen Aktivitäten im Bereich Bergerhausen keine Aussagen treffen. Das Gutachten der DMT (Deutsche Montan-Technologie) besage jedoch, so Niehoff, dass insbesondere im Bereich der von Straßen.NRW favorisierten Linien-Variante 2 das Risiko für Tagesbrüche, Senkungen und Setzungen als hoch eingeschätzt werde, was Sicherungsmaßnahmen wahrscheinlich erforderlich mache, so Niehoff.

„Die DMT empfahl bereits 2004 weitere Erkundungsmaßnahmen, z.B. durch Bohrungen rechts und links der Tunnellinien sowie das Verschließen von Hohlräumen, von Schächten und Stollen wenn notwendig“, führt Niehoff aus. „Nach Aussage der DMT können, da rund 1200 Meter des Verlaufs der mehr als drei Kilometer langen Variante 2 unter Wohnbebauung verläuft, neben dem hohen logistischen Aufwand bei der Erstellung der bergbaulichen, geotechnischen Erkundungs- und Sicherungsarbeiten weitere im Moment noch nicht klare Aufwendungen folgen.“

Bislang hatte Straßen.NRW stets mit einer Kostenschätzung von 9 Millionen Euro kalkuliert. Eine Stellungnahme des Landesbetriebs, der im Auftrag des Bundes die Autobahn plant, war bislang nicht zu bekommen. Die BI verweist angesichts dieser Kostenschätzung auf eine bereits abgeschlossene Bodenstabilisierungsmaßnahme unter einem Haus, das sich im Bereich der Linie 2 befindet. „Diese Maßnahme nahm mehr als ein Jahr in Anspruch und kostete über 1 Mio. Euro“, so Niehoff.

Claudia Pospieszny

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Kommentare
21.01.2011
13:35
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von vernetztdenken | #11

Wie, die werden von meinen Steuern bezahlt und halten im Zeitalter von Internet und Informationsfreiheitsgesetz ein Gutachten unter Verschluss?
Welche Informationen werden uns Bürgern noch vorenthalten?

16.01.2011
11:17
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von ein betrogener Bürger | #10

Eine Bürgerbeteiligung für uns Bergerhauser im April 2010 zu machen, dabei umfangreiche Pläne an die Wand zu hängen und zu sagen bergbauliche Gutachten gäbe es noch nicht, die es doch schon gibt, ist Betrug! Das gehört angezeigt und bestraft! Ich dachte wir leben in einem Rechtsstaat. Auch für Stuttgart 21 wurden Gutachten zurückgehalten (http://direktzu.de/stuttgart21/messages/29951), Welch Glück das die Bürgerinitative sich die Mühe gemacht hat, da bleibt uns evtl. die Auseinandersetzung Staatsgewalt gegen Bürger wie in Stuttgart erspart.

15.01.2011
16:45
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von Wochenend-Essener | #9

Wenn ich das lese, kriege ich immerwieder Angst über die Ruhrallee zu fahren. Wer garantiert, dass es nicht schon jetzt mit einer einfachen Straße sich ein Loch auftut, wie es an der Frillendorfer der Fall war?

15.01.2011
09:27
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von Trittbrettfahrerf | #8

Ist es die Arroganz der Macht oder einfach nur das Paralleluniversum?
Warum werden wir Bürger eigentlich in ALLEN Angelegenheiten von den Behörden und der Politik belogen und betrogen?
Warum müssen alle Unterlagen unter Verschluss gehalten und deren Existenz sogar geleugnet werden?
(Gibt es unter der Ruhrallee vielleicht einen Salzstock – oder bereits ein geheimes Endlager?)
Fürchten die sich vor Menschen, die mitdenken, mitreden, mitentscheiden und das Ergebnis auch mittragen wollen?
Stehen die Wasserwerfer schon bereit oder greift man das nächste Mal gleich zum Gewehr?

15.01.2011
07:14
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von abcsagt | #7

Wer noch Ideen hat, bitte aufzählen.
Klar doch - nicht die Lohnsteuer um 50 Prozent (das bezahlt nämlich auch der Einkommenschwache oder Geringverdiener) rauf, sondern die entrichtete Mineralölsteuer sachrichtig für den Ausbau und den Unterhalt des derzeitigen Straßenverkehrs nutzen und parallel den ÖPNV ausbauen das über die Grenzen der jeweiligen Kommune zur Nächsten eine sinnvolle Fortbeweg möglich ist.
Gleichzeitig auch für Einkommenschwache die Benutzung ermöglichen.
Der Betrieb in den sozialen Bereichen ist aus den anderweitigen Steuereinnahmen zu finanzieren. Und die jeweiligen Kommunen sollen auf ihre Landes- und Bundespolitiker hinwirken, denn wer die Musik bestellt soll diese auch bezahlen.
Wenn Berlin oder eine Landesregierung für die Kommune bestimmt soll sie auch gleichzeitig mitteilen das sie sich an der Finanzierung beteiligt.
Alles andere wäre nämlich schlecht.

15.01.2011
01:17
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von Münchner Jung | #6

Wenn wir mehr wollen, muss mehr investiert werden.
Also Lohn/Einkommensteuer um 50% rauf und davon mehr und bessere Autobahnen, Schulen, Kindergärten, Winterdienst in jeder Nebenstraße, Krankenhaus in jeder Gemeinde errichten.
Wer noch Ideen hat, bitte aufzählen.

15.01.2011
00:06
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von meine-Meinung | #5

HEUTE AM SAMSTAG MOBILITÄTWERKSTADT IM BURGGYMNASIUM IN ESSEN AB 10:00 UHR
siehe auch
http://www.derwesten.de/staedte/essen/A52-Gegner-Zoepel-fordert-Ausweitung-des-OePNV-in-Essen-id4164016.html

Dort auch mein Kommentar zu den Tunnelvorstellungen.

14.01.2011
23:26
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von Maulwurfsfalle | #4

Ruhrallee 4 Meter tiefer legen und einhausen.
Ist bestimmt nicht teuer und in offener Bauweise möglich.
Hier sind die Anwohner kompromissbereiter.

14.01.2011
22:18
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von na sicher | #3

So, so Anwohner werden entschädigt? Na bestimmt nicht in ausreichender Höhe und das die ganze Geschichte irgendwie sicherer sein soll möchte ich mal stark bezweifeln. Wenn jetzt schon gelogen wird, haben wir bald Kölner Verhältnisse. Et hat ja immer jot jegange - siehe das dortige Stadtarchiv nicht wahr?

14.01.2011
19:44
Straßen.NRW hielt A44-Gutachten unter Verschluss
von F.Chef | #2

Mich stört nur, daß ewig gelogen und betrogen wird. Egal ob in der Politik oder in anderen öffentlichen Bereichen. Wo soll das noch hinführen?

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