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Stillstand auf der Huyssenallee

23.01.2013 | 00:11 Uhr
Stillstand auf der Huyssenallee

Der Zettel am Eingang der ehemaligen Areal Bank an der Huyssenallee klebt dort schon seit Juli 2011. „Wir ziehen um“. Nur - seit anderthalb Jahren ist dort auch niemand mehr eingezogen. Ein Schicksal, dass immer noch viele Büroflächen auf dem ehemaligen Prachtboulevard teilen.

Überklebte Klingelschilder, Briefkästen ohne Namensschild, Makler, die die Flächen auf großen Plakaten provisionsfrei anbieten. Vieles deutet daraufhin, dass es nicht vorangeht - trotz aller Hoffnungen in der Vergangenheit. Nach Zahlen der Wirtschaftsförderung hat der Büro-Leerstand 2012 zumindest leicht abgenommen. Der große Wurf blieb aber aus.

Wenigstens bei den Läden gibt es augenscheinlich im Moment kaum freie Flächen. Auch das Lokal im unteren Bereich, an der Huyssenallee 3, ist jetzt vermarktet worden. Die HDI-Versicherung wird dort einen Servicepunkt einrichten, so der Immobilienmakler BNP Paribas Real Estate. Damit sei das Gebäude wieder komplett vermietet.

Straße mit viel Potenzial

Die Einzelhandelsstruktur hat sich jedoch geändert. Der Traum von einer hochwertigen Möbelmeile scheint ausgeträumt. Ansässige Händler, die nicht genannt werden wollen, berichten von weiter rückläufigen Kundenströmen. Das Umfeld mit viel Leerstand ist nicht besonders anziehend. Eine Bummelmeile ist die Huyssenallee ohnehin nicht. Nur Spezialanbieter ohne Laufkundschaft haben hier ein Auskommen. Hinzu kommt, dass es gerade Richtung Hauptbahnhof zu wenige Parkflächen gibt.

Warum aber tut sich nichts auf der Straße, der so viel Potenzial nachgesagt wird - die das szenige Rüttenscheid mit der Innenstadt verbindet, wo Aalto und Philharmonie architektonische Glanzpunkte setzen und der Stadtgarten ein weiteres Plus ist?

Nicht die Lage sei schuld, sagen auch Immobilienexperten. Sondern die Qualität der Gebäude. Viele stammen aus den 50er und 60er Jahren, die in Grundschnitt und Ausstattung nicht mehr heutigen Ansprüchen an modernes Arbeiten genügen. Doch die Eigentümer - meist große Immobiliengesellschaften - investieren nicht oder kaum. „Diejenigen, die investieren, bekommen ihre Flächen auch vermietet“, sagt Makler Eckhard Brockhoff von Brockhoff & Partner Immobilien GmbH. Doch die Häuser stünden mit meist hohen Buchwerten in den Büchern der Besitzer. Bei einem Verkauf, Abriss oder Investment drohen Verluste. Entsprechend zurückhaltend ist man. Aber Brockhoff ist überzeugt: „Der Druck wird steigen, schließlich kosten die leeren Häuser jeden Tag viel Geld.“ Erst wenn die Eigentümer sich bewegen, kann es einen Neuanfang auf der Huyssen-allee geben - vielleicht mit mehr Wohnungen und weniger Büros.

Janet Lindgens

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