Stilles Örtchen, lauter Jubel

Foto: Stefan Arend/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Über elf Jahre mussten die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Überruhr am Standort Klapperstraße mit einem Toilettenhaus-Provisorium klarkommen.

Überruhr.. Was lange währt, wird endlich gut. Und was ganz lange währt? Wie auch immer. Über elf lange Jahre mussten die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Überruhr am Standort Klapperstraße mit einem Toilettenhaus-Provisorium klarkommen, weil einfach kein Geld da war. Seit einigen Tagen jedoch gibt’s auf dem Schulhof ein stilles Örtchen, das nagelneu und auch blitzeblank daherkommt. Was sein muss, muss sein, denn wenn man muss, dann muss man auch.

Als die Gebäude der früheren Johann-Peter-Hebel-Schule, die 2012 mit der Suitbert-Grundschule (Hinseler Hof) zur neuen Überruhrer Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten zusammenschmolz, vor rund elf Jahren von Grund auf und sehr beeindruckend restauriert wurde, gab’s fast ausnahmslos leuchtende Augen. Das einzige Ärgernis: „Für ein Toilettenhaus war damals kein Geld mehr da“, so die heutige Rektorin, Ulrike Leopoldine Esser. Und so mussten zahlreiche Kinder und ganze Jahrgänge mit einem wenig einladenden Toiletten-Container leben, was nicht selten dazu führte, dass man sich seine natürlich Bedürfnisse verkniff.

Das aber soll nun anders werden. Zwar war auch das neue Toilettenhaus keine wirklich leichte Geburt – Esser: „Der erste Bauzaun wurde bereits 2013 gesetzt“ – dafür aber lässt sich das Ergebnis nun mehr als sehen. Und damit das auch möglichst so bleibt, haben Kollegium, Eltern und die knapp 160 Schüler der 3. und 4. Klassen, die an der Klapperstraße unterrichtet werden, zusammen eine Art „Pinkelplan“ aufgestellt. Esser: „Jede Klasse bekommt einen eigenen Schlüssel, so dass die Toiletten und Waschräume auch nur von uns genutzt werden.“

Zudem gehen die Schüler stets zu zweit zum Klo. So kann einer „Wache halten“, und zudem kann am Ende auch besser nachgehalten werden, in welchem Zustand sich Toiletten und Waschräume befanden. Vorher und nachher. „So etwas fördert auch die Eigenverantwortung“, so Esser. Denn Sauberkeit ist das entscheidende „Zauberwort“.

Entscheidend: Hygiene

Laut Esser und Konrektorin Katrin Hoffmann belegen Studien, dass 80 Prozent aller Durchfallerkrankungen bei Kindern auf mangelnde Hygiene auf Toiletten zurückzuführen sind. Natürlich bleibe ein Klo in erster Linie ein Klo, also ein Ort, an dem man möglichst wenig Zeit verbringen möchte. Eine freundliche Atmosphäre indes könne letztlich auch nicht schaden. Und Sauberkeit ist ein Muss.

Dieser Tage wurde das neue Toilettenhaus nun eingeweiht. Großer Bahnhof, Flatterband, Lieder der 4a und warme Worten auch aus der Bezirksvertretung. Blitzeblank strahlte die Keramik mit den Schülern um die Wette. Dicke Luft war einmal – und das soll auch so bleiben.