Städtepartnerschaft mit Changzhou bietet ein „riesiges Potenzial“

Die Städtepartnerschaft zwischen der chinesischen Millionenstadt Changzhou und der Stadt Essen ist nun auch offiziell besiegelt. Oberbürgermeister Reinhard Paß und sein Amtskollege aus Changzhou, Fei Gaoyun, unterzeichneten gestern in Nanjing den Städtepartnerschaftsvertrag.

Dabei betonte Oberbürgermeister Reinhard Paß die Bedeutung der Partnerschaft: „Die Zusammenarbeit mit Changzhou trägt bereits jetzt erste Früchte.“ Der Automobilzulieferer Nanfang Bearing hat ein Büro in Essen eröffnet, die Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) arbeitet mit der Universität Changzhou zusammen und auch die Stiftung Mercator begleitet die Kooperation. Paß weiter: „Wir sind erst am Anfang unserer Zusammenarbeit. Ich hoffe sehr, dass sich unsere Beziehungen gut entwickeln.“

Die Partnerschaft zwischen Essen und Changzhou ist Teil eines Rahmenabkommens zwischen der Europäischen Union und der Volksrepublik China zur Urbanisierung – und genießt damit höchste staatliche Unterstützung. Dies wurde durch die Anwesenheit von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, des Gouverneurs der Provinzregierung Jiangsu, Li Xueyong, und des deutschen Generalkonsuls in Chengdu, Gerold Amelung, unterstrichen.

Auch Dietmar Düdden, Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, erklärte: „Die Städtepartnerschaft mit Changzhou bietet ein riesiges Potenzial für die Wirtschaft in Essen und für Kooperationen in den Bereichen Energie, Umwelt, Bildung und Gesundheit. Insbesondere dem Essener Mittelstand eröffnen sich Chancen für ein Engagement in der stark wachsenden Metropole Changzhou. Mit der Partnerschaft haben wir einen großen Schritt getan, den Essener Unternehmen den Eintritt in den chinesischen Markt zu erleichtern.“

Die Städtepartnerschaft soll aber nicht nur als Wirtschaftsbeziehung zwischen den beiden Städten verstanden werden, das unterstrich Oberbürgermeister Reinhard Paß: „Herr Fei und ich sind uns einig, dass eine Städtepartnerschaft erst durch die Verankerung in der Bürgerschaft richtig lebt. Und hierzu wollen wir natürlich beitragen. Ich bin hier sehr nett aufgenommen worden und das Wiedersehen mit meinem Kollegen Fei war sehr herzlich.“

Oberbürgermeister Paß und EWG-Chef Düdden werden noch bis Freitag in Changzhou sein und im Rahmen ihres Besuches unter anderem das Gelenkwellenwerk von Thyssen/Krupp sowie die Changzhou Science & Education Town besichtigen.

Der Rat der Stadt Essen hatte die Städtepartnerschaft in seiner Sitzung im März beschlossen. Essen ist eine von zwölf europäischen Städten, die zusammen mit ihren chinesischen Partnern Teil des groß angelegten Programms „China-EU Partnerschaft zur Urbanisierung“ sind. Dieses Programm dient der Verbesserung des Austauschs im Bereich Stadtentwicklung und Ressourcenschutz. Die Zusammenarbeit zwischen Essen und Changzhou wurde von der chinesischen Regierung aus 400 eingereichten Vorschlägen ausgewählt.

Bereits in der Anfangsphase der Kooperation waren verschiedene Essener Organisationen, Institutionen und Unternehmen beteiligt. So haben die Universität Changzhou und die FOM eine Zusammenarbeit vereinbart. Die RAG Montan Immobilien ist für Flächenrecycling-Maßnahmen von der Stadt Changzhou angefragt worden, die ThyssenKrupp AG ist dort aktiv und mit der Gründung des Colani-Designinstituts wird die Millionenstadt auch für Projekte aus diesem Bereich attraktiv.