Stadtwerke schrauben Gaspreis höher
18.08.2010 | 06:41 Uhr 2010-08-18T06:41:00+0200
Essen.Die dritte Gaspreis-Erhöhung des Jahres beschert zum 1. Oktober ein Plus von 6,7 Prozent. Ein Tarifaufschlag von rund 6,7 Prozent ist angekündigt. Das Internetportal Verivox sieht vielfach billigere Konkurrenz zu den Stadtwerken.
Wie gewonnen, so zerronnen: Drei Mal haben die Stadtwerke im vergangenen Jahr den Preis fürs Erdgas gesenkt, doch seit April 2010 geht es mit Macht wieder in die andere Richtung. Für den 1. Oktober und damit rechtzeitig zum Beginn der Heizperiode soll der Gaspreis zum dritten Mal in diesem Jahr steigen. Ein Tarifaufschlag von rund 6,7 Prozent ist angekündigt, und die achselzuckende Entschuldigung folgt auf dem Fuße: „Wir geben nur die gestiegenen Beschaffungskosten an unsere Kunden weiter.“
Nach dem neuen Tarif nehmen die Stadtwerke für eine Kilowattstunde Erdgas künftig 5,76 Cent inklusive Mehrwertsteuer (Sonderabkommen 1), in den beiden gängigsten Tarifen der Stadtwerke-eigenen Billigmarke „Klaro!“ sind 5,64 (S) bzw. 5,60 Cent (M) zu zahlen – wobei im Online-Geschäft noch einmal ein minimaler Abschlag erfolgt. Immerhin, sämtliche Grundpreise sollen stabil bleiben.
72 Euro mehr im Jahr
Für Kunden mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden – das wäre eine Etagenwohnung mit Warmwasserbereitung oder ein Einfamilienhaus – summiert sich die Mehrbelastung auf 72 Euro im Jahr. Grund genug für die Stadtwerke, auf ihre im Kundencenter erhältliche Energiesparbroschüre ebenso wie auf die Möglichkeit zur kostenlosen Energieberatung hinzuweisen.
Ganz andere Sparmöglichkeiten rechnet den Essener Bürgern dagegen das Internet-Portal Verivox vor, bei dem die Stadtwerke-Tarife zu Beginn des aufkeimenden Wettbewerbs vor ein paar Jahren einmal als günstiger Anbieter weit vorn lagen. Lange her: Heute bietet die Konkurrenz auf der Jagd nach Neukunden hunderte Euro Preisvorteil im Jahr.
FlexGas und TelDaFax, priogas und Gas DE, HitGas, goldgas, 1.2.3.energie und eprimo – sie alle schieben sich in einer Modellrechnung mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr vor die Stadtwerke. Zwar verlangen manche Anbieter Vorauskasse, andere eine Kaution, und der oft gewährte Neukunden-Bonus von bis zu 250 Euro fällt nur einmal an.
Doch dem stehen enorme Preisunterschiede gegenüber. So erreicht etwa der günstigste Stadtwerke-Tarif „Klaro! Online“ mit Kosten von knapp 1200 Euro für einen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden nur Platz 26 von 52 in Essen angebotetenen Tarifen. Der erstplatzierte Tarif „Deutschlands Best“ FlexGas liegt mit Kaution und Bonus nicht weniger als 448 (!) Euro darunter.
Selbst wenn Tarife mit Vorauskasse, Neukunden-Bonus und Kaution keine Berücksichtigung finden sollen, geht es noch 120 Euro billiger im Jahr als beim Billiggastarif der Stadtwerke. Und mit der neuerlichen Preiserhöhung bleibt der Abstand wohl mindestens erhalten.
Den Essener Stadtwerken hat die Billigkonkurrenz aus deutschen Landen gleichwohl noch nicht allzu viel Geschäft weggenommen: Das mehrheitlich städtische Versorgungsunternehmen ist nach wie vor mit weitem Abstand Marktführer am Platze.
14:02
Erstaunlich! In Mülheim kosten 20.000 kWh/a
1.075,88 € (lt. Verifox), in Essen 1.270,92 €.
Nicht nur fast 200 € pro Jahr preiswerter sondern
auch, man staune, mit einer Preisgarantie bis
30.9.2011.
14:00
Funkelnde Verwaltungsgebäude und deren Einrichting sind halt teuer, nicht zu vergessen was die Vorstandsetage für Gehälter bekommt und das für ein kleine Konunalunternehmen.
18:14
Preiserhöhung? Ein Vergleich der Tarife bei http://www.verivox.de zeigt, dass man viel Geld sparen kann. Einfach und unkompliziert.
19:49
@ 12 Frangor
Mir wurde auch die Rückzahlung verweigert. Wie kann ich mich der der Sammelklage anschliessen?
15:28
Ich gehöre eh zu den Sammelklägern gegen die STW. Essen, habe gegen die Ablehnung der Rückerstattung seit 2004 geklagt. Gekündigt haben die STW. uns auch bereits. Dann werde ich jetzt wohl mir schon früher einen neuen Anbieter suchen.Kann nur empfehlen, sich hier nicht verunsichern zu lassen und andere Angebote zu prüfen
12:47
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12:33
Und nicht vergessen:
Alle im Sonderabkommen 1 oder 2 abgerechneten Verräge der Stadtwerk Essen sind lt. BGH-Rechtssprechung wegen der ungültigen Preisanpassungsklausel ungültig.
Seit 0.01.2007 können Rückforderunge ggü. den Stadtwerken geltend gemacht werden.
12:16
Und 20.000 kwh sind der Durchschnittsverbrauch von ca. 100qm beheizter Wohnfläche.
12:14
Fernwärme ist aktuell immer noch ein bisschen teurer. Das hat nichts mit preisgünstig zu tun. Fernwärme ist allemal bequemer - aber immer ähnlich teuer wie Gas.
10:49
Bei den Preisvergleichen auf den entsprechenden Portalen aber darauf achten, dass die Referenzpreise der Stadtwerke erst zum 1.10. dort aufgeführt werden. Die Preisersparnis bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter kann daher noch höher sein als genannt!