Stadtplaner suchen Bauland

Foto: Remo Bodo Tietz, NRZ

Borbeck..  Die Stadt sieht einen Bedarf an Bauflächen. Auch in Borbeck. Am Dienstag stellte das Planungsamt eine Liste von Flächen vor, die für eine Wohnbebauung in Frage kommen könnten. Sie müssen es nicht, aber sie können. Unter den Vorschlägen befindet sich auch das Gelände der Kleingartenanlage Weidkamp/Levinstraße. Mit 8,7 Hektar ist es die größte der insgesamt 23 Flächenvorschläge für „Wohnen“, die das Planungsamt vorlegte. Bisher wird der Kleingarten im Regionalen Flächennutzungsplan (RFNP) unter „Freiraum, Regionaler Grünzug, Grünflächen“ geführt.

Werner Laux, Vorsitzender des Kleingartenvereins Weidkamp, nahm die Nachricht mit großer Gelassenheit auf. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass daraus etwas wird. Das steht nicht zur Debatte. Das beunruhigt mich in keiner Weise.“ Der Grund seiner Gelassenheit: Die Kleingartenanlage, die 1932 gebaut wurde und zurzeit 166 Parzellen hat, ist seit 2004 zu einhundert Prozent Eigentum der Essener Kleingartengrund und -boden gGmbH, einer Tochter des Stadtverbands Essen der Kleingärtnervereine e.V.

Anders sehen die Eigentumsverhältnisse beim 5,1 Hektar großen städtischen Friedhof Karnap aus, von dem 1,5 Hektar auf der Vorschlagsliste stehen. Für das Karnaper Ratsmitglied Michael Schwamborn (EBB) eine vernünftige Lösung. „Die Fläche, auf der natürlich noch keine Bestattungen stattgefunden haben und die an den Friedhof grenzt, eignet sich hervorragend für den Bau barrierefreier Wohnungen, die dringend benötigt werden.“ Grün und Gruga habe einige Vorhalteflächen, die eigentlich nicht benötigt würden. Das treffe auch auf das Stück des Karnaper Friedhofs zu. Angesichts der steigenden Zahl von Urnenbestattungen und des demographischen Wandels sei die Fläche zudem für Gräberfelder nicht erforderlich.

Dass der Sportplatz Lindenbruch (SF Katernberg) als Fläche für Wohnbebauung in Frage kommen würde, ist nicht erst seit gestern bekannt. Bereits im April legten SPD und CDU im Rat eine Liste mit Sportanlagen vor, deren Flächen vermarktet werden sollen. Darunter auch der „Lindenbruch“. Von den SF Katernberg war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.