Stadtgespräch

Als Wohltäter ist der Schuh-Konzern Deichmann in Essen bekannt: Mal werden Rollstuhl-Sportler gesponsert, mal eine ganze Turnhalle errichtet. Firmenchef Heinrich Deichmann (52) sucht dagegen nicht unbedingt die maximale mediale Aufmerksamkeit. Vergangene Woche aber stellte sich Deichmann fast sechs Millionen Fernsehzuschauern, die sich das „Wer wird Millionär“-Spezial „Chefs und Angestellte“ ansahen. „Die Macher der Sendung haben uns angesprochen und Herr Deichmann hat erst überlegt, ob er das machen soll“, sagt Pressesprecher Ulrich Effing. „Den Ausschlag gab, dass der Gewinn an den Mitarbeiter gehen sollte.“ Oder vielmehr an die Mitarbeiterin: Denn eine firmeneigene Findungskommission und RTL entscheiden sich für die 30-jährige Corinna Hoschützky, die eine Deichmann-Filiale in Bautzen leitet. „Wir haben jemanden gesucht, der im Verkauf arbeitet und nicht gleich erstarrt, wenn er eine Kamera sieht.“ Tatsächlich bleibt die junge Frau gelassen und beantwortet die ersten Fragen im Alleingang. Später springt ihr Chef, den sie erst kurz vor der Sendung persönlich kennengelernt hatte, ein. Dass das Heidelberger Schloss eine Ruine ist, weiß Deichmann aus eigener Anschauung: „Wir hatten da mal eine Veranstaltung.“ Erst die 125 000 Euro-Frage bringt das sympathische Team ins Schwimmen: Deichmann tippt, dass man mindestens fünf Bundesländer durchqueren muss, um von Dänemark in die Schweiz zu kommen. Corinna Hoschützky ist unsicher, steigt lieber mit 64 000 Euro aus: „Wir hatten vorher abgemacht, dass ich bei den Antworten das letzte Wort habe.“ In dem Fall erweist sich das als klug: Es sind nur vier Bundesländer.

Die Kettwiger Residence ist einen seiner beiden Küchenchefs los: Erik Arnecke, der zusammen mit Co-Küchenchef Eric Werner zwei Sterne hielt, wechselt ins Sternerestaurant Philipp Soldan nach Frankenberg. Das Duo hatte bei Berthold Bühler in Kettwig die Küchenleitung übernommen, nachdem der langjährige Küchenchef Henri Bach die Residence verlassen hatte. Zu Arneckes Stationen zählen renommierte Häuser wie das Fährhaus auf Sylt.

Von zweien aus Fulerum, die auszogen, die Ehre des Ruhrgebiets in Berlin zu verteidigen: So könnte man die Reise der beiden Köche und „Schascklikbrüder“ Dietmar Haubold und Timo Winter beschreiben, die ab dem Wochenende ihre eigens kreierte Currysauce „Ruhrfeuer“ im Rahmen der Grünen Woche in der Hauptstadt präsentieren – offiziell auserkoren von der Landesregierung. Die will im Rahmen der Kampagne „NRW is(s)t gut“ regionale Produkte vorstellen. Und in diesem Fall natürlich ein für alle Mal klar machen, dass die echte Currywurst im Pott und nicht in Berlin erfunden wurde.