Stadt will direkt mit der RAG verhandeln

Anwohner in Karnap werfen der Emschergenossenschaft Versäumnisse beim Abpumpen von Grundwasser vor. Rudi Möller beklagt ständig Grundwasser in seinem Keller. Das Bild zeigt die hoch gestellte Waschmaschine.
Anwohner in Karnap werfen der Emschergenossenschaft Versäumnisse beim Abpumpen von Grundwasser vor. Rudi Möller beklagt ständig Grundwasser in seinem Keller. Das Bild zeigt die hoch gestellte Waschmaschine.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bei der Suche nach einer Lösung für die von steigenden Grundwasser-Pegeln betroffenen Hausbesitzer im Essener Norden will die Stadt nun direkt mit der RAG sprechen.

Essen.. Ein schriftliches Angebot des Bergbau-Konzerns in Herne, mit dem Bau einer Entwässerungs-Drainage in Karnap zu beginnen und sich später über den Kostenschlüssel zu einigen, will das OB-Büro gemeinsam mit dem Umweltdezernat aufgreifen und möglichst zeitnah ausverhandeln. Dabei soll mit der RAG auch über die Kosten-Aufteilung gesprochen werden. Um zu einer schnellen Einigung zu kommen, soll nur das Pilotprojekt in Karnap auf den Tisch kommen. Die Frage, ob die steigenden Grundwasser-Stände auf Sicht auch in anderen Stadtteilen des Essener Nordens für feuchte Keller sorgen werden, will man erst einmal ausklammern.

„Die Probleme in Karnap müssen zeitnah gelöst werden“, appelliert der Karnaper SPD-Ratsherr Guido Reil an Stadt und RAG, sich schnell zu einigen. „Als Vertreter der Grundwasseropfer habe ich immer gefordert, dass endlich direkt über Karnap gesprochen wird. Die katastrophale Lage vor Ort erlaubt keinen weiteren Aufschub. Wenn die Finanzierung steht, könnte der Bau der Drainage noch im Herbst beginnen.“

"Lasst uns endlich anfangen"

Auf keinen Fall dürfe Karnap länger unter dem langwierigen Kostenstreit leiden. Dies habe auch das für Reil enttäuschende Gespräch am 24. Januar zwischen der RAG und dem Land gezeigt: „Bei diesen Verhandlungen geht es um eine Lösung für das gesamte Emschergebiet. Ich glaube nicht, dass da bereits in diesem Jahr eine Lösung gefunden wird.“ Immerhin stehen 840 Millionen Euro zur Debatte.

Bei einer pauschalen Kostenbeteiligung von 50 Prozent müsste die RAG nach NRZ-Informationen noch in diesem Jahr rund 180 Millionen Euro zurückstellen. Allein die Kosten für den gesamten Essener Norden könnten sich leicht auf über 70 Millionen Euro summieren. Dagegen wirken die sechs Millionen Euro für das Pilotprojekt in Karnap geradezu bescheiden: „Darin liegt auch unsere Chance“, sagt Guido Reil. „Lasst uns nur über Karnap verhandeln – und endlich anfangen“